Spürbare Zuwächse bei Photovoltaik und Windkraft

GZ Ausgabe GZ-11-2026 vom 28. Mai 2026 | Energie
von Doris Kirchner
Portrait
Hubert Aiwanger. Bild: StMWi/R.Dier

Aiwanger-Bericht zum Ausbau der Erneuerbaren - Bayerns Wirtschafts- und Energieminister Hubert Aiwanger hat dem Ministerrat einen aktuellen Überblick über den Ausbau der erneuerbaren Energien sowie den Stand von Flächenausweisungen, Planungen und Genehmigungen im Bereich Windenergie gegeben. Der Bericht zeigt sowohl die bisherigen Fortschritte als auch die weiteren Ziele zur Beschleunigung der Energiewende im Freistaat auf.

Nach Aiwangers Angaben hat sich der Ausbau der erneuerbaren Energien in Bayern im Jahr 2025 deutlich beschleunigt. Vor allem bei Photovoltaik und Windkraft seien spürbare Zuwächse erreicht worden. Insgesamt erhöhte sich die installierte Leistung erneuerbarer Anlagen gegenüber dem Vorjahr um 14 Prozent auf rund 38,9 Gigawatt. Besonders stark fiel erneut der Ausbau der Photovoltaik aus: Hier kamen netto 4.675 Megawatt hinzu, was einem Anstieg von 15 Prozent entspricht.

Windkraft: Stand der Genehmigungen

Auch bei der Windenergie zeigen sich inzwischen die Auswirkungen der vor drei Jahren gelockerten 10H-Regelung. Im Jahr 2025 wurden in Bayern 198 Windkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von 1,27 Gigawatt genehmigt. Im Vergleich dazu waren es im Vorjahr lediglich 93 Anlagen mit zusammen 588 Megawatt. Damit liegen derzeit Genehmigungen für mehr als 300 Windräder vor, die sich jedoch noch nicht im Bau befinden. Gleichzeitig konnte die durchschnittliche Dauer der Genehmigungsverfahren von zehn auf acht Monate reduziert werden.

Die positive Entwicklung setzt sich auch bei den laufenden Verfahren fort. Ende 2025 befanden sich bereits 743 Windenergieanlagen mit einer Gesamtleistung von 4,7 Gigawatt im Genehmigungsprozess – mehr als dreimal so viele wie im Jahr zuvor. Parallel dazu wurden zusätzliche Flächen für die Windkraft bereitgestellt. Bis Ende 2025 waren auf regionalplanerischer Ebene insgesamt 51.462 Hektar ausgewiesen, was einem Zuwachs von mehr als 12.000 Hektar innerhalb eines Jahres entspricht. Ende April 2026 lagen in den 18 Planungsregionen bereits rund 90.751 Hektar an ausgewiesenen oder beschlossenen Vorranggebieten vor. Das entspricht etwa 1,3 Prozent der gesamten Landesfläche Bayerns.

Voraussetungen stimmen

Aiwanger zufolge liegt Bayern bei der Ausweisung geeigneter Flächen im Zeitplan und sieht dem Zieljahr 2027 optimistisch entgegen. Die Voraussetzungen für einen schnelleren Ausbau der Windenergie seien geschaffen worden. Grundlage hierfür ist das Windenergieflächenbedarfsgesetz des Bundes, das vorsieht, bis Ende 2027 insgesamt 1,1 Prozent und bis Ende 2032 1,8 Prozent der Landesfläche für Windenergie bereitzustellen.

Gleichzeitig fordert der Freistaat zusätzliche Maßnahmen des Bundes, um den Windkraftausbau insbesondere in Süddeutschland weiter zu stärken. Dazu zählen unter anderem die Beibehaltung der aktuellen Flächenziele, um Investitions- und Planungssicherheit zu gewährleisten, sowie Anpassungen beim sogenannten Referenzertragsmodell. Dieses Modell soll finanzielle Nachteile windschwächerer Standorte, vor allem im Süden Deutschlands, gegenüber windstärkeren Regionen im Norden ausgleichen. Anlagen an weniger windreichen Standorten erhalten dabei höhere Vergütungen. Zudem spricht sich Bayern für ein höheres Ausschreibungsvolumen und ein eigenes Ausschreibungssegment für Süddeutschland aus, um den besonderen regionalen Bedingungen besser Rechnung zu tragen.

Doris Kirchner

Doris Kirchner, Chefin vom Dienst

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