Verleihung in Kempten: „Bayerischer Eine Welt-Preis 2026“

GZ Ausgabe GZ-8-2026 vom 16. April 2026 | Aus den Kommunen
von Redaktion
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Bild: Berit Schurse

An vielen Orten in Bayern setzen sich Menschen auf vielfältige Weise für globale Gerechtigkeit, Menschenrechte, Solidarität, Frieden und weltweite Bewahrung der Natur ein. Dieses bürgerschaftliche Engagement zu stärken und in das Bewusstsein der Öffentlichkeit zu tragen, ist das Ziel des Bayerischen Eine Welt-Preises, der in Kempten zum achten Mal vom Freistaat Bayern gemeinsam mit dem Eine Welt Netzwerk Bayern e.V. verliehen wurde. Die Auszeichnung erfolgte durch den Staatsminister für Europaangelegenheiten und Internationales, Eric Beißwenger, zugleich zentraler Ansprechpartner der Bayerischen Staatsregierung für die Eine Welt-Gruppen in Bayern.

1. Preis für Schulinitiative

Mit dem 1. Preis, dotiert mit 3.000 Euro, wurde der Arbeitskreis Fair Trade des Camerloher-Gymnasiums Freising bedacht. Dieser engagiert sich in der Domstadt seit über 15 Jahren für den fairen Handel und ist seit 13 Jahren Fairtrade-School. Rund 15 Schülerinnen und Schüler organisieren jedes Jahr kreative Aktionen für die Schulfamilie – von Back- und Kochaktionen über Vorträge bis zu Modenschauen oder einem Run for Help. Ihr Einsatz gegen ausbeuterische Kinderarbeit sowie für Frauen-Empowerment und faire Löhne ist ungebrochen. Mit diesem langjährigen und vielfältigen Engagement konnten sie überzeugen.

Platz zwei für Initiativen

Den 2. Platz belegten der Weltladen Alzenau e.V. sowie der Arbeitskreis Eine Welt Laufen e.V. (Preisgeld: je 1.500 Euro). Ersterer, der 2023 seinen zehnten Geburtstag feierte, hatte sich mit seinem Projekt „Tag der offenen Gesellschaft“ um den Eine-Welt-Preis beworben. Seit 2024 lädt der Weltladen als Impulsgeber gemeinsam mit zahlreichen ehrenamtlichen Vereinen und kirchlichen Gruppierungen die Zivilgesellschaft zu einem offenen Frühstück und zur Begegnung auf den Marktplatz ein. Ziel des „Tags der offenen Gesellschaft“ ist es, Menschen zusammenzubringen, die sonst kaum miteinander in Kontakt kommen würden.

Im Weltladen Laufen an der Salzach, dem „Fachgeschäft des Fairen Handels“ gestalten ca. 100 Vereinsmitglieder, davon über 60 im aktiven Geschehen engagiert, die Arbeit im Bereich ‚Eine Welt‘ nicht nur attraktiv, sondern auch sehr erfolgreich. Die Vielfalt der Aktionen und die Vielzahl der unterstützten Projekte und Organisationen im „globalen Süden“ bewogen die Jury dazu, dem Weltladen Laufen den Preis zuzuerkennen.

Sonderpreis: Aschaffenburg

Mit dem Sonderpreis für Kommunen wurden die Städte Aschaffenburg und Gersthofen (je 500 Euro) ausgezeichnet. Seit 2015 ist Aschaffenburg Fairtrade Stadt und erfüllt seither kontinuierlich alle Kriterien sowie Vorgaben. Maßgeblich verantwortlich für die Kontinuität ist die Steuerungsgruppe, die seit ihrer Gründung im Jahr 2014 zahlreiche Projekte initiiert und umgesetzt hat, beispielsweise die jährliche Faire Woche, die Aktion „Fairschenken“ zur Weihnachtszeit oder den Einkaufsratgeber „Fair Bio Regional“. Zudem ist die Stadt in der länderübergreifenden fairen Metropolregion Rhein.Main.Fair aktiv.

In Aschaffenburg gibt es mittlerweile sieben Fairtrade-Schulen. Um das Engagement dieser Schulen zu würdigen und weitere Schulen zu gewinnen, fand Ende Oktober 2025 in Kooperation mit dem Weltladen der „1. Aschaffenburger Fairtrade-Tag für Schulen“ statt, bei dem über 130 Teilnehmer aus 14 Schulen an sechs Workshops und Austauschrunden teilnahmen.

Aschaffenburg und die kolumbianische Stadt Villavicencio verbindet seit vielen Jahren eine Städtesolidarität. Im Jahr 2022 kam eine Kommunale Entwicklungspartnerschaft mit der Kommune Bo in Sierra Leone hinzu. Seit 2023 ist Aschaffenburg über eine Entwicklungspartnerschaft mit der Stadt Constantine in Algerien verbunden. Positiv hervorgehoben wurden weitere Projekte wie das Smart Data Dashboard zu den 17 Nachhaltigkeitszielen (SDGs) sowie Konzepte zur nachhaltigen Beschaffung.

Sonderpreis: Gersthofen

Die Stadt Gersthofen erhielt den Preis für ihr langjähriges internationales Engagement – insbesondere die seit mehr als einem Jahrzehnt bestehende Klimapartnerschaft mit Baringo County in Kenia, die als bayernweites Vorzeigeprojekt gilt. In diesem Rahmen unterstützt Gersthofen unter anderem Projekte zur Trinkwasserversorgung, zu nachhaltiger Energie, zum Schulbau, zu Berufsausbildung sowie zum Wissenstransfer, gemeinsam mit dem Verein ProKapsogo e.V., der Handwerksinnung und regionalen Unternehmen.

Auf Basis der positiven Erfahrungen in Baringo besteht seit drei Jahren eine ähnliche Partnerschaft mit Kisumu County, in der die Stadt Gersthofen an vergleichbaren Themen arbeiten. Parallel dazu läuft in Baringo die Nachwuchsgewinnung für die Pflege: Eine erste Bewerberin hat bereits eine feste Zusage für eine Ausbildung ab August 2026 bei den Wertachkliniken in Bobingen erhalten.

Für die Stadt Gersthofen ist das Engagement mit nur wenig finanziellen Eigenmitteln möglich, da eine nachhaltige Unterstützung durch Förderprogramme vorhanden ist.

Wie Erster Bürgermeister Michael Wörle betonte, „bedeutet uns diese Auszeichnung sehr viel, denn sie macht sichtbar, wie stark lokale Initiativen globale Wirkung entfalten können. Unsere Partnerschaft mit Baringo County hat nicht nur Infrastruktur verbessert, sie hat Lebensrealitäten verändert. Wenn ein Dorf zum ersten Mal Zugang zu sauberem Wasser erhält oder eine Schule durch neue Anlagen mehr Kinder aufnehmen kann, dann spüren wir: Unsere Arbeit kommt an. Für mich persönlich ist dieser Preis ein besonderes Zeichen der Wertschätzung zum Ende meiner Amtszeit.“

Redaktion

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