„Heimatbericht 2024“ und „Heimatspiegel 2025“: Bayern weiter auf der Erfolgsspur

GZ Ausgabe GZ-23-2025 vom 4. Dezember 2025 | Landes-, Bundes- und Europapolitik, Verbände
von Doris Kirchner
Titelbild Heimatbericht
Heimatbericht 2024 Ansicht

Die Menschen in Bayern sind sehr heimatverbunden und engagiert. Wie Finanz- und Heimatminister Albert Füracker bei der Vorstellung der Ergebnisse des „Heimatspiegel Bayern 2025“ und der Vorstellung des „Heimatberichts 2024“ in Nürnberg darlegte, gaben bei einer Befragung seines Ministeriums rund 90 Prozent an, gerne im Freistaat zu leben und sich hier zuhause zu fühlen.

„Der aktuelle Heimatbericht 2024 macht deutlich: Bayern ist weiter auf Erfolgskurs“, hob Füracker hervor. Trotz sinkender Geburtenrate sei die Einwohnerzahl im gesamten Freistaat 2024 auf rund 13,2 Millionen Menschen angestiegen. Den größten Zuwachs gab es in Oberbayern, gefolgt von Schwaben. In Oberfranken blieb die Bevölkerungszahl dagegen weitgehend konstant.

Sechs Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in Bayern

Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Freistaat hat sich 2024 auf knapp 6 Millionen erhöht. Als Speerspitze im Ländervergleich ist die bayerische Arbeitslosenquote mit 3,7 Prozent auch weiterhin deutlich unter dem Bundesdurchschnitt, der 2024 bei 6,0 Prozent lag. Auch dank der guten Beschäftigungssituation ist das nominale bayerische Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2023 um rund 50 Milliarden Euro auf rund 773,6 Milliarden Euro angestiegen – im Verdichtungsraum gleichermaßen wie im ländlichen Raum um rund sieben Prozent. „Wir kommen unserem Ziel immer näher, gleichwertige Lebensverhältnisse und Arbeitsbedingungen in Stadt und Land zu schaffen“, machte der Minister deutlich und betonte die Bedeutung des ländlichen Raums, der 90 Prozent der Fläche Bayerns ausmache. Er sei Heimat für 55 Prozent der Einwohner, knapp 44 Prozent der Wirtschaftskraft seien 2023 im ländlichen Raum erwirtschaftet worden.

Laut Umfrage spüren die Menschen in Bayern eine starke Bindung zu ihrer Heimat. Insgesamt 81 Prozent der in Deutschland geborenen Befragten beschreiben sich selbst als heimatverbunden. Auch bei den im Ausland geborenen Personen ist dieses Gefühl mit 63 Prozent deutlich ausgeprägt. Am heimatverbundensten fühlen sich die Menschen über 75 Jahre mit 62 Prozent. Aber auch 51 Prozent der unter 20-Jährigen schätzt ihre Heimat als wichtigen Teil ihrer Identität.

Für viele Menschen ist Heimat ein Ort, der Geborgenheit, Identität und Zusammenhalt vermittelt. Auch in der aktuellen Umfrage empfinden 76 Prozent der Befragten das Thema Heimat als persönlich wichtig.

Sicherheit bedeutet Lebensqualität

Das Sicherheitsempfinden beeinflusst in besonderem Maße, wie wohl wir uns an unserem Wohnort fühlen. Ein hohes Sicherheitsgefühl fördert das allgemeine Wohlbefinden und damit auch die Lebensqualität insgesamt. Über 68 Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer gaben an, sich an ihrem Wohnort sicher zu fühlen.

Für 81 Prozent der Befragten ist Bayern zudem mehrheitlich ein attraktives Bundesland, das seinen Einwohnerinnen und Einwohnern viel zu bieten hat. Handlungsbedarf sehen die Bürger allerdings noch bei der Entwicklung des Heimatortes: Nur 39 Prozent der Städterinnen und Städter erkennen einen Fortschritt, bei den ländlichen Bewohnerinnen und Bewohnern ist das Ergebnis mit 45 Prozent leicht besser. Die bayerischen Kommunen sind die zentralen Akteure vor Ort für eine lebendige Heimat. Sie stehen jedoch vor immer neuen Herausforderungen, unter anderem durch die angespannte Haushaltslage, den demografischen Wandel oder die Digitalisierung.

Traditionen, Dialekte und Bräuche bewahren

82 Prozent der Befragten finden es wichtig, Traditionen, Dialekte und Bräuche zu bewahren, zu leben und weiterzugeben. Auch 64 Prozent der jungen Menschen unter 20 Jahren stimmt dem zu. Es scheint: Heimat bleibt ein Anker. Obwohl gerade jungen Menschen durch eine globalisierte Welt, mehr Mobilität und Flexibilität die Welt offensteht, verlieren sie nicht ihre heimatlichen Wurzeln. Auch der Zusammenhalt scheint groß zu sein: 73 Prozent der Menschen gaben an, bei Bedarf Hilfe aus der Nachbarschaft zu erhalten.

Das Engagement der Freiwilligen ist das Herzstück vieler sozialer, kultureller und gemeinnütziger Projekte. Über die Hälfte der Befragten (54 Prozent) engagiert sich ehrenamtlich. Weitere 16 Prozent wären bereit, sich zu engagieren. Besonders aktiv sind die gebürtigen Bayerinnen und Bayern (56 Prozent). Von den Menschen, die in einem EU-Mitgliedsstaat bzw. einem Drittstaat außerhalb der EU geboren sind, engagiert sich im Schnitt bereits jede dritte Person (37 Prozent bzw. 32 Prozent) ehrenamtlich.

Zahlreiche Vereine und ehrenamtliche Organisationen fördern die Gemeinschaft und den Zusammenhalt in der Gesellschaft. Sie sind eine unverzichtbare Säule, die in den verschiedensten Lebensbereichen Angebote schaffen und unterstützen. 67 Prozent der Befragten sind der Ansicht, sie prägen das soziale Leben am Ort.

Mit dem jährlichen Heimatbericht will die Staatsregierung die wirtschaftliche und soziodemografische Entwicklung Bayerns nachvollziehen und die Erkenntnisse in ihre Politik einfließen lassen. Bei einem Heimatdialog – dazu gehörten etwa Bürgergespräche, ein Fachkongress und eine Online-Befragung – waren die Menschen zudem aufgerufen, sich mit Ideen zum Zusammenhalt und zur Stärkung ihrer Heimat einzubringen.

Mehr als 11.000 Menschen haben sich den Angaben nach daran beteiligt. Die Bürgerinnen und Bürger forderten etwa, das Ehrenamt strukturell zu fördern und mehr bedarfsgerechten Wohnraum für Ältere zu schaffen. Außerdem sollten politische Themen besser erklärt werden. Insgesamt kamen rund 140 Vorschläge zusammen. Diese sollen laut Füracker nun in die Weiterentwicklung der Heimatstrategie einfließen.

Doris Kirchner

Doris Kirchner, Chefin vom Dienst

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