Nordgautag 2026: Roding als Mittelpunkt der oberpfälzischen Kultur

GZ Ausgabe GZ-17-2026 vom 10. September 2026 | Aus den Kommunen
von Doris Kirchner
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Mitte Juli war Roding Gastgeber des 45. Bayerischen Nordgautags. Unter dem Motto „Stadt – Land – Regen“ wurde die Stadt im Landkreis Cham für vier Tage zum Treffpunkt für Kultur, Brauchtum und Begegnung. Veranstaltet wurde das Kulturfest der Oberpfälzer vom Oberpfälzer Kulturbund gemeinsam mit der Stadt Roding.

An zahlreichen Orten im Stadtgebiet fanden über 90 Veranstaltungen statt. Konzerte, Ausstellungen und Lesungen gehörten ebenso zum Programm wie Führungen, Vorträge, Workshops, Märkte und sportliche Veranstaltungen. Zahlreiche Vereine, Kulturschaffende und ehrenamtlich Engagierte beteiligten sich an der Gestaltung des Festes. Damit wurde das Kulturfest zu einer Plattform für Begegnung und Austausch zwischen verschiedenen Generationen und kulturellen Gruppen.

Bürgermeisterin Alexandra Riedl beschrieb Roding als Ort, der städtische und ländliche Strukturen miteinander verbinde. Der Fluss Regen, der der Stadt ihren Namen gab, habe dabei eine besondere Bedeutung als verbindendes Element. Für den Oberpfälzer Kulturbund stand die regionale Identität ebenfalls im Mittelpunkt. OKB-Präsident Gerhard Schiechel hob die Bedeutung des Nordgautags für die Kultur- und Heimatpflege hervor.

Ein Höhepunkt war der Festakt mit der Verleihung der Nordgaupreise in der Pfarrkirche. Der Oberpfälzer Kulturbund zeichnete drei Frauen für ihre besonderen Verdienste um die regionale Kultur aus: Dr. Bärbel Kleindorfer-Marx erhielt den Nordgaupreis für Heimatpflege, Maria Maier wurde für ihre Leistungen im Bereich der Bildenden Kunst geehrt und Katja Stuber erhielt die Auszeichnung für ihre Verdienste um die Musik.

Spiegelbild der Veränderungen

Im Rahmen des Festakts, dem auch Staatsminister Christian Bernreiter beiwohnte, ordnete Bezirkstagspräsident Franz Löffler die Nordgautage in ihre historische Entwicklung ein und bezeichnete die Veranstaltung als Spiegelbild der Veränderungen von Kultur, Wirtschaft und Gesellschaft. Roding habe sich als „Kulturhauptstadt“ der Oberpfalz präsentieren können. Das Fest habe das kulturelle Erbe der Region erlebbar gemacht, Menschen zusammengeführt und die Gemeinschaft gestärkt.

Den Schlusspunkt des Nordgautags bildete der große Festumzug. Rund 1.800 Teilnehmer aus verschiedenen Teilen der Oberpfalz zogen durch Roding. Vereine, Festwagen, Trachten- und Festspielgruppen präsentierten dabei die kulturelle und historische Vielfalt des Bezirks. Zahlreiche Zuschauer säumten die Straßen.

Für Schirmherr Ministerpräsident Markus Söder nahm dessen Stellvertreter, Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger, am Kulturfest teil. Aiwanger zeigte sich beeindruckt vom Engagement der Beteiligten und würdigte den Nordgautag als Werbung für die Heimat und als Veranstaltung, die wichtige Werte vermittle.

Auch international wurde Roding während des Festes repräsentiert. Die ungarische Partnerstadt Budapest beteiligte sich gemeinsam mit dem Multi-Kulti-Verein an einer kulinarischen Reise. Daneben präsentierten zahlreiche örtliche Vereine und Einrichtungen ihre Arbeit.

Eine besondere Rolle spielte zudem der neue Festwagen der Stadt. Architekt Florian Brunner vom Büro quadrat45° hatte den Wagen gestaltet. Als Grundlage diente ein blauer Oldtimer-Mercedes-Transporter, den Festwirt Stefan Fichtl zur Verfügung stellte. Das Leitmotiv „Stadt – Land – Regen“ wurde dabei dreidimensional umgesetzt. Elemente der Rodinger Innenstadt, der Regen, der Kirchturm und die Häuserfronten bildeten den Aufbau; gekrönt wurde der Wagen vom Ritter aus dem Stadtwappen.

Mit dem 45. Nordgautag setzte Roding die lange Tradition der Veranstaltung fort. Die Nordgautage gehen auf das Jahr 1927 zurück und werden seit 1969 vom Oberpfälzer Kulturbund unter wechselnden thematischen Schwerpunkten ausgerichtet. Seit 2018 trägt die Veranstaltung zusätzlich den Namen „Kulturfest der Oberpfälzer“. Der Nordgautag findet im zweijährigen Turnus in verschiedenen Städten der Oberpfalz statt. Der nächste Austragungsort wird 2028 Parsberg im Landkreis Neumarkt sein.

Doris Kirchner

Doris Kirchner, Chefin vom Dienst

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