Zu Gast bei: Christian Demmler, Erster Bürgermeister von Markt Wald

GZ Ausgabe GZ-8-2026 vom 16. April 2026 | GZ zu Gast bei...
von Constanze von Hassel
Portrait

Welche Kommune vertreten Sie und wie viele Einwohner zählt sie?
Ich vertrete die Marktgemeinde Markt Wald im Landkreis Unterallgäu mit ca. 2.300 Einwohnern.

Seit wann sind Sie im Amt (und sind Sie haupt- oder ehrenamtlich tätig)?
Seit Januar 2024 bin ich hauptamtlicher Erster Bürgermeister.

Welchen Beruf übten Sie vor Amtsantritt aus?
Vor meinem Amtsantritt war ich Geschäftsführer einer mittelständischen Nutzfahrzeugvertretung.

Was hat Sie persönlich motiviert in die Kommunalpolitik zu gehen?
Dafür gibt es mehrere Gründe, zum einen kann man die konkreten Probleme vor Ort lösen und damit auch sichtbare Veränderungen anstoßen. Auch der unmittelbare Austausch mit den Bürgerinnen und Bürgern mit kurzen Wegen und schnellen Rückmeldungen ist ein weiterer Punkt. Kommunalpolitik ist der Ort, an dem Entscheidungen das direkte Umfeld formen. Die getroffenen Entscheidungen und Maßnahmen werden zügig umgesetzt und sind so schneller für alle wahrnehmbar.

Wie haben Sie sich auf Ihr Amt vorbereitet?
Seit 2014 engagiere ich mich im Gemeinderat und durfte bereits als 3. sowie 2. Bürgermeister Verantwortung übernehmen. Dadurch habe ich mich auf meine Aufgaben gezielt vorbereiten können, sowie durch das Studium von Haushalts- und Sitzungsunterlagen, Gespräche mit der Verwaltung und den Bürgerinnen und Bürgern. Fortbildungen haben mir geholfen, Entscheidungen fundiert und transparent zu treffen. Wichtig war mir von Anfang an: zuhören, priorisieren, verlässlich umsetzen.

Welche Herausforderungen standen zu Beginn Ihrer Amtszeit im Vordergrund?
Der Neubau des Feuerwehrhauses in dem drei Gemeindefeuerwehren ihr neues Zuhause finden. Auch musste eine Kindergartengruppe ausgelagert werden und dafür eine Containerlösung umgesetzt werden. Die finanziellen Herausforderungen treffen alle Kommunen derzeit und hier ist ein vorausschauender Umgang mit den vorhandenen Mitteln notwendig, ohne aber unerlässliche Investitionen zu vernachlässigen.

Auf welches Projekt oder welche Entscheidung Ihrer Amtszeit sind Sie besonders stolz?
Der Neubau des Feuerwehrhauses und die damit verbundene Zusammenlegung von drei gemeindlichen Feuerwehren. Ebenso, dass wir im Bereich der Abwasserbeseitigung unsere Kläranlage erweitern und modernisieren werden und künftig auch das Abwasser der Nachbargemeinde in Form einer interkommunalen Zusammenarbeit klären werden.

Welche Themen beschäftigen Sie aktuell?
Die Fertigstellung des Feuerwehrhauses, der Anbau am Kindergarten, die Teilsanierung der Grundschule und die Erweiterung und Modernisierung der Kläranlage stehen derzeit ganz oben auf der Agenda. Es sind ist noch eine Menge an weiteren Aufgaben vorhanden, welche zu bewältigen sind.

Mit welchen Themen möchten oder müssen Sie sich künftig auseinandersetzen?
Viele habe ich bereits genannt. Es sind aber auch noch die kommunale Wärmeplanung und viele kleine Projekte anzugehen und umzusetzen. Die finanzielle Ausstattung der Gemeinden stellt in den nächsten Jahren auch eine große Herausforderung, nicht nur für unseren Ort, dar.

Wie beziehen Sie Verwaltung, Gemeinderat und Bürgerschaft in Ihre Arbeit und Entscheidungsprozesse ein?
Kommunikation ist hier an erster Stelle zu nennen. Viele Gespräche führen, informieren und Rückmeldungen kanalisieren, sowohl mit der Bürgerschaft als auch mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und natürlich auch mit den Gemeinderatsmitgliedern.

Welchen Einfluss wird die Digitalisierung auf die künftige Kommunalpolitik haben?
Die Digitalisierung verändert Kommunalpolitik in nahezu allen Handlungsfeldern – von Verwaltung und Beteiligung über Infrastruktur bis hin zu den Finanzen. Sie wird Kommunalpolitik datengetriebener, serviceorientierter, vernetzter, aber auch komplexer und abhängiger von digitaler Kompetenz und Sicherheit machen. Die Digitalisierung bietet enormes Potenzial für eine Verbesserung der Strukturen und der Arbeitsweisen, man muss aber auch die Daten- und Sicherheitsgrundlagen stets überwachen und dennoch die Menschen konsequent in den Mittelpunkt der Entscheidungen stellen.

Welchen Rat geben Sie jungen Kolleginnen und Kollegen?
Der Fokus soll auf Wirkung statt Aktionismus gerichtet sein, ein starkes Team aufbauen, offen kommunizieren und eine gute Zeiteinteilung. Digitalkompetenz, Finanzdisziplin und Bürgernähe sind zentrale Bedingungen. Und vor allem nicht vor unpopulären Entscheidungen zurückschrecken, wenn man von der Richtigkeit und Notwendigkeit überzeugt ist.

Constanze von Hassel

Constanze von Hassel, Chefredakteurin

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