Zusammenarbeit als Chance in der Krise

GZ Ausgabe GZ-10-2026 vom 14. Mai 2026 | Aus den Kommunen
von Redaktion
Gruppenfoto
V.l.: Sebastian Gruber, Landrat von Freyung-Grafenau, Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich, Referentin Daniela Dihsmaier, Jaroslava Pongratz, Netzwerkmanagerin Bayern-Böhmen, Johannes Gastinger, Wirtschaftsförderer LK Freyung-Grafenau, Kaspar Sammer, Geschäftsführer EUREGIO Bayerischer Wald – Böhmerwald – Unterer Inn und Geschäftsführer Europaregion Donau-Moldau Niederbayern sowie Stefan Block, stv. Referatsleiter beim Bayerischen Wirtschaftsministerium. Foto: Stefan Behringer

Bayerisch-Tschechisches Wirtschaftsfrühstück in Freyung - Wie grenzüberschreitende Zusammenarbeit gerade in wirtschaftlich unsicheren Zeiten zum Stabilitätsfaktor werden kann, stand im Mittelpunkt des bayerisch-tschechischen Wirtschaftsfrühstücks der Europaregion Donau-Moldau in Freyung. Gemeinsam mit dem Landkreis Freyung-Grafenau hatte die Europaregion in die GeYerei eingeladen. Mehr als 100 Unternehmer aus Bayern und Tschechien nutzten die Veranstaltung zum Austausch und Netzwerken.

Zum Auftakt begrüßten Johannes Gastinger, Wirtschaftsreferent des Landkreises, und Jaroslava Pongratz, Netzwerkmanagerin Bayern-Böhmen, die Teilnehmer. Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich hob die besondere Bedeutung der Grenzregion hervor. Es gelte, die „Chancen des Grenzraumes“ konsequent zu nutzen, um der Region eine stabile Zukunft zu ermöglichen. Zugleich erinnerte er an die gemeinsame Geschichte beider Seiten des Böhmerwaldes.

Landrat Sebastian Gruber bezeichnete Netzwerktreffen wie das Wirtschaftsfrühstück als den „Maschinenraum“ der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit. Dass die Veranstaltung bereits zum vierten Mal stattfinde und erneut großen Zuspruch erfahre, zeige den hohen Bedarf an persönlichem Austausch. Gleichzeitig verwies Gruber auf Förderprogramme und Unterstützungsangebote, die Unternehmen die Zusammenarbeit über die Grenze hinweg erleichtern sollen.

Auch Stefan Block, stellvertretender Referatsleiter für Europa und Messewesen im Bayerischen Wirtschaftsministerium, warb für eine stärkere europäische Vernetzung. Zwar seien die USA und China bedeutende Handelspartner, insgesamt sei Europa für Bayern wirtschaftlich jedoch wichtiger als der Rest der Welt zusammen. „Tendenz steigend, weil sich immer mehr Unternehmen Alternativen zu den USA suchen“, betonte Block.

Im Mittelpunkt des Vormittags stand der Keynote-Vortrag von Daniela Dihsmaier zum Thema „Navigieren in Unsicherheit: Führung zwischen Verantwortung und Ungewissheit“. Die systemische Mentalcoachin verglich die aktuelle wirtschaftliche Lage mit einer schnellen Bergabfahrt im Rennradsport: Wer nur Risiken sehe und ständig bremse, verliere die notwendige Dynamik. Entscheidend sei vielmehr, Unsicherheiten anzunehmen und flexibel auf Hindernisse zu reagieren. Als zentrale Prinzipien nannte sie Selbstführung, Klarheit im Umgang mit Mitarbeitern und die Bereitschaft, neue Wege auszuprobieren. „Daten zeigen uns nur die Vergangenheit, Führung heißt aber, nach vorne zu schauen“, sagte Dihsmaier. Gerade im Grenzraum könne die bayerisch-tschechische Zusammenarbeit mit kurzen Wegen und gewachsenem Vertrauen ein wichtiger Stabilitätsanker für Unternehmen sein.

Bereits jetzt richtet sich der Blick auf die nächste große Veranstaltung: Am 13. Oktober 2026 findet in den Stadthallen Deggendorf der 7. Bayerisch-Tschechische Unternehmertag statt. „Es gibt jedes Jahr neue interessierte Teilnehmer, aber auch viele Stammgäste, die unsere Veranstaltungen regelmäßig besuchen und sie zum grenzüberschreitenden Netzwerken nutzen. Genauso soll es sein“, freute sich Jaroslava Pongratz über das gelungene Wirtschaftsfrühstück.

Redaktion

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