LAG Mangfall Inntal: LEADER-Projekte stärken Lebensqualität
von Doris Kirchner

Wie vielfältig die LEADER-Förderung zur Entwicklung ländlicher Regionen beitragen kann, offenbarte eine Exkursion der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) Mangfalltal-Inntal gemeinsam mit den Partner-LAGs Chiemgauer Seenplatte und Traun-Alz-Salzach. Im Zentrum standen Projekte aus den Bereichen Gesundheit, Ehrenamt, Kultur und Mobilität, die beispielhaft verdeutlichen, wie europäische Fördermittel vor Ort eingesetzt werden können.
Erste Station war der Mehrgenerationenpark im Kurpark Bad Aibling. Der frei zugängliche Bewegungsparcours richtet sich an Menschen aller Altersgruppen und verbindet Gesundheitsförderung mit einem niederschwelligen Freizeitangebot. Nach Angaben von Kurdirektor Thomas Jahn wird die Anlage von Kurgästen, Rehabilitationspatienten und Einheimischen gleichermaßen genutzt und hat sich zu einem generationenübergreifenden Treffpunkt entwickelt.
Ein weiteres Beispiel ist das neue Trachtenheim des GTEV Almarausch Ostermünchen. Der Neubau bietet moderne Räume für Proben, Versammlungen und kulturelle Veranstaltungen sowie ausreichende Lager- und Versorgungsmöglichkeiten. Das Projekt unterstreicht die Bedeutung einer zeitgemäßen Infrastruktur für Ehrenamt und Brauchtumspflege.
Kultur und regionale Identität standen im Mittelpunkt des Besuchs der Karolinenkirche in Großkarolinenfeld. Mit LEADER-Unterstützung wurden unter anderem Veranstaltungstechnik angeschafft und ein Geschichtsbuch erstellt. Dadurch kann die älteste evangelische Kirche Altbayerns heute verstärkt für Konzerte, Ausstellungen und weitere Kulturveranstaltungen genutzt werden.
Weitere Beispiele
Im Rathaus Großkarolinenfeld stellte Bürgermeister Anton Wallner weitere LEADER-Projekte vor. Vertreter der Gemeinde Kiefersfelden präsentierten die dort entstandene Parkour-Anlage, den Energieweg und das Industriemuseum Blaahaus. Die Beispiele zeigten, dass LEADER sowohl touristische als auch Bildungs- und Freizeitprojekte unterstützt.
Die thematische Bandbreite wurde durch weitere Vorhaben ergänzt. Stefanie Adeili von der Ökomodellregion stellte die regionale Wertschöpfungskette „Rosenheimer Weidefleisch“ vor, die eine stressarme Schlachtung mit regionaler Vermarktung verbindet. Nico Hirsemann von der Gemeinde Feldkirchen-Westerham erläuterte das Konzept des gemeindeeigenen „Gmoabus“, der insbesondere die sogenannte letzte Meile in der Flächengemeinde bedient und damit das bestehende Mobilitätsangebot ergänzt.
Abgerundet wurde das Programm durch Informationen zur Kleinprojekteförderung für Bürgerengagement. LAG-Managerin Gwendolin Dettweiler stellte das Förderinstrument vor, mit dem kleinere Vorhaben unkompliziert unterstützt werden können. Nach ihren Angaben wird das Programm in der Region intensiv genutzt und eröffnet insbesondere Vereinen und Initiativen zusätzliche Handlungsspielräume.