1250 Jahre Herrsching: Hoch hinaus mit dem Riesenrad am Ammersee
von Regina Welk

Viele Orte rund um den Ammersee feierten 2026 ein besonderes Jubiläum: Bereits im Jahr 776 wurden Raisting, Erling, Herrsching und Holzhausen erstmals urkundlich erwähnt. Seither wird das 1250-jährige Bestehen mit Musik, Geschichte, Trachten und gelebter Tradition gefeiert. Eines wurde dabei überall deutlich – der große Zusammenhalt der Dorfgemeinschaft.
Herrschings Erster Bürgermeister Christian Schiller brachte es zum Abschluss treffend auf den Punkt: „Es war ein Fest von Herrschingern für Herrschinger!“ Zweite Bürgermeisterin Christina Reiche ergänzte: „Man kann nur gemeinsam so unglaublich viel auf die Beine stellen.“ Aus dem einstigen Bauerndorf Horscaningun ist heute mit rund 12.000 Einwohnern der größte Ort am Ammersee geworden.
Für das Jubiläumsfest vom 7. bis 21. Juni wurde eigens der Verein „1250 Jahre Herrsching e.V.“ gegründet. In nur sechs Monaten organisierten über ein Dutzend Vereinsmitglieder gemeinsam mit rund 120 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern ein zweiwöchiges Fest der Superlative.
Unübersehbarer Mittelpunkt war das 38 Meter hohe Scheidacher-Riesenrad. Es bot tagsüber einen spektakulären Blick über den Ammersee bis in die Berge und verwandelte sich abends mit 31.000 LEDs in ein leuchtendes Wahrzeichen. Der ehemalige Sportplatz am See wurde zu einem riesigen Festgelände mit Fahrgeschäften, Buden und einem 60 Meter langen Festzelt für bis zu 1.200 Besucher. Mehr als 25.000 Menschen feierten dort friedlich miteinander.
Musikalische Vielfalt und bunte Unterhaltung
Das Programm begeisterte mit einer Mischung aus Blasmusik, Folk-Rock, Kabarett und moderner Livemusik. Mit dabei waren unter anderem die Blaskapelle Herrsching, der Ammerseer Shanty-Chor, Django 3000, Da Blechhauffa, Roland Hefter, DeSchoWieda, die Brettl-Spitzen, Hardys, Daddy Cool und viele weitere Gruppen.
Ergänzt wurde das Fest durch einen Kindernachmittag, Flohmarkt, Kabarett mit Wolfgang Krebs und eine Modenschau am See. Für Christina Reiche war gerade diese Modenschau ein besonderer Höhepunkt: „An diesem Abend konnte man wunderbar sehen, welche tollen Geschäfte wir in Herrsching haben und wie viele engagierte Menschen dahinterstehen.“ Besonders beeindruckt habe sie, dass einige Ehrenamtliche sogar Urlaub nahmen, um das Fest möglich zu machen.
Geschichte zum Anfassen
Im Kurparkschlösschen präsentierte Gemeindearchivarin Friederike Hellerer „Unbekannte Schätze aus dem Archiv“. Zu sehen waren römische Tonscherben mit eingeritzten Namen, historische Karten und die Kopie der Schenkungsurkunde von 776, in der Herrsching erstmals als Horscaningun erwähnt wird – der Ursprung dieses besonderen Jubiläums.
Spektakulärer Festzug
Ein weiterer Höhepunkt war der große Festzug vom Rathaus bis zum See. Tausende Zuschauer säumten die Straßen, während Sportvereine, Trachtler, Schützen, Feuerwehren, das Rote Kreuz, Kolping und zahlreiche weitere Gruppen teilnahmen. Besonders auffällig waren die überdimensionale Möwe „Herrschi“ des Gymnasiums und das Ammerseer Bauerntheater mit historischen Kostümen. Musikalisch begleitet wurde der Zug von der Blaskapelle Herrsching, dem Trommlerzug der Aubachtaler Hechendorf und dem Ammerseer Shanty-Chor.
Zum Abschluss zog Bürgermeister Christian Schiller ein begeistertes Fazit: „Es ist unmöglich, nur einen Moment herauszugreifen. Mein schönstes Erlebnis war zu sehen, wie unsere Gemeinschaft zusammenkommt und friedlich feiert. Dieses Jubiläum zeigt eindrucksvoll, wie stark der Zusammenhalt in unserer Gemeinde ist.“