Interreg-Projekte forcieren Energiewende in Bayern

GZ Ausgabe GZ-8-2026 vom 16. April 2026 | Landes-, Bundes- und Europapolitik, Verbände
von Doris Kirchner
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Die transnationale Zusammenarbeit stellt einen zentralen Baustein für eine starke Regionalentwicklung sowie für die erfolgreiche Umsetzung der Energiewende dar. Bayerns Wirtschaftsstaatssekretär Tobias Gotthardt traf sich mit wichtigen Projektpartnern aus dem Freistaat, um gemeinsam auf die Ergebnisse der sechsten Förderphase der Interreg-B-Programme zurückzublicken und zu besprechen, wie das gewonnene Wissen auch künftig sinnvoll genutzt werden kann.

Gotthardt betonte die Relevanz der Projekte für den Freistaat und unterstrich, dass Bayern in vielfacher Hinsicht von europäischen Programmen wie Interreg B und der engen Zusammenarbeit über Ländergrenzen hinweg profitiert. Gerade in den Bereichen Energiewende, Digitalisierung und innovative Speicherlösungen entstünden durch den Austausch mit europäischen Partnern konkrete Antworten auf gemeinsame Herausforderungen. Entscheidend sei nun, dass diese Erfolge nicht ungenutzt bleiben, sondern langfristig in Wirtschaft und Verwaltung in Bayern verankert werden.

Ein Schwerpunkt der Veranstaltungsreihe lag auf Projekten zur Energieversorgung. Ein Beispiel für den praktischen Nutzen der Interreg-B-Förderung ist das Projekt StoreMore in der Gemeinde Fuchstal (Landkreis Landsberg am Lech), das noch bis Mitte 2026 mit einem Gesamtbudget von knapp einer halben Million Euro läuft. Hier wurden innovative Energiespeicherlösungen für kommunale Wärme- und Stromnetze entwickelt und erprobt. Fuchstal erzeugt inzwischen jährlich mehr Ökostrom, als es verbraucht, und nutzt beispielsweise die Wärmerückgewinnung aus der Milchkühlung, um Energie für das Nahwärmenetz zu gewinnen.

Darüber hinaus zeigen die Projekte HyEfRe (Laufzeit bis November 2026 mit 1,8 Millionen Euro Förderung) und Danube Indeet (Laufzeit bis Juni 2026 mit 2,1 Millionen Euro Unterstützung), welche Rolle Wasserstoff und E-Fahrzeuge als mobile Speicher künftig für die Energieversorgung in Bayern spielen können. In diesen Projekten vernetzen sich bayerische Forschungseinrichtungen wie das Technologie-Zentrum Energie der Hochschule Landshut und die Technische Hochschule Deggendorf mit Unternehmen und öffentlichen Akteuren, darunter die HyFuture GmbH und die Gemeinde Ruhstorf an der Rott, sowie mit Partnern aus europäischen Nachbarländern. Damit tragen die Projekte dazu bei, Bayern im Bereich Wasserstofftechnologien im europäischen Wettbewerb zu positionieren und Investitionen in nachhaltige Energieträger zu fördern.

Ein weiteres zentrales Projekt, NRGCOM, erarbeitet praxistaugliche Modelle, wie Bürger, Kommunen und kleine Unternehmen gemeinsam in erneuerbare Energien investieren, Strom lokal nutzen und Wertschöpfung in der Region halten können. Das Projekt wird bis Juni 2026 mit 2 Millionen Euro gefördert und unter Beteiligung der Technischen Hochschule Deggendorf, des Bürgerenergie Bayern e.V. und des Landratsamt Passau umgesetzt. Die im Projekt entwickelten Werkzeuge und Erfahrungen sollen künftig weiteren bayerischen Kommunen zur Verfügung gestellt werden, unter anderem in Form von Leitfäden, Beratungsangeboten oder digitalen Planungstools.

Doris Kirchner

Doris Kirchner, Chefin vom Dienst

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