Folge 17: Tüßlings Bürgermeisterin Stephanie Gräfin Bruges-von Pfuel über nachhaltige Entscheidungen in Zeiten knapper Kassen und Vertrauen in die Menschen vor Ort Was Politik vom Wald lernen kann
von Michael von Hassel
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Stephanie Gräfin Bruges-von Pfuel kennt Verantwortung in vielen Formen: als Unternehmerin, Forstwirtin, Schloss- und Waldbesitzerin und erneut als Bürgermeisterin des Marktes Tüßling. Im GZ-Podcast „Das GUTE Beispiel“ spricht sie mit Michael von Hassel über knappe kommunale Kassen, notwendige Investitionen und die Frage, was Politik vom Wald lernen kann.
Nach ihrer ersten Amtszeit von 2014 bis 2020 hatte sie die Kommunalpolitik eigentlich hinter sich gelassen. Doch nach mehreren Wechseln an der Spitze der Marktgemeinde entschied sie sich zur Rückkehr. Tüßling brauche Erfahrung, Stabilität und klare Entscheidungen, sagt sie. Die Aufgaben sind groß: Kindergartenneubau, Wasserversorgung, Abwasserentsorgung und Krisenvorsorge bei schrumpfenden finanziellen Spielräumen.
Nicht jeder Wunsch lasse sich erfüllen. Umso wichtiger seien nachvollziehbare Prioritäten und ehrliche Kommunikation. Kritisch sieht Bruges-von Pfuel die wachsende Bürokratie und immer neue Vorgaben von Bund, Land und EU. Sie wirbt für mehr Subsidiarität und mehr Vertrauen in die Menschen vor Ort. Dass eine Gemeinde dennoch viel bewegen kann, zeigt für sie das Ehrenamt. Feuerwehr, Vereine und engagierte Bürgerinnen und Bürger halten Tüßling zusammen.
Geprägt ist ihr politisches Denken auch durch den Wald: Dort wirken Entscheidungen oft erst Jahrzehnte später. Nachhaltigkeit heißt für sie deshalb, heute Verantwortung für morgen zu übernehmen. Ihr Leitsatz: „Ich bin ein Zukunfts- und kein Vergangenheitsmensch. Ich schaue immer auf morgen.“