Vom Konzept zur Umsetzung: DAV startet Moorwiedervernässung im Brucker Moos
von Constanze von Hassel

Mit Spaten, Schaufeln und viel Engagement haben rund 100 Freiwillige Mitte Juni im Brucker Moos bei Aßling den Startschuss für die Wiedervernässung einer ehemaligen Moorfläche gegeben. Beim „Moor-Mitmachtag“ legten sie gemeinsam mit Fachleuten eine Versickerungsmulde an, die künftig Wasser gezielt in die Fläche zurückführen und so die Renaturierung des Moores unterstützen soll. Das Pilotprojekt wird von der Aktion Zukunft+, der CO2-regio UG und dem Deutschen Alpenverein (DAV) getragen.
Moore gelten als bedeutende natürliche Kohlenstoffspeicher. Sind sie intakt und ausreichend nass, binden sie große Mengen CO₂. In Bayern wurden jedoch rund 95 Prozent der Moorflächen in der Vergangenheit entwässert und setzen heute erhebliche Mengen an Treibhausgasen frei. Die Wiedervernässung soll diesen Prozess umkehren und gleichzeitig positive Effekte für Biodiversität und Wasserhaushalt entfalten.
Für Kommunen besitzt das Projekt besondere Relevanz. Es zeigt exemplarisch, wie regionaler Klimaschutz in Kooperation von Landkreisen, Unternehmen, Verbänden, Landwirtschaft und Bürgerschaft praktisch umgesetzt werden kann. Neben der CO₂-Speicherung tragen wiedervernässte Moore auch zur Klimaanpassung bei, indem sie Niederschlagswasser zurückhalten und Hochwasserspitzen abmildern können.
Die Bayerische GemeindeZeitung hatte bereits in Ausgabe 18/2025 in einem Gastbeitrag von Dr. Jochen Cantner, Deutscher Alpenverein, über das Projekt berichtet. Damals stellte der DAV das Brucker Moos als Pilotvorhaben für einen regionalen und naturnahen CO₂-Ausgleich vor und skizzierte das Potenzial für Kooperationen mit Kommunen. Der Mitmachtag markiert nun den Übergang von der Projektplanung zur konkreten Umsetzung vor Ort.
Der DAV verfolgt mit dem Projekt das Ziel, verbleibende Restemissionen künftig durch regionale, naturbasierte Maßnahmen auszugleichen und dabei Verantwortung für den Klimaschutz in der eigenen Region zu übernehmen. Das Brucker Moos könnte damit zu einem Modell für weitere kommunale und interkommunale Klimaschutzprojekte in Bayern werden.