Förderung für innovative Heimatprojekte: „Heimat. Engagiert!“

GZ Ausgabe GZ-15-16-2026 vom 30. Juli 2026 | Landes-, Bundes- und Europapolitik, Verbände
von Doris Kirchner
Bild: Florian Graser/StMFH
Bild: Florian Graser/StMFH

Das Bayerische Staatsministerium der Finanzen und für Heimat hat gemeinsam mit dem Bayerischen Landesverein für Heimatpflege Ende 2023 das Förderprogramm „Heimat.Engagiert!“ gestartet. Zunächst als Pilotprojekt angelegt, werden jährlich bis zu 40 Vorhaben zur Heimat- und Brauchtumspflege mit jeweils 2.000 Euro unterstützt.

Im Rahmen der aktuellen Förderrunde übergab Staatsminister Albert Füracker in München Förderbescheide für zwölf Heimatprojekte aus ganz Bayern.

Geschichte und Archäologie neu erzählt

Der Historische Verein für die Stadt und den Landkreis Fürstenfeldbruck erhält Unterstützung für die Sonderausstellung „Archäologie entdecken – 25 Objekte, 5 Perspektiven“. Zum 25-jährigen Bestehen des Vereins zeigt sie anhand regionaler Fundstücke, wie Archäologie erforscht, dokumentiert und vermittelt wird. Wissenschaftliche Erkenntnisse werden dabei mit dem Engagement zahlreicher Ehrenamtlicher verbunden.

Der Wasserburger Filmemacher Florian Schmitt wird für den Heimat-Kurzfilm „Flüstern im Nebel“ gefördert. Der Film verbindet regionale Geschichte, Familienerinnerungen und Dialekt mit einer modernen Erzählweise und führt durch die historische Altstadt von Wasserburg am Inn.

Die Arbeitsgruppe Kultur und Ortsgeschichte Übersee widmet sich der Heinrich-Porzellanmanufaktur und ihrer Kunstabteilung. Zahlreiche Leihgaben aus der Bevölkerung dokumentieren die Bedeutung des traditionsreichen Handwerks für den Ort und erinnern an die dort zwischen 1947 und 1972 tätigen Porzellankunstmalerinnen und -maler.

Zum 400-jährigen Bestehen der Sebastianiprozession 2027 veröffentlicht die Bürgerbruderschaft Vilshofen einen Sonderband des Vilshofener Jahrbuchs. Er beleuchtet Geschichte und Bedeutung der Prozession und gilt als wertvoller Beitrag zur Erforschung von Volksfrömmigkeit und Bruderschaftswesen.

Brauchtum vermitteln

Der Trachtenverein „D’Innviertler“ Rosenheim erhält eine Förderung für den „Tag des Brauchtums“. Neben Trachten, Musik und Informationsständen stehen der Austausch verschiedener Kulturen sowie Mitmachangebote für junge Menschen im Mittelpunkt.

Mythen und Propheten

Der Verein Rotes Schulhaus in Rinchnach beleuchtet in der Ausstellung „Mühlhiasl – Mythos, Mensch, Waldprophet“ die historische Figur des legendären Waldpropheten und ihre Bedeutung für die regionale Erzählkultur. Moderne Gestaltungselemente ermöglichen einen zeitgemäßen und kritischen Zugang.

Der Arbeitskreis Historisches Handwerk Tirschenreuth produziert Videos zur traditionellen Fassherstellung. Sie dokumentieren das Handwerk, vermitteln dessen Arbeitsschritte anschaulich und tragen dazu bei, dieses Kulturerbe dauerhaft zu bewahren.

Heimat digital und kreativ erleben

Der Heimatverein Betzenstein entwickelt eine moderne Präsentation der Stadtgeschichte. Führungen werden durch Videos und multimediale Elemente ergänzt, um besonders Schülerinnen und Schüler für regionale Geschichte und ehrenamtliches Engagement zu begeistern.

In Hallstadt erinnert Christine Meier mit dem Projekt „AN-(euch)-DENKEN“ an die bayerische Wirtshauskultur. Im denkmalgeschützten ehemaligen Gasthaus „Zum Bären“ machen historische Fotos, Filme und Erinnerungsstücke die Geschichte des Hauses und das frühere gesellschaftliche Leben wieder erlebbar.

Die Ausstellung „100 Jahre Segelflug am Hesselberg“ dokumentiert mithilfe von Archivmaterial, persönlichen Erinnerungen, Fotos und historischen Modellen die Entwicklung des Segelflugs und bewahrt ein wichtiges Kapitel mittelfränkischer Kulturgeschichte.

Der Theaterverein Greußenheim erhält Unterstützung für das Freilichtspiel „Kaiser Karl kehrt zurück: Das Erbe von Gruzen“. Das Stück verbindet eine lokale Legende über Kaiser Karl mit Mundart, Schauspiel und ehrenamtlichem Engagement.

Erinnerungen für die Zukunft bewahren

Der Geschichtskreis Klingenberg baut mit dem „Bildarchiv Klingenberg“ ein digitales Gedächtnis der Stadt auf. Historische Fotos, Filme, Dias und Audiodokumente werden gesammelt, digitalisiert und dauerhaft zugänglich gemacht. So entsteht eine zeitgemäße Ergänzung der klassischen Ortschronik.

Doris Kirchner

Doris Kirchner, Chefin vom Dienst

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