Mehr Frauen in die Kommunalpolitik: FidiP-Bootcamp zeigt messbare Erfolge

GZ Ausgabe GZ-8-2026 vom 16. April 2026 | Aus den Kommunen
von Redaktion
Gruppenfoto
Teilnehmerinnen des FidiP-Bootcamps. Bild: FidiP

Die gezielte Förderung von Frauen für kommunalpolitische Ämter trägt Früchte: Das „FidiP-Bootcamp Kommunalpolitik“, durchgeführt im Haus der bayerischen Landwirtschaft in Herrsching, hat nach der Kommunalwahl 2026 eine bemerkenswerte Bilanz vorgelegt. Zahlreiche Teilnehmerinnen konnten Mandate erringen oder stehen als Nachrückerinnen bereit.

„Solange politische Entscheidungen überwiegend von Männern getroffen werden, fehlt ein Teil der Realität am Tisch“, betont Sabine Appelhagen, Präsidentin des Vereins FidiP – Frauen in die Politik. Mehr Frauen in kommunalen Gremien entstünden nicht von selbst, sondern erforderten gezielte Qualifizierung, Ermutigung und belastbare Netzwerke.

Über einen Zeitraum von sechs Monaten wurden insgesamt 28 Frauen in zwei Bootcamps sowie ergänzenden Onlineformaten auf eine Kandidatur vorbereitet. Im Fokus standen praxisnahe Inhalte wie Positionierung und Campaigning, politische Kommunikation – insbesondere Social Media – sowie Leadership-Kompetenzen für das Mandat.

Resonanz und Erfolg

  • 25 der 28 Teilnehmerinnen kandidierten bei der Kommunalwahl, teils für mehrere Ämter.
  • 12 Frauen wurden direkt gewählt.
  • Sieben weitere stehen als Nachrückerinnen zur Verfügung.
  • Insgesamt konnten 20 Mandate besetzt werden, darunter Gemeinderats-, Kreistags- und Bürgermeisterämter.

Auffällig ist dabei der hohe Anteil an politischen Neueinsteigerinnen: Ein Großteil der erfolgreichen Kandidatinnen trat erstmals an. Auch parteipolitisch und regional zeigt sich die Initiative breit aufgestellt – Teilnehmerinnen aus allen Regierungsbezirken sowie aus nahezu dem gesamten demokratischen Parteienspektrum waren vertreten.

Die Rückmeldungen der Teilnehmerinnen unterstreichen die Wirksamkeit des Konzepts. Christiane Freisleder, neu gewählte Bürgermeisterin in Windach, hebt die unmittelbare Anwendbarkeit der Inhalte hervor: Das Bootcamp habe sie „durch Kandidatur und Wahlkampf getragen“.

Manuela Nemela, Stadträtin in Landshut, betont insbesondere den parteiübergreifenden Austausch als stärkenden Faktor. Für viele Teilnehmerinnen spielte zudem das Netzwerk eine zentrale Rolle: „Zu wissen, dass andere Frauen ähnliche Fragen und Sorgen haben, hat enorm geholfen“, so Gemeinderätin Bettina Grabmann. Ähnlich äußert sich Monika Bock (Pullach), die den Rückhalt des Netzwerks als entscheidend für einen selbstbewussten Start im Mandat beschreibt.

Auch für potenzielle Kandidatinnen scheint das Angebot eine wichtige Einstiegshilfe zu sein. So berichtet Gabi Köll (Frauenneuharting), sie wäre ohne die Unterstützung durch FidiP vermutlich nicht angetreten.

Der Handlungsbedarf bleibt dennoch erheblich: In vielen kommunalen Gremien liegt der Frauenanteil weiterhin deutlich unter einem Drittel, bei Bürgermeisterämtern sogar nur im einstelligen Prozentbereich. Gerade hier werden jedoch zentrale Entscheidungen getroffen – von Kinderbetreuung und Bildung bis hin zur Stadt- und Ortsentwicklung.

Vor diesem Hintergrund setzt FidiP gezielt auf die kommunale Ebene. Neben fachlicher Qualifizierung stehen Mentoring, Vernetzung und gegenseitige Unterstützung im Mittelpunkt des Programms. Ziel ist es, mehr Frauen für politische Verantwortung zu gewinnen und langfristig eine ausgewogenere Repräsentation zu erreichen.

„Wenn Frauen sichtbar werden, kandidieren und gewählt werden, verändert sich Politik“, so Appelhagen. Parität bleibe das Ziel – und erfordere weiterhin gezielte Förderstrukturen.

Förderung und Ausblick

Das Projekt wird durch das Bayerische Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales gefördert. Angesichts der positiven Ergebnisse dürfte die Bootcamp-Reihe auch künftig eine wichtige Rolle bei der Stärkung weiblicher Repräsentanz in der Kommunalpolitik spielen.

Redaktion

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