Tag der bayerischen Regionen: KI trifft Heimat
von Doris Kirchner

Beim Tag der bayerischen Regionen unter dem Motto „Zukunft trifft Heimat – KI in der Regionalentwicklung“ wurden vor allem engagierte Akteure gewürdigt, die mit ihrem Einsatz, ihrer Kreativität und Innovationskraft digitale Heimatprojekte zum Leben erwecken. Finanz- und Heimatstaatssekretär Martin Schöffel überreichte hierzu Förderbescheide aus der Heimat-Digital-Regional-Förderrichtlinie für neun digitale Heimatprojekte mit insgesamt rund 2 Millionen Euro.
Eine Förderung in Höhe von 300.000 Euro wurde der Hans Lindner Stiftung (Arnstorf, Landkreis Rottal-Inn) zuteil. Die Stiftung baut das Onlineportal „Dahoam in Niederbayern“ zur zentralen Informationsplattform für Niederbayern aus. Technisch auf dem neuesten Stand, wird das Portal thematisch insbesondere im Bereich Arbeitsmarkt und Fachkräfte erweitert und so zur Anlaufstelle für Kommunen, Ehrenamt, Vereine, Unternehmen und weitere Akteure in ganz Niederbayern.
Umweltbildung und regionale Highlights
Das Projekt „iLEARN – interaktive Lern-Erlebnisse mit Augmented Reality in der Natur“ des Vereins neuland21 bringt den Landkreis Neustadt an der Waldnaab und die Stadt Treuchtlingen in einer einzigartigen Kooperation zur Umweltbildung und Vermittlung regionaler Sehenswürdigkeiten zusammen. iLEARN macht ökologische Zusammenhänge und regionale Besonderheiten der natürlichen Umgebung sowie regionalgeschichtliche Highlights für Einheimische und Besucher digital erlebbar. Förderung: rund 300.000 Euro.
Das Fränkische Schweiz-Museum in Tüchersfeld entwickelt ein KI-gestütztes Informationssystem, das die Gäste individuell, altersgerecht und mehrsprachig durch die Dauerausstellung begleitet. So entsteht eine neue Form KI-gestützter Museumsvermittlung, die Besucher in den Mittelpunkt des Museumserlebens stellt. Förderung: rund 270.000 Euro
Die EMN Europäische Metropolregion Nürnberg e. V. entwickelt die „InnoHikes“ weiter zum hybriden Tool mit Gaming-Elementen für Studien- und Berufsorientierung in der Metropolregion Nürnberg. Ein neues Spielkonzept vermittelt Berufsperspektiven, stärkt die regionale Verbundenheit und trägt dazu bei, junge Talente gerade in Hightech und Wissenschaft langfristig an die Region zu binden. Förderung: 300.000 Euro.
Zukunftslabor in der Modellregion
Mit dem Aufbau eines Zukunftslabors stärkt der Landkreis Bad Kissingen seine Position als Modellregion für digitale Bildung und Technologieerprobung. Besondere regionale Kompetenzfelder wie etwa die Drohnentechnologie werden gestärkt und in der Region an verschiedene Zielgruppen vermittelt. So baut der Landkreis digitale Kompetenzen gezielt aus und stärkt seine Position für die Zukunft. Förderung: 189.000 Euro.
Die Web-App der Papiermühle Homburg (Landkreis Main-Spessart) ist mehr als ein klassischer Audioguide – eine digitale Erlebnisreise macht das Museum als lebendigen Lernort greifbar. Bilder, Videos und Ton eröffnen auf dem Smartphone anschauliche Einblicke in das Leben und Arbeiten in einer der letzten funktionsfähigen Papiermühlen. Förderung: rund 43.000 Euro.
Digitale Umsetzung regionaler Besonderheiten
Die Allgäu GmbH startet mit dem Projekt „Die Marke Allgäu – Digitale Umsetzung der Marken- und Destinationsstrategie“ einerseits einen Kinderpodcast, der die junge Generation spielerisch für die Region und ihre Natur begeistert. Zum anderen wird eine KI-Strategie entwickelt, um die digitale Zukunft der Marke Allgäu langfristig zu sichern und KI-Kompetenzen effizient in einem breiten Netzwerk regionaler Partner aufzubauen. Förderung: rund 300.000 Euro.
Eine innovative App bringt im Projekt „Augsburg entdecken – Zeitreise in eine europäische Handels- und Kulturmetropole“ der Regio Augsburg Tourismus GmbH sieben bedeutende Gebäudekomplexe Augsburgs mit thematischen Stadttouren digital zum Leben. Einheimische wie Touristen lernen die Stadt besser kennen und erfahren mehr über ihre reiche Historie.
Die Public Art Lab e. V. wird im Projekt „Spur der Häuser“ in der Glasmacherregion Adelegg (Landkreis Oberallgäu) eine künstlerisch-digitale Spurensicherung einer untergegangenen ländlichen Siedlungskultur umsetzen. Per App werden die früheren Häuser und Orte, ihre kunsthandwerklichen Traditionen und Kulturformen sichtbar und mit Karten, Bildern und Zeitzeugenberichten erlebbar gemacht. Förderung: rund 170.000 Euro.
Beim „Tag der bayerischen Regionen“ standen auch der Austausch mit verschiedenen Akteuren und die bayernweite Vernetzung aller Beteiligten auf der Agenda. Praktiker aus IT und Regionalentwicklung vertieften etwa die Frage, wie KI als Schlüssel zur digitalen Regionalentwicklung eingesetzt werden kann. Zudem wurden Einblicke in aktuelle Förderprojekte und hilfreiche Informationen für die Umsetzung eigener Vorhaben gegeben. Mehr als 120 Teilnehmer aus ganz Bayern konnten so neue Inspiration und Ideen für die Gestaltung ihrer Heimat sammeln.