Vergabe des Heimatpreises – Teil 2: Für ein lebendiges Bayern
von Doris Kirchner

Nach der Vergabe des Heimatpreises für die Oberpfalz und Franken (wir berichteten) überreichte Finanz- und Heimatminister Albert Füracker im Rahmen des Festakts „Heimat Bayern“ in München nun weitere Preise für Ober- und Niederbayern sowie für Schwaben.
Für ihr besonderes Engagement um den Erhalt und die Weiterentwicklung bayerischer Kultur wurden Projekte aus den Bereichen kulturelle Verständigung, Musik und Theater, Traditionspflege, Erhalt von Kulturerbe und Denkmalpflege sowie Geschichtsforschung und Geschichtsvermittlung ausgezeichnet.
Der Verein Stalag Moosburg erforscht und dokumentiert die Geschichte des Kriegsgefangenenlagers und dessen Folgeentwicklungen. Mit internationalen Begegnungen, Veranstaltungen und Projekten trägt er dazu bei, das historische Erbe der oberbayerischen Stadt zu bewahren. In besonderem Maße setzt sich der Verein für den Erhalt und die Sichtbarmachung der letzten baulichen Überreste des ehemaligen Lagers ein.
Zusammenleben fördern
Mit Straßenfesten, Nachbarschaftshilfe und der Vernetzung gemeinnütziger Initiativen fördert der Stadtteilverein „Wir in Giesing“ das Zusammenleben im Münchner Viertel. Zudem unterstützt er lokale Projekte für Geflüchtete und bringt Menschen unterschiedlicher Herkunft und Generationen zusammen.
Der Heimat- und Volkstrachtenverein Lindenthaler Hebertsfelden pflegt seit 1920 die bayerische Trachten- und Volkskultur. Seine Tradition geht auf Arbeiter zurück, die nach dem Ersten Weltkrieg Gebirgstracht und Tänze aus dem Mangfalltal ins Rottal brachten. Seit 1964 beteiligt sich der Verein am Preisplatteln. Mit 328 Mitgliedern, darunter 60 Kinder und Jugendliche in der aktiven Nachwuchsgruppe, sichert er die Weitergabe des kulturellen Erbes.
Dank großen ehrenamtlichen Engagements ziehen die Burgfestspiele Neunußberg seit mehr als 50 Jahren Besucher weit über die Region hinaus an. Das Zusammenspiel von professionellen Darstellern und Laienschauspielern hat sich bewährt. Von Juli bis August werden vor den Toren Viechtachs jährlich mehrere Stücke aufgeführt.
Seit seiner Gründung 1983 widmet sich der Musica Suevica Chor Augsburg der Musik in Schwaben, insbesondere der geistlichen Musik des 17. bis 19. Jahrhunderts. Bei Gottesdiensten, Konzerten und festlichen Anlässen pflegt der knapp 50 Mitglieder starke Chor unter anderem das musikalische Erbe des ehemaligen Augsburger Augustiner-Chorherrenstifts Heilig Kreuz und dessen Verbindungen zur Familie Mozart.
Mit dem Schäfflertanz in Dinkelscherben wurde 1893 zum ersten Mal ein Schäfflertanz nach Münchner Vorbild aufgeführt. Seither entwickelte sich eine eigenständige Tradition, die Elemente des Zunfttanzes mit der Narrenfastnacht verbindet. Neben dem Tanz, der Musik und den Sprüchen der Reifenschwinger zählen insbesondere die Büttenreden der Clowns auf dem Fass zu den Besonderheiten der Aufführung.