Landkreis Schwandorf: Übung für den Ernstfall Bayernwerk und THW testen Notstromversorgung
von Redaktion

Fachleute der Bayernwerk Netz GmbH und des Technischen Hilfswerks (THW) haben auf dem Volksfestplatz in Schwandorf den Anschluss von Notstromaggregaten an das örtliche Stromnetz geübt. Ziel war es, die Zusammenarbeit für mögliche längerfristige Stromausfälle zu erproben.
„Übungen wie diese sind essenziell, um im Ernstfall schnell und sicher handeln zu können“, sagte Dr. Egon Leo Westphal, Vorstandsvorsitzender der Bayernwerk AG. Mit Blick auf aktuelle Bedrohungslagen betonte er: „Der Angriff auf das Stromnetz in Berlin zeigt ein neues Ausmaß an extremer Gewalt. Man muss umdenken und akzeptieren, dass die Welt sich verändert.“ Deshalb sei die Zusammenarbeit mit Sicherheitsbehörden und Blaulichtorganisationen besonders wichtig. „Eine sichere Energieversorgung der Bevölkerung ist unsere gemeinsame Verantwortung.“
Notstromversorgung im Praxistest
Im Mittelpunkt der Übung stand der Einsatz von Notstromaggregaten der THW-Ortsverbände Schwandorf und Amberg. „Es reicht nicht, bei den Aggregaten einfach den Startknopf zu drücken“, erklärte Martin Liebl, Ortsbeauftragter des THW Schwandorf. Vor dem Zuschalten wurden technische Abläufe abgestimmt und Checklisten abgearbeitet.
Für Tilmann Gold, stellvertretender Landesbeauftragter des THW, zeigt die Übung die Bedeutung guter Vorbereitung: „So muss es sein. Resilienz entsteht nicht erst im Einsatz, sondern lange davor: Bei der Planung von Konzepten, der Bestimmung von Zuständigkeiten – und beim Testen von Abläufen.“ Auch Bayernwerk-Vertreter Jonas Feller und Johannes Ketterl hoben klare Zuständigkeiten und Kommunikationswege als Erfolgsfaktoren hervor.
Erkenntnisse für den Ernstfall nutzen
Die Zuschaltung und Synchronisierung der Aggregate verliefen erfolgreich. „Erfahrungen und Erkenntnisse aus solchen Szenarien werden analysiert und mit allen relevanten Stellen in unserem Unternehmen geteilt“, erklärte Daniel Liegl, Leiter des Kundencenters Schwandorf der Bayernwerk Netz GmbH.
Vorsorge für den Ernstausfall
Landrat Thomas Ebeling unterstrich die Bedeutung der Zusammenarbeit für den Katastrophenschutz: „Verlässliche Kommunikationswege und das vertrauensvolle Miteinander aller beteiligten Organisationen sind unverzichtbar.“ Der Landkreis Schwandorf hat für den Notfallrahmenplan Stromausfall fünf Netzersatzanlagen für rund 1,6 Millionen Euro beschafft.