Initiative des Kultusministeriums: „Mittelschule – stark für jeden Weg“

GZ Ausgabe GZ-11-2026 vom 28. Mai 2026 | Landes-, Bundes- und Europapolitik, Verbände
von Doris Kirchner
Portrait
Kultusministerin Anna Stolz. Bild: StMUK

Die Mittelschule in Bayern wird gezielt weiterentwickelt: Mit einem umfassenden Maßnahmenpaket stärkt das Kultusministerium Profil, Qualität und Zukunftsfähigkeit der Schulart. Im Zentrum stünden die Stärkung von Basiskompetenzen, mehr individuelle Lernzeit, noch mehr Praxisnähe und eine konsequente Ausrichtung auf erfolgreiche Bildungs- und Berufswege, erläuterte Kultusministerin Anna Stolz bei der Vorstellung des Konzepts nach einer Tagung des Bayerischen Kabinetts.

Die Initiative des Kultusministeriums bündelt ein umfassendes Maßnahmenpaket unter den Leitbegriffen „Zeit – Zukunft – Ziele“. So sollen Mittelschulen künftig mehr pädagogische Flexibilität erhalten, um Basiskompetenzen gezielt zu stärken. Dazu gehört unter anderem die Ausweitung des jahrgangsübergreifenden Lernens („JAMI“). Dabei werden Schülerinnen und Schüler in den Jahrgangsstufen 5 und 6 gemeinsam unterrichtet und können diese Jahrgangsstufen bei Bedarf in drei Jahren durchlaufen – für mehr Zeit zum Lernen und nachhaltigen Bildungserfolg. „Kinder brauchen Zeit: zum Lernen, zum Wachsen und zur persönlichen Entwicklung“, so die Kultusministerin. Darüber hinaus wird ein integrierter M-Zug in den Jahrgangsstufen 7 bis 9 erprobt. Damit sollen zusätzliche Wege zum mittleren Schulabschluss eröffnet und zugleich Mittelschulstandorte gestärkt werden.

Zugleich erhalten Schulen unter anderem mehr Spielraum bei der Stundentafel, um gezielt auf unterschiedliche Lernbedarfe einzugehen und den Fokus auf den Erwerb von Basiskompetenzen zu richten. Leistungsstärkere Jugendliche profitieren von neuen Wegen zum mittleren Schulabschluss – und bleiben dabei im gewohnten Klassenverband.

Lebensnaher Unterricht

Projektarbeit wird künftig ab der 5. Jahrgangsstufe verbindlicher Bestandteil des Unterrichts und fließt stärker in die Bewertung ein. Auch Abschlussprüfungsformate werden moderner und lebensnäher gestaltet, etwa in den Verbundfächern Geschichte/Politik/Geografie sowie Natur und Technik. Zudem wird die Berufsorientierung weiter mit zusätzlichen Intensivpraktika, individueller Begleitung und enger Zusammenarbeit mit Eltern und Betrieben gestärkt. So lernen Jugendliche schon früh, Verantwortung zu übernehmen und ihre Stärken in der Praxis einzubringen.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der evidenzbasierten Schul- und Unterrichtsentwicklung. Programme wie das Lesekompetenztraining FiLBY und das Konzept QuaMath für einen qualitätvollen Mathematikunterricht werden an Mittelschulen ausgeweitet. Gleichzeitig sollen Lehrkräfte und Schulleitungen durch zusätzliche Fortbildungs- und Unterstützungsangebote gestärkt und in der Umsetzung von Teamarbeit gezielt unterstützt werden.

Chancengerechtigkeit

Grundlage der Initiative war ein umfassender Beteiligungsprozess mit den Schulleitungen aller Mittelschulen und weiteren Schulpraktikern aus ganz Bayern. Die Staatsregierung verfolgt damit das Ziel, die Mittelschule nachhaltig zu stärken und ihre zentrale Bedeutung für Chancengerechtigkeit, Persönlichkeitsbildung und Fachkräftesicherung sichtbar zu machen. Zuletzt besuchten rund 207.000 Schülerinnen und Schüler diese Schulart. Außerdem treten nach wie vor mehr als ein Viertel aller Schülerinnen und Schüler nach der Jahrgangsstufe 4 an die Mittelschule über.

Doris Kirchner

Doris Kirchner, Chefin vom Dienst

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