Christoph Göbel, Landrat Landkreis München und Mitglied im KPV-Bundesvorstand: Lebensmittel Nummer eins: Wasser

GZ Ausgabe GZ-15-16-2026 vom 30. Juli 2026 | Kolumne
von Christoph Göbel
Porträt Christoph Göbel Landrat München
Christoph Göbel, Landrat Landkreis München und Mitglied im KPV-Bundesvorstand

Liebe Leserinnen und Leser,

wenn die Temperaturen über Tage hinweg hoch bleiben, der ersehnte Regen immer wieder ausbleibt und Gärten und Felder austrocknen, richtet sich der Blick unweigerlich auf eine unserer wichtigsten Lebensgrundlagen: das Wasser. Die großen Hitzewellen, die dieses Jahr auch Bayern schon mehrfach getroffen haben, und die anhaltend geringen Niederschlagsmengen schon im Winter und Frühjahr lassen die Grundwasserpegel sinken. Auch wenn die Versorgung der Bevölkerung mit ausreichend Trinkwasser derzeit nicht in Gefahr scheint, ist diese Entwicklung eine ernstzunehmende Warnung, die wir nicht ignorieren sollten.

Trinkwasser ist in unseren Breitengeraden eine Selbstverständlichkeit. Wir putzen damit die Zähne, kochen Kaffee, duschen, waschen und reinigen. Gerade weil es jederzeit verfügbar ist, gerät leicht aus dem Blick, welcher Aufwand notwendig ist, damit es sicher und hygienisch einwandfrei aus dem Hahn kommt.

Unser Trinkwasser gehört zu den am strengsten kontrollierten Lebensmitteln überhaupt. Seine Qualität wird von der Gewinnung aus Grundwasser, Quellwasser oder Oberflächenwasser über die Aufbereitung im Wasserwerk bis zur Entnahmestelle bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern regelmäßig überwacht. Besondere Verantwortung tragen dabei die Wasserversorger. Sie kümmern sich um Gewinnung, Aufbereitung, Transport und Verteilung, warten Leitungen und Anlagen und lassen regelmäßig Laboruntersuchungen durchführen. Werden Auffälligkeiten festgestellt, müssen sie unverzüglich reagieren.

Doch auch die Landkreise leisten einen entscheidenden Beitrag. Die bei den Landratsämtern angesiedelten Gesundheitsämter überwachen die Einhaltung der Trinkwasserverordnung. Sie prüfen Untersuchungsergebnisse, kontrollieren Wasserversorgungsanlagen und ordnen bei Grenzwertüberschreitungen oder hygienischen Auffälligkeiten geeignete Maßnahmen an. Das Ziel ist dabei immer dasselbe: Trinkwasser muss so beschaffen sein, dass durch seinen Genuss oder Gebrauch keine gesundheitliche Beeinträchtigung zu erwarten ist.

Dabei endet die Verantwortung nicht am Hausanschluss. Selbst einwandfreies Wasser kann auf den letzten Metern an Qualität verlieren, etwa wenn Leitungen nicht fachgerecht geplant sind, Wasser zu lange steht oder Warmwasseranlagen nicht richtig betrieben werden. Insbesondere Legionellen können in größeren Warmwassersystemen zum Problem werden. Deshalb werden auch Wasserversorgungsanlagen in Gebäuden verstärkt kontrolliert. Allein im Landkreis München sind mittlerweile mehr als 4.700 solcher Anlagen zu überwachen.

Trinkwasserhygiene ist damit eine Gemeinschaftsaufgabe. Wasserversorger, Eigentümerinnen und Eigentümer, Betreiber großer Gebäude und Gesundheitsämter tragen jeweils einen Teil der Verantwortung. Meist bleibt diese Arbeit unsichtbar. Dass wir uns im Alltag auf sauberes Trinkwasser verlassen können, ist ihr größter Erfolg.

Angesichts von Hitze und Trockenheit kommt jedoch noch eine weitere Aufgabe hinzu: Wir müssen nicht nur die Qualität unseres Trinkwassers sichern, sondern auch sorgsam mit der Ressource Wasser umgehen. Bürgerinnen und Bürger sind dabei ebenso gefragt wie Unternehmen und öffentliche Einrichtungen. Nicht jeder Verbrauch lässt sich vermeiden. Aber vielerorts lässt sich Wasser bewusster einsetzen, ohne dass damit spürbare Einschränkungen verbunden wären.

Wasser ist unser Lebensmittel Nummer eins. Es zu schützen, ist keine Aufgabe für einzelne heiße Wochen, sondern eine dauerhafte Verpflichtung. Je früher und entschlossener wir handeln, desto besser bewahren wir diese Lebensgrundlage für uns und für die kommenden Generationen. Jeder und jede von uns kann dazu einen Beitrag leisten!

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen, dass Sie gut durch den Sommer kommen, und verbleibe mit herzlichen Grüßen

Porträt Christoph Göbel

Christoph Göbel, Landrat Landkreis München und Mitglied im KPV-Bundesvorstand

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