125 Jahre Wilhelm Mayer Nutzfahrzeuge: Tradition im Herzen, Innovation im Kopf
von Constanze von Hassel

125 Jahre Unternehmensgeschichte, zahlreiche technische und wirtschaftliche Umbrüche und immer wieder die Fähigkeit, sich an veränderte Rahmenbedingungen anzupassen: Die Wilhelm Mayer GmbH & Co. KG feierte das besondere Firmenjubiläum mit Kunden, Partnern und Mitarbeitern und blickte dabei nicht nur zurück, sondern vor allem nach vorn. Begleitend erschien eine reich bebilderte Chronik, die die ereignisreiche Geschichte von Wilhelm Mayer Nutzfahrzeuge nachzeichnet und zugleich zeigt, wie eng Tradition, Innovationskraft und Zukunftsorientierung miteinander verbunden sind.
„Eigentlich feiert man nicht die Gründung eines Unternehmens, sondern dass es nach 125 Jahren noch da ist“, brachte Geschäftsführer Tim Oßwald die besondere Bedeutung des Jubiläums auf den Punkt. Denn der Weg des Neu-Ulmer Familienunternehmens war geprägt von Wandel: vom Maschinenbauer und Erfinderbetrieb über den Landmaschinen-Großhandel bis hin zum heutigen Spezialisten für Nutzfahrzeuge und maßgeschneiderte Mobilitätslösungen.
Die Wurzeln reichen bis ins Jahr 1901 zurück. Firmengründer Wilhelm Mayer war Tüftler und Erfinder. Sein „Stahlpferd“, eine Universal-Mäh-, Zug- und Antriebsmaschine, verfolgte bereits Ende der 1920er-Jahre den Gedanken universeller Einsatzmöglichkeiten; eine Idee, die später im Unimog ihre konsequente Fortsetzung fand.
„Es gibt Dinge, die sich durchziehen“, sagte Oßwald. „Nah am Kunden zu sein, mehr zu liefern als nur ein Produkt und immer eine Lösung zu entwickeln, die zum jeweiligen Bedarf passt.“ Dieser Ansatz spiegelt sich auch im Unternehmensslogan „Nutzen nach Maß“ wider.
Prof. Gerhard Mayer, der das Unternehmen mehr als vier Jahrzehnte führte, sieht darin die Konstante über alle Generationen hinweg. Während sein Großvater individuelle Maschinen entwickelte und sein Vater in der Zeit des Wirtschaftswunders große Stückzahlen standardisierter Produkte vermarktete, gehe es heute darum, Standardprodukte intelligent zu individualisieren und daraus maßgeschneiderte Problemlösungen zu entwickeln. „Wir verkaufen Problemlösungen und nicht nur Fahrzeuge“, betonte Mayer.
Ein aktuelles Beispiel dafür steht direkt vor der Tür des Unternehmens: ein neuer Unimog für die Stadt Neu-Ulm, der pünktlich zum Jubiläum ausgeliefert wurde. Das Fahrzeug kombiniert Kanalreinigung und Winterdienst in einem System und wurde speziell für schwer zugängliche Kanalanlagen entwickelt. Dank Wechselaufbau und Geländegängigkeit kann es ganzjährig eingesetzt werden, eine Lösung, die in dieser Form bislang einzigartig ist.
Für Neu-Ulms Oberbürgermeisterin Katrin Albsteiger ist Wilhelm Mayer Nutzfahrzeuge weit mehr als ein erfolgreicher Arbeitgeber. „125 Jahre wird man nicht einfach so. Das gelingt nur, wenn man bereit ist, den Wandel der Gesellschaft und der Wirtschaft mitzugestalten“, sagte sie bei der Jubiläumsfeier. Das Unternehmen stehe für Innovationskraft, Verlässlichkeit und Mut zur Veränderung.
Besonders würdigte die Oberbürgermeisterin die Verbundenheit der Unternehmerfamilie mit dem Standort. Die Familie Mayer engagiere sich weit über wirtschaftliche Interessen hinaus für kulturelle und soziale Projekte in Neu-Ulm und übernehme Verantwortung für die Stadtgesellschaft. „Das macht nicht jedes Unternehmen“, so Albsteiger. „Sie denken über die Grenzen des eigenen Unternehmens hinaus.“
Trotz aller aktuellen wirtschaftlichen Herausforderungen blickt die Unternehmensführung optimistisch nach vorn. Historie sei wichtig, sagte Prof. Mayer, weil sie Orientierung gebe. Entscheidend sei jedoch die Zukunft. Das Jubiläumsbuch solle deshalb vor allem eines zeigen: „Wir sind für die Zukunft gut aufgestellt.“
Das Buch ist im Verlag Klemm+Oelschläger erschienen und kann für 14,80 Euro bezogen werden: https://www.klemm-oelschlaeger.de/epages/79140548.sf/de_DE/?ObjectPath=/Shops/79140548/Products/978-3-86281-196-0
Lesen Sie hier ein Interview mit Katrin Albsteiger, Oberbürgermeisterin der Stadt Neu-Ulm.