Zu Gast bei: Christoph Schmid, Erster Bürgermeister der Marktgemeinde Holzkirchen
von Constanze von Hassel

Welche Kommune vertreten Sie und wie viele Einwohner zählt sie?
Ich vertrete die Marktgemeinde Holzkirchen mit 17.000 Einwohnern.
Was macht Ihre Heimatkommune besonders lebenswert und was sollten Besucher dort unbedingt gesehen haben?
Holzkirchen glänzt durch eine perfekte Infrastruktur und der Nähe zu den oberbayerischen Seen und der Landeshauptstadt.
Seit wann sind Sie im Amt?
Ich bin seit 01. Mai 2020 hauptberuflich im Amt und wurde bei der Kommunalwahl 2026 wiedergewählt.
Welchen Beruf übten Sie vor Amtsantritt aus?
Ich war zuletzt als Firmenkundenberater insbesondere für das gewerbliche Immobiliengeschäft bei einem lokalen Kreditinstitut tätig.
Was hat Sie persönlich motiviert in die Kommunalpolitik zu gehen?
Seit meiner frühesten Jugend war ich ehrenamtlich tätig und es war und ist mir immer wichtig für die Belange der Region einzustehen.
Wie haben Sie sich auf Ihr Amt vorbereitet?
Vor meiner Wahl zum 1. Bürgermeister war ich bereits neun Jahre Marktgemeinderat und fünf Jahre Fraktionssprecher. Dazu habe ich einige Seminare besucht.
Welche Herausforderungen standen zu Beginn Ihrer Amtszeit im Vordergrund?
Die Coronapandemie stellte uns alle vor Herausforderungen die noch nie da waren. Insofern hatte ich keine Möglichkeit mir bei erfahreneren Kollegen etwas abzuschauen. Als Sachaufwandsträger für zwei Grund- und eine Mittelschule und Aufsichtsratsvorsitzender einer Kultureinrichtung war dies schon sehr herausfordernd.
Auf welches Projekt oder welche Entscheidung Ihrer Amtszeit sind Sie besonders stolz?
Es ist uns gelungen die gemeindliche Infrastruktur in wesentlichen Punkten, neuer gemeindlicher Bauhof, Schulhausbau und Kita-Platz-Garantie, für die nächsten Jahrzehnte fit zu machen. Bei den Bürgerinnen und Bürgern kam jedoch unser neuer Ortsbus, unser HOki als On-Demand-Verkehr, sehr gut an.
Welche Themen beschäftigen Sie aktuell?
Als Aufsichtsratsvorsitzender der Gemeindewerke erfordert das Thema Energieerzeugung und -verteilung ein besonderes Augenmerk, da wir über ein eigenes Geothermiekraftwerk verfügen.
Mit welchen Themen möchten oder müssen Sie sich künftig auseinandersetzen?
Unser Hallenschwimmbad bedarf der Sanierung oder gar eines Neubaus. Dies kann mittlerweile eine Kommune unserer Größe kaum noch alleine stemmen.
Wie beziehen Sie Verwaltung, Gemeinderat und Bürgerschaft in Ihre Arbeit und Entscheidungsprozesse ein?
Mit der Verwaltung arbeite ich täglich sehr eng zusammen. Ich verfüge über viele sehr kompetente Fachleute, die mit großem Engagement arbeiten. Die Zusammenarbeit im Marktgemeinderat war in der letzten Wahlperiode sehr gut und sachlich. Da die Veränderungen im Gremium (7 von 24 Mitgliedern wurden neu gewählt) insgesamt überschaubar waren wünsche ich mir, dass dies so bleiben wird.
Welchen Einfluss wird die Digitalisierung auf die künftige Kommunalpolitik haben?
Die Digitalisierung wird auf die Arbeit der Verwaltung einen sehr hohen Einfluss haben. Wir müssen uns intensiv mit Prozessbeschreibungen beschäftigen um Arbeitsabläufe so zu gestalten, dass diese in deutlich höherem Maße standardisierbar werden. Für kommunalpolitisch Tätige gilt, dass diese sich in ihrer Arbeitsweise ebenfalls umstellen müssen.
Welchen Rat geben Sie jungen Kolleginnen und Kollegen?
Einen kühlen Kopf bewahren. Es lohnt sich schwierige Sachverhalte zu überdenken und intensiv zu diskutieren. Gute Lösungen fallen nicht vom Himmel!