650 Jahre Stadt Grafenau: Feierlichkeiten erinnern an bewegte Geschichte

GZ Ausgabe GZ-11-2026 vom 28. Mai 2026 | Aus den Kommunen
von Doris Kirchner
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Grafenau blickt auf 650 Jahre Stadtgeschichte zurück. Am 13. Mai 1376 wurde der Ort von Kaiser Karl IV. zur Stadt erhoben. Ausschlaggebend dafür war die Bedeutung Grafenaus als wichtiger Umschlag- und Handelsplatz im Salzhandel. Zum Jubiläum erwartet die Besucherinnen und Besucher ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm.

Festakt mit hochrangigen Ehrengästen

Den Auftakt der Feierlichkeiten bildete ein Festakt im Atrium von Knauf Ceiling Solutions mit zahlreichen Ehrengästen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Bürgermeister Jonas Höcker begrüßte unter anderem Staatsminister Christian Bernreiter, Bezirkstagspräsident Olaf Heinrich, Landrat Sebastian Gruber sowie Delegationen aus den Partnerstädten Schärding und Bergreichenstein.

In seiner Ansprache erinnerte der Rathauschef an die Stadterhebung vor 650 Jahren und verwies auf die Entwicklung Grafenaus zu einer modernen und lebendigen Stadt. Einen historischen Überblick über die wichtigsten Stationen der Stadtgeschichte gab Thomas Paringer, Direktor des Staatsarchivs Landshut. Auch Staatsminister Christian Bernreiter würdigte die enge Verbundenheit der Menschen mit ihrer Heimat sowie den starken Zusammenhalt in der Region. Grafenau stehe beispielhaft für die positive Entwicklung des Bayerischen Waldes.

Historischer Festzug begeistert Besucher

Im Anschluss an den Festabend wurde beim Bürgerfest gemeinsam mit der Bevölkerung weitergefeiert. Zu den Gästen zählte auch Ministerpräsident Dr. Markus Söder, der dem großen historischen Festzug mit mehr als 40 Gruppen und aufwändig gestalteten Themenwägen beiwohnte. Die Teilnehmer stellten sieben Epochen der Stadtgeschichte dar – von der Stadtgründung und der Burg Bärnstein über den Salzsäumerhandel, Kriegszeiten und Industrialisierung bis hin zur modernen Stadtentwicklung und den heutigen Städtepartnerschaften.

Ministerpräsident Dr. Markus Söder hob die Bedeutung des ländlichen Raums für Bayern hervor: „Die Seele Bayerns liegt im ländlichen Raum. Grafenau ist das Tor zum Nationalpark Bayerischer Wald und ein lebendiges Wirtschaftszentrum.“ Vor 15 Jahren, so Söder, sei die Region noch vor einem schweren Strukturwandel gestanden. Durch den Fleiß der Menschen und die Bereitschaft zu Veränderungen sei die Trendwende geschafft worden. Der Freistaat habe dabei durch Technologie, Wirtschaftsförderung und Behördenverlagerungen wie der Finanzamts-Außenstelle ganz gezielt mitgeholfen. „Diese Unterstützung setzen wir fort, weil Bayern weit mehr als nur seine Zentren ist. Die besondere Stärke des ländlichen Raums sind Zusammenhalt und Ehrenamt. Großer Dank an alle, die diesen einzigartigen Festumzug möglich gemacht haben, und herzlichen Glückwunsch an Grafenau zum Jubiläum“, betonte der Ministerpräsident.

Säumerfest als Symbol gelebter Tradition

Ein wichtiger Bestandteil der Grafenauer Tradition ist das Historische Säumerfest, das jährlich am Wochenende rund um den ersten Samstag im August stattfindet. Mit Säumerzug, Mittelaltermarkt, Gaukelei und historischen Darstellungen erinnert die Veranstaltung an die jahrhundertealte Handelstradition der Region. Im Jubiläumsjahr 2026 führt der Säumerzug erneut von Schärding nach Grafenau. Anlass ist zugleich das 50-jährige Bestehen der Städtepartnerschaft mit Schärding. Anschließend zieht der Tross weiter nach Kasperské Hory, das seit 35 Jahren Partnerstadt von Grafenau ist. Menschen und Tiere begeben sich dabei erneut auf historische Handelswege und setzen ein Zeichen für die grenzüberschreitende Verbundenheit der Region.

Doris Kirchner

Doris Kirchner, Chefin vom Dienst

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