Bauwirtschaft unter Druck: Infrastruktur braucht Sondertempo
von Redaktion

BIV fordert schnellere Verfahren und verlässliche Rohstoffversorgung - Mit Blick auf Hochbau, Infrastruktur und Rohstoffversorgung forderte der Verband auf seiner Mitgliederversammlung mehr Tempo bei Planung, Genehmigung und Umsetzung.
Rund 110 Mitglieder und Gäste folgten der Einladung zur Jahreshauptversammlung des Bayerischen Industrieverbandes Baustoffe, Steine und Erden e. V. (BIV) nach München. Im Mittelpunkt der Mitgliederversammlung standen die wirtschaftliche Lage der Bauwirtschaft, die Entwicklung im Wohnungs- und Straßenbau sowie die Frage, wie Finanzierungszusagen schneller und verlässlicher in konkrete Bauprojekte umgesetzt werden können.
Die Bauwirtschaft stehe weiterhin unter erheblichem Druck. Zwar waren für die Jahre 2026 und 2027 wieder Wachstumsimpulse erwartet worden, doch die Zuversicht hatte zuletzt spürbar nachgelassen. Besonders der Hochbau leide seit Jahren unter rückläufiger Entwicklung. Gleichzeitig zeige sich im Straßenbau trotz vorhandener Finanzierungsinstrumente ein erheblicher Investitions- und Umsetzungsstau.
„Was nützen Scheine ohne Steine? Investitionen wirken nur, wenn Planung, Genehmigung und Rohstoffversorgung Schritt halten“, betonte BIV-Präsident Georg Fetzer in seinem Bericht vor den Mitgliedern.
Genehmigungen allein schufen noch keine Wohnungen
Im Wohnungsbau führen steigende Genehmigungszahlen bislang nicht zu mehr Aufträgen im Hochbau. Wegen der schwachen vergangenen Jahre dürfte die Zahl fertiggestellter Wohnungen auch künftig deutlich hinter dem politischen Ziel von jährlich 320.000 bis 400.000 Wohnungen zurückbleiben. Dabei stärken Bauinvestitionen die heimische Wirtschaft, entlasten den Mietmarkt und schaffen soziale Sicherheit.
Mittel müssen auf der Baustelle ankommen
Der Straßenbau bleibt nach Jahren der Vernachlässigung eine zentrale Herausforderung. Zwar stündem erhebliche Mittel für Infrastruktur bereit, doch entscheidend sei, dass diese tatsächlich zusätzlich investiert würden. Nur so können Straßen, Brücken und Verkehrswege modernisiert und der Standort gestärkt werden.
Finanzierungszusagen allein reichen nicht aus. Sie müssen in konkrete, genehmigte Bauprojekte münden. Dafür brauche es verlässliche Mittel, schnellere Planungs- und Genehmigungsverfahren sowie eine gesicherte regionale Versorgung mit Roh- und Baustoffen.
Frauennetzwerk „She rocks“
Ein besonderes Zeichen setzt der BIV mit der Vorstellung des neuen Frauennetzwerks „She rocks“. Es soll Frauen aller Positionen und Karrierestufen in der Roh- und Baustoffbranche in Bayern vernetzen, stärken und sichtbarer machen. Damit bietet der Verband eine strukturelle Basis für den Austausch und greift eine Entwicklung auf, die in vielen Unternehmen längst Realität ist: Die Branche wird vielfältiger und zeigt das künftig auch nach außen.