Präsidium des Bayerischen Landkreistags: Mut zu echten Reformen

GZ Ausgabe GZ-14-2026 vom 16. Juli 2026 | Landes-, Bundes- und Europapolitik, Verbände
von Doris Kirchner
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Der Bayerische Landkreistag drängt auf umfassende Reformen von Staat und Verwaltung. Bei einer Präsidiumssitzung in München standen neben der Entwicklung des Arbeitsmarkts vor allem die Sicherung von Fachkräften und die Modernisierung staatlicher Strukturen im Vordergrund. Die Verbandsspitze war sich darin einig, dass Bayern angesichts des demografischen Wandels, der wirtschaftlichen Transformation und des zunehmenden Einsatzes Künstlicher Intelligenz vor tiefgreifenden Veränderungen steht.

Über die Lage am Arbeitsmarkt informierte Dr. Markus Schmitz, Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion Bayern der Bundesagentur für Arbeit. Zwar verfüge der Freistaat weiterhin über den stärksten Arbeitsmarkt Deutschlands, dennoch nehme der Anpassungsdruck zu, so Schmitz. Vor allem die Transformation der Automobil- und Zulieferindustrie sowie der anhaltende Fachkräftemangel stellten Unternehmen und Beschäftigte vor große Herausforderungen.

Nach Auffassung des Präsidiums des Bayerischen Landkreistags müssen deshalb Weiterbildung und Qualifizierung ausgebaut werden. Gleichzeitig gelte es, das vorhandene Arbeitskräftepotenzial im Inland besser zu nutzen, etwa durch eine stärkere Erwerbsbeteiligung von Frauen, älteren Beschäftigten und Quereinsteigern. Darüber hinaus werde der Freistaat auch künftig auf die gezielte Zuwanderung qualifizierter Fachkräfte angewiesen sein.

Mit Blick auf die von der Staatsregierung eingesetzte Kommission „Staatsreform“ sprach sich der Verband unter anderem für eine Stärkung der Landratsämter, den Abbau von Doppelzuständigkeiten sowie schnellere und bürgernähere Verwaltungsverfahren aus. Reformen müssten sich stärker an der Praxis vor Ort orientieren und klare Verantwortlichkeiten schaffen.

„Unsere Bürgerinnen und Bürger erwarten einen Staat, der handlungsfähig ist und Entscheidungen trifft“, unterstrich Verbandspräsident Thomas Karmasin. Dafür brauche es Mut zu grundlegenden Reformen.

Doris Kirchner

Doris Kirchner, Chefin vom Dienst

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