Festakt „Heimat Bayern“ in Nürnberg: „Heimatpreis“ für bayerische Initiativen
von Doris Kirchner

Im Rahmen des Festakts „Heimat Bayern“ in Nürnberg haben Heimatminister Albert Füracker und Staatssekretär Martin Schöffel acht bayerische Projekte und Vereine aus Franken und der Oberpfalz mit dem „Heimatpreis“ ausgezeichnet. Gewürdigt wurde besonderes ehrenamtliches Engagement unter anderem für den Erhalt des Kulturerbes und die Denkmalpflege sowie in den Bereichen Theater, Kultur und Geschichte.
Engagement für Geschichte und Kultur in der Oberpfalz
Aus der Oberpfalz erhielt der Förderverein Schloss Burgtreswitz den Preis. Der 1985 gegründete Verein setzt sich für die Erhaltung und Restaurierung des Schlosses sowie dessen kulturelle und heimatkundliche Nutzung ein. Dazu organisiert er unter anderem Burg- und Weinfeste, Sängertreffen, Konzerte, Volksmusikabende, Kinderferienprogramme, Führungen, Theaterabende und Tage des offenen Denkmals. Auch die Sanierungs- und Sicherungsarbeiten am Schloss, für die die Marktgemeinde Moosbach als Bauträger verantwortlich ist, unterstützt der Verein mit Arbeitsleistungen und finanziellen Beiträgen.
Geschichte auf der Bühne lebendig halten
Der Festspielverein Neunburg vorm Wald mit mehr als 500 Mitgliedern ist seit 1988 Träger des Burgfestspiels „Vom Hussenkrieg“. Die Ehrenamtlichen pflegen auch das Festspielhaus und den „Zwinger“ und vertreten Neunburg bei verschiedenen Veranstaltungen. Über die Organisation des Festspiels hinaus widmet sich der Verein der Vermittlung historischen Wissens über die Zeit der Hussiten. Seit 1990 organisiert er zudem den Mittelaltermarkt mit Hussitenlager.
Theater und Geschichtsarbeit in Oberfranken
Mit dem Colloquium Historicum Wirsbergense – Heimat- und Geschichtsfreunde in Franken wurde ein Verein aus dem oberfränkischen Lichtenfels geehrt. Mit 19 Gruppen und fast 2.000 Mitgliedern ist er der zahlenmäßig größte Geschichtsverein im Freistaat. Er veranstaltet jährlich mehr als 100 Vorträge, bietet Führungen zu historischen Stätten an und gibt ein Jahrbuch heraus. Seit der Pandemie gehören auch Online-Vorträge zum Programm. Das jährliche Sommerprogramm umfasst Führungen vor Ort, an denen häufig mehr als 150 Menschen teilnehmen.
Mit dem Heimatpreis bedacht wurde außerdem die naturbühne gGmbH aus Oberfranken. Auf der Naturbühne Trebgast wird seit 1953 ohne Unterbrechung Theater gespielt. Zu den Sommerspielen kommen jährlich zehntausende Besucher. Das Angebot umfasst neben dem Amateurtheater auch eine theaterpädagogisch geleitete Kinder- und Jugendtheatersparte sowie Mitmachangebote für Seniorinnen und Senioren.
Denkmalpflege und gelebtes Brauchtum
Der Ortsverein Rudelsdorf im Landkreis Roth (Mittelfranken) wurde für seinen Einsatz zum Erhalt historischer Gebäude geehrt. Unter anderem wandelten die Vereinsmitglieder ein ehemaliges Feuerwehrhaus in eine Dorfkapelle um und trugen damit zur Bewahrung eines ortsbildprägenden Gebäudes bei.
Der Heimat- und Geschichtsverein Erlangen bekam den Heimatpreis für sein Engagement zur Bewahrung der Stadtgeschichte. Zu den Projekten des Vereins gehörte unter anderem die Sanierung eines der ältesten Stadthäuser Erlangens.
Preisträgerin ist auch die Heimatspielgemeinde Münnerstadt in Unterfranken. 1927 gegründet, widmet sie sich dem Erhalt und der Pflege der historischen Heimatspiele und trägt damit zur Vermittlung regionaler Geschichte und zur Pflege des kulturellen Erbes bei.
Eine weitere Würdigung erfuhr der Verein für Heimat- und Brauchtumspflege Geldersheim aus Unterfranken für sein Engagement zum Erhalt und zur Pflege heimatlicher Bräuche, fränkischer Volkstänze und Trachten sowie des Theaterspiels. Der 1988 gegründete Verein unterhält eine Kinder-, Jugend- und Erwachsenentanzgruppe. Eine zentrale Veranstaltung im Vereinsjahr ist die Galderschummer Kerwa, bei der seit 1989 wieder die Fichtenmädchen und -burschen den Kirchweihtanz aufführen.