Heimatminister Füracker verlieh „Demografiepreis Bayern 2025“ für herausragende Projekte: Für ein Miteinander aller Generationen
von Doris Kirchner

Wie man gesellschaftliche Herausforderungen kreativ und solidarisch bewältigen kann, zeigen acht engagierte Projekte, die Finanz- und Heimatminister Albert Füracker in Nürnberg mit dem „Demografiepreis Bayern 2025“, dotiert mit insgesamt 16.000 Euro, auszeichnete. „Wo Menschen vor Ort mit Herz und Verstand zusammenarbeiten, entstehen echte Innovationen – und genau das haben unsere Preisträgerinnen und Preisträger in die Tat umgesetzt: Ihre Projekte schließen Lücken, schaffen Verbindungen und inspirieren andere Regionen, den demografischen Wandel aktiv zu gestalten. Ihr Einsatz ist beispielhaft, ihre Lösungen sind nachhaltig und übertragbar und ihr Erfolg damit insgesamt ist ein Gewinn für ganz Bayern“, machte Füracker deutlich.
Mit seinem Projekt „Junge Stimmen – Zukunft im Berchtesgadener Land gestalten“ stärkt der Doyobe e.V. aus dem Landkreis Berchtesgadener Land die junge Generation und ermöglicht ihr eine aktive Rolle in der Gestaltung ihres Lebensumfelds. In Workshops, Diskussionsrunden und kreativen Formaten setzen sich Jugendliche mit Themen wie Nachhaltigkeit, Demokratie, Inklusion, Medienkompetenz und Antirassismus auseinander. Inhalte werden dabei durch jugendnahe Ausdrucksformen wie Musik, Tanz, Poetry Slam oder Freestyle-Performances vermittelt. Die erarbeiteten Ideen und Ergebnisse werden anschließend im Rahmen eines jährlichen Jugendkongresses präsentiert.
Der Förderverein Bad Einweging e.V. engagiert sich ehrenamtlich für den Erhalt und Betrieb eines Freibads in Einweging, Landkreis Regen. Das aus einem ehemaligen Löschweiher entstandene Bad steht allen Generationen kostenfrei offen und dient als wichtiger sozialer Treffpunkt für die Region. Durch das gemeinschaftliche Engagement wird der Zusammenhalt vor Ort gestärkt und insbesondere jungen Menschen ein attraktiver Aufenthaltsort geboten. Gleichzeitig eröffnet das Freibad Möglichkeiten für sportliche Aktivitäten außerhalb klassischer Vereinsangebote.
Förderung des gesellschaftlichen Zusammenhalts
Seit dem Jahr 2002 versteht sich das Theaterlabor Nürnberg als Ort der Begegnung, Kreativität und kulturellen Teilhabe für Menschen unterschiedlicher Generationen und Hintergründe. Dort entwickeln Laien gemeinsam mit Profis Theaterstücke, Filme, Musik-, Tanz- und Literaturprojekte. Kostenfreie und barrierearme Angebote fördern Sprache, Selbstvertrauen und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Das Theaterlabor schafft Verbindungen zwischen Kulturen und Altersgruppen und ermöglicht einen niedrigschwelligen Zugang zu Kunst und Bildung.
Gemeinsam Zeit verbringen
Mit dem Projekt „#Zeit schenken“ engagieren sich Kinder und Jugendliche des DJK Kirchaich e.V. aus dem Landkreis Haßberge ehrenamtlich für Menschen in ihrer Gemeinde. Gemeinsam mit erfahrenen Trainern organisieren sie Angebote für unterschiedliche Altersgruppen, darunter Gymnastikstunden für Seniorinnen und Senioren oder Bewegungsangebote für Kindergartenkinder. Ziel ist es, Begegnungen zu schaffen und das Miteinander in der Gemeinde zu stärken.
Jede Woche organisiert die ILE-Kooperation Mittleres Ries in Schwaben einen gemeinsamen Mittagstisch für ältere Menschen in einem regionalen Gasthaus. Dabei steht nicht nur das Essen im Mittelpunkt, sondern vor allem der soziale Austausch und das gemeinsame Erlebnis. Ein ehrenamtlicher Fahr- und Begleitdienst unterstützt mobilitätseingeschränkte Personen, am Mittagstisch teilzunehmen. Zudem werden Menschen, die nicht mehr persönlich kommen können, weiterhin mit Mahlzeiten versorgt.
KI-gestützte Frauenförderung
Die BHS Corrugated Maschinen- und Anlagenbau GmbH aus dem Landkreis Neustadt an der Waldnaab hat ein Konzept entwickelt, das die Chancengleichheit und Karriereentwicklung von Frauen mithilfe Künstlicher Intelligenz fördern soll. Das eingesetzte Tool „Growspace“ analysiert Potenziale von Mitarbeiterinnen objektiv und begleitet sie datenbasiert auf ihrem beruflichen Weg. Dadurch werden Entwicklungsmöglichkeiten sichtbar gemacht, die bei subjektiven Bewertungen möglicherweise unentdeckt bleiben würden.
Familie und Beruf besser vereinbaren
Der BRK-Kreisverband Kronach schuf ein umfassendes Netzwerk, das mehr als 20 Unternehmen und rund 12.000 Beschäftigte bei den Herausforderungen moderner Arbeits- und Lebensbedingungen unterstützt. Mitarbeiter erhalten eine persönliche Anlaufstelle für Fragen rund um die Betreuung von Angehörigen. Angebote wie Hausnotruf, Kinderbetreuung, Seniorenbetreuung, Tagespflege, ambulante Pflege oder Essen auf Rädern tragen dazu bei, Familie und Beruf besser miteinander zu vereinbaren.
Mit dem erstmals verliehenen Sonderpreis „Engagement 60+“ wurde das Curatorium Altern gestalten aus dem Landkreis Nürnberger Land bedacht. Das kostenfreie neunmonatige Bildungs- und Aktionsprogramm richtet sich an Menschen ab etwa 60 Jahren und unterstützt sie dabei, ihre nachberufliche Lebensphase aktiv und zukunftsorientiert zu gestalten. Workshops, Coachings, Praxismodule und digitale Angebote fördern Austausch, persönliche Weiterentwicklung und gesellschaftliche Teilhabe. Das Programm richtet sich gezielt an Menschen in einer Phase der Neuorientierung und ermutigt sie, neue Perspektiven und eigene Ideen zu entwickeln.