Kommunalverbändezurück

(GZ-6-2019)
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► Parlamentarischer Abend des Bayerischen Industrieverbandes Baustoffe, Steine und Erden:

 

„Jeder will bauen – aber die Kiesgrube nebenan, bitte nicht“

 

Zwei brennende Themen bewegen aktuell die Baubranche und die Medien in Bayern. Es ist die Rede von „… der Sand wird knapp“ und „…dann müssen wir eben mehr recyceln“. Der Präsident des Bayerischen Industrieverbandes Baustoffe, Steine und Erden e.V., Mike Edelmann, brachte es vor Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer und rund 150 Gästen aus Politik, Verwaltung, Institutionen und Medien im Bayerischen Hof auf den Punkt: „Ich kann Ihnen versprechen, der Sand geht nicht aus! Deutschland ist reich an mineralischen Baurohstoffen und benötigt auch keinen Import – heute und morgen nicht. Was allerdings immer schwieriger und teilweise unmöglich wird, ist neue Vorrangflächen oder Genehmigungen zu erhalten.“

V.l.: Pius Geiger (2. Vizepräsident des BIV), Mike Edelmann (Präsident des Bayerischen Industrieverbandes Baustoffe, Steine und Erden e.V. (BIV)), Andreas Scheuer (Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur), Kerstin Schreyer (Bayerische Staatsministerin für Familie, Arbeit und Soziales), Andreas Moßandl (1. Vizepräsident des BIV), Dr. Bernhard Kling (Geschäftsführer BIV).
V.l.: Pius Geiger (2. Vizepräsident des BIV), Mike Edelmann (Präsident des Bayerischen Industrieverbandes Baustoffe, Steine und Erden e.V. (BIV)), Andreas Scheuer (Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur), Kerstin Schreyer (Bayerische Staatsministerin für Familie, Arbeit und Soziales), Andreas Moßandl (1. Vizepräsident des BIV), Dr. Bernhard Kling (Geschäftsführer BIV).

 

Nutzungskonkurrenz durch anderweitige Schutzbelange, fehlende Bereitschaft zur Veräußerung von Grundstücken, hoher bürokratischer Aufwand bei Genehmigungsverfahren oder oftmals fehlende Akzeptanz vor Ort verhindern die Ausweisung von Gewinnungsflächen. „Jeder will bauen – aber die Kiesgrube nebenan, bitte nicht.“

Auch zu „irreführenden Äußerungen, dass durch Recycling unser Rohstoffbedarf gedeckt werden könne“ machte Edelmann eine klare Aussage. „Bayern hat einen durchschnittlichen Bedarf an mineralischen Rohstoffen von 150 Mio. Tonnen pro Jahr. Nur ein Bruchteil von rund 5% kann durch Recyclingbaustoffe aus Abbruchmassen ersetzt werden“. Es müssten ganze Städte abgerissen werden, um den Bedarf an Bau-Rohstoffen durch Sekundärrohstoffe nur annähernd decken zu können.

Der BIV bekennt sich trotz vieler Hemmnisse darüber hinaus ausdrücklich zum Einsatz von RC-Baustoffen dort, wo es wirtschaftlich sinnvoll ist und die erforderlichen Qualitäten garantiert werden können.

Die heimische Rohstoffgewinnung ist in Bezug auf Nachhaltigkeit und Ökonomie alternativlos. Alle sprechen von CO2-Belastung und zunehmendem Verkehr – müssten Rohstoffe von weit her transportiert werden, würde sich allein die CO2-Bilanz schon auf mittleren Strecken von 50 km dramatisch verschlechtern, von Feinstaub- und Verkehrsbelastung ganz zu schweigen.

Zudem müssten Bauherrn künftig mit höheren Kosten rechnen. Eine 2018 von forsa Politik- und Sozialforschung GmbH durchgeführte repräsentative Umfrage in Bayern hat ergeben, dass 76 % der Bevölkerung die künftige heimische Rohstoffgewinnung befürworten, unter anderem wegen kurzen Transportwegen und einer unabhängigen Rohstoffversorgung.

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer hob in seinem anschließenden Vortrag hervor, dass Bayern mit Baden-Württemberg die Spitzenreiter in Sachen Ablehnung von Infrastruktur-Projekten durch die Öffentlichkeit seien. Der Staat wiederum sei Spitze in Sachen Investitionen. „Deutschland baut – Bayern baut“, so der Minister, zwei Milliarden Euro für Straßen. 800 Baustellen alleine 2018 und immerhin 600 im aktuellen Jahr 2019, mit einigen Großprojekten. Aber auch das Image der Baustellen sei schlecht, obwohl für Fortschritt und Infrastruktur unerlässlich. Als Bundesverkehrsminister unterstrich er die Haltung des BIV zum Thema Nachhaltigkeit.

Kritikern würde er entgegnen, wie umweltfreundlich es wäre, wenn Rohstoffe über weite Strecken mit proportional verschlechterter CO2-Bilanz und hohem Verkehrsaufkommen in Regionen „importiert“ werden müssten, die ja eigentlich über ausreichend Rohstoffvorkommen verfügen.

 

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