Krisenvorsorge und Energiewende: Sicherheit entsteht in den Kommunen
von Redaktion

„Wir können Kommunen und kommunale Unternehmen in Bayern resilienter aufstellen“ - Gastbeitrag von Gunnar Braun, Geschäftsführer, und Moritz Englberger Maluska, Senior-Fachgebietsleiter, VKU-Landesgruppe Bayern
Die vergangenen Jahre haben deutlich gezeigt: Unsere Kommunen stehen vor vielfältigen Herausforderungen: von geopolitischen Krisen über die Energie- und Wärmewende bis hin zu den spürbaren Folgen des Klimawandels. Für die kommunale Wärmeplanung oder die Klimaanpassung vor Ort entwickeln Kommunen gemeinsam mit ihren Unternehmen und weiteren Akteuren konkrete Konzepte. Manche Projekte sind bereits umgesetzt und sparen Energie sowie Kosten. Zugleich schaffen sie Sicherheit auf neue Weise. Entscheidend ist dabei eine enge Abstimmung zwischen Kommunen und kommunalen Unternehmen, um die Umsetzbarkeit zu gewährleisten. Grundlegend bleibt eine solide Finanzierung.
Die gegenwärtige Situation bietet mit der Energie- und Wärmewende sowie der Transformation vieler Wirtschaftsbereiche zugleich die Chance, bestehende Schwachstellen in Sicherheitsfragen zu beheben. Kommunen können sich resilienter aufstellen: Dort, wo weiterhin starke Abhängigkeiten von fossilen Energielieferungen bestehen, können Brüche in Lieferketten zu erheblichen Preissprüngen oder im schlimmsten Fall zu echten Lieferengpässen führen. So wird etwa kritisch auf die Füllstände der Gasspeicher in Bayern und die Frage geblickt, welche davon dauerhaft betrieben werden.
Frage nach der Krisenfestigkeit
Umso widersprüchlicher erscheint es, dass aktuelle Maßnahmen zur Krisenvorsorge vielerorts weiterhin stark auf fossile Lösungen setzen. In Bayern fördert das Landesamt für Umwelt Notstromaggregate für die Wasserversorgung, die mit Diesel betrieben werden. Dieses Förderprogramm ist grundsätzlich zu begrüßen. Gleichzeitig stellt sich die Frage, wie krisenfest diese Lösung tatsächlich ist. Was geschieht, wenn eine Krise nicht durch ein Hochwasser ausgelöst wird, sondern durch eine Situation, in der Diesel nicht binnen weniger Tage als Nachschub verfügbar ist?
Dezentrale Versorgung ist Sicherheitsstrategie
In einigen kommunalen Unternehmen sind Wasserversorgungen bereits durch regenerative Eigenstromversorgung resilient aufgestellt. Anderenorts scheitern Photovoltaik-Anlagen auf eigenen Liegenschaften und in räumlicher Nähe zum Wasserwerk jedoch daran, dass entsprechende Vorhaben nicht genehmigt werden. Teilweise fehlen auch die notwendigen Flächen. Gerade mit Blick auf die Versorgungssicherheit ist hier ein Umdenken erforderlich, wie zuletzt auch Gespräche mit ukrainischen Gästen verdeutlichten. Dort gilt dezentrale Versorgung als zentraler Bestandteil der Sicherheitsstrategie.
Betrieb in Krisensituationen sicherstellen
Positive Beispiele zeigen zudem, dass ein Großteil kommunaler Fahrzeugflotten elektrifiziert werden kann und vielerorts bereits elektrifiziert ist. Entscheidend ist nun, den Betrieb dieser Fahrzeuge auch in Krisensituationen sicherzustellen, etwa durch Batteriespeicher, die intelligent mit Wasser-, Windkraft, Photovoltaik und gegebenenfalls Biomasse gekoppelt sind. Solche Lösungen können auch für Krankenhäuser oder Wärmeräume eine sinnvolle Ergänzung bestehender Konzepte zur Krisenvorsorge und Resilienz vor Ort sein.
Zentrale Rolle
Kommunale Mandatsträgerinnen und Mandatsträger sowie die Aufsichtsgremien kommunaler Unternehmen spielen eine zentrale Rolle dabei, die Widerstandsfähigkeit ihrer Kommunen langfristig zu stärken. Damit verbunden ist nicht zuletzt die Frage, wie lebenswert Kommunen künftig für ihre Bürgerinnen und Bürger bleiben.
Kostenlose Web-Seminare für neue Mandatsträger
Über aktuelle Themen der kommunalen Daseinsvorsorge informiert die VKU-Landesgruppe Bayern am 17. Juni von 08:30 bis 10:00 Uhr sowie am 25. Juni 2026 von 16:30 bis 18:00 Uhr in zwei kostenlosen Web-Seminaren. Die Veranstaltungen richten sich insbesondere an kommunale Mandatsträgerinnen und Mandatsträger in Bayern, die in den kommenden Jahren in Aufsichtsgremien kommunaler Unternehmen tätig sein werden. Anmeldungen sind per E-Mail an lg-bayern@vku.de möglich.