Bezirksverbände des Bayerischen Landkreistags: Start in die neue Amtsperiode

GZ Ausgabe GZ-10-2026 vom 14. Mai 2026 | Aus den Kommunen
von Doris Kirchner
Gruppenfoto
Konstituierende Sitzung des Bezirksverbandes der Oberpfalz des Bayerischen Landkreistags: (v.l.) Christian Schindler (CHA), Hubert Schicker (TIR), Martin Meier (NM), Andrea Degl (Geschäftsführerin Bayr. Landkreistag), Richard Reisinger (AS), Tanja Schweiger (R), Andreas Meier (NEW), Thomas Ebeling (SAD) und Regierungspräsident Walter Jonas. Foto: Monika Lindner, Landratsamt Amberg-Sulzbach

(Teil 2, Teil 1 erschien in GZ 9/2026) - Nach den Kommunalwahlen im März haben sich die Bezirksverbände des Bayerischen Landkreistags nun auch in Unter- und Mittelfranken, in der Oberpfalz und in Niederbayern neu aufgestellt und in konstituierenden Sitzungen zentrale personelle Entscheidungen sowie inhaltliche Schwerpunkte für die kommende Amtszeit festgelegt.

Unter- & Mittelfranken

Der Bezirksverband Unterfranken traf sich zur Dienstbesprechung im Landkreis Haßberge. Die neu gewählten Landräte Michael Ziegler (Haßberge), Mario Götz (Bad Kissingen), Christoph Vogel (Main-Spessart), Sonja Rahm (Rhön-Grabfeld) und Björn Bartels (Miltenberg) wurden in das Gremium aufgenommen und in die laufende Arbeit eingebunden.

Ein Schwerpunkt der Besprechung war der Trinkwasserschutz. Neue Anforderungen für die Wasserrechtsbehörden wurden vorgestellt und gemeinsam diskutiert. Ziel ist es, die Versorgungssicherheit zu stärken und die natürlichen Ressourcen nachhaltig zu schützen.

Über eine Videokonferenz tauschten sich die Landräte mit Europaabgeordnetem Stefan Köhler aus. Dabei ging es um aktuelle europapolitische Entwicklungen und deren Bedeutung für die Landkreise in Unterfranken. Zudem wurden Strategien der zivilen Verteidigung und Krisenvorsorge erörtert, um die Bevölkerung im Ernstfall optimal zu schützen und schnelle Reaktionsmöglichkeiten zu gewährleisten. Abgerundet wurde die Besprechung durch Neuigkeiten aus Regierung und Bayerischem Landkreistag. Gesetzliche Änderungen, Fördermöglichkeiten und geplante Projekte standen dabei im Vordergrund.

In Mittelfranken wurden vier Amtsinhaber neu- bzw. wiedergewählt: Im Nürnberger Land bleibt Armin Kroder weiterhin im Amt, ebenso wurde Alexander Tritthart im Landkreis Erlangen-Höchstadt bestätigt. Neu in das Amt gewählt wurden Marco Meier im Landkreis Ansbach sowie Markus Gläser im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen. In den übrigen drei mittelfränkischen Landkreisen bleibt die politische Führung unverändert: Ben Schwarz (Landkreis Roth) stellt sich erst 2029 erneut zur Wahl, Bernd Obst (Landkreis Fürth) folgt 2030, und Dr. Christian von Dobschütz (Landkreis Neustadt a.d.Aisch-Bad Windsheim) kandidiert erst 2032 wieder.

Im Rahmen der konstituierenden Sitzung der mittelfränkischen Landräte wurde zudem die Führung des Gremiums neu bestimmt: Armin Kroder wurde zum Bezirksvorsitzenden gewählt, sein Stellvertreter ist Alexander Tritthart.

Neben den personellen Entscheidungen standen aktuelle Herausforderungen im Mittelpunkt der Sitzung, an der unter anderem Regierungspräsidentin Dr. Kerstin Engelhardt-Blum, Regierungsvizepräsidentin Birgit Riesner sowie Andrea Degl vom Bayerischen Landkreistag teilnahmen. Diskutiert wurden insbesondere die stark steigenden Kosten im Sozialbereich sowie die zunehmende Bürokratisierung, die die Arbeit der Landkreise erheblich erschwere.

Ein Patentrezept zur Lösung dieser Probleme gibt es nach Einschätzung der Beteiligten nicht. Vielmehr werde es darauf ankommen, dass sowohl neue als auch erfahrene Landräte an zahlreichen Stellschrauben drehen, um in allen Landkreisen Mittelfrankens gleichwertige Lebensverhältnisse sicherzustellen.

Oberpfalz & Niederbayern

Bei der Sitzung der Oberpfälzer Landräte galt der besondere Dank dem bisherigen Vorsitzenden, Landrat Richard Reisinger (Amberg-Sulzbach). Zwölf Jahre war er an der Spitze des Bezirksverbands gestanden. Nunmehr liegt das Zepter in weiblicher Hand: Die Regensburger Landrätin Tanja Schweiger wurde einstimmig zur neuen Bezirksvorsitzenden in der Oberpfalz gewählt. Ihr Stellvertreter ist der Landrat von Schwandorf, Thomas Ebeling.

Neben der personellen Neuaufstellung bildete das Thema Bürokratieabbau einen besonderen Schwerpunkt. Die Erwartungen insbesondere an das neue Modellregionengesetz, wonach einzelne Kommunen von bestimmten landesrechtlichen Regelungen abweichen können, sind hoch. Die Landräte stimmten überein, sich aktiv einzubringen und zu beweisen, dass auch mit weniger Vorschriften und untergesetzlichen Regelungen eine Verwaltung gut, ordnungsgemäß und vor allem schnell funktionieren kann.

In vier niederbayerischen Landkreisen haben am 1. Mai neue Landräte begonnen: Alfred Holzner in Landshut, Tobias Beck in Straubing, Martin Koppmann in Rottal-Inn und Christian Nerb in Kelheim. Bei der konstituierenden Bezirksverbandsversammlung wurde zudem der bisherige Bezirksvorsitzende, Landrat Sebastian Gruber aus Freyung-Grafenau, einstimmig wieder zum Bezirksvorsitzenden gewählt. Als sein Stellvertreter fungiert künftig der ehemalige Landtagsabgeordnete Tobias Beck, neuer Landrat von Straubing.

Weitere zentrale Themen der Sitzung waren vor allem die schwierige Lage der Kreisfinanzen, Fragen der stationären Krankenhausversorgung, die aktuell sich entspannende Lage im Bereich der Asylbewerberunterbringung, sowie Fragen der zivilen Verteidigung und die steigenden Sozialausgaben.

Doris Kirchner

Doris Kirchner, Chefin vom Dienst

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