Europa muss vor Ort funktionieren

GZ Ausgabe GZ-20-2026 vom 22. Oktober 2026 | Landes-, Bundes- und Europapolitik, Verbände
von Redaktion
Gruppenfoto
V.l.: Landrat Stefan Löwl, Landkreis Dachau, Manfred Weber, MdEP, Ilse Aigner, Landtagspräsidentin, Dr. Andreas Lenz, MdB, Andronike Amponsah, Isar Aerospace, Dr. Florian Herrmann, Leiter der Staatskanzlei, Staatsminister für Bundes- und Europaangelegenheiten, Internationales und Medien, Prof. Dr. Angelika Niebler, MdEP, Tanja Schorer-Dremel, MdL, Thomas Huber, MdL,  Armin Reinartz, Proxima Fusion und Alex Dorow, MdL. Bild: Büro Niebler 

Beim Europapolitischen Frühschoppen in Neufarn diskutierten Politik, Wirtschaft und kommunale Praxis über Wettbewerbsfähigkeit, Bürokratie und die Frage, wie viel Regulierung Europa verträgt. Gerade aus kommunaler Sicht wurde dabei eine Forderung besonders deutlich: Mehr Vertrauen in diejenigen, die Entscheidungen vor Ort umsetzen müssen.

Neufarn. Wie viel Europa braucht Bayern und wie viel Regulierung verträgt der Standort? Beim Europapolitischen Frühschoppen im Gutsgasthof Stangl diskutierten Gastgeberin Prof. Dr. Angelika Niebler, Mitglied des Europäischen Parlaments, der EVP-Fraktionsvorsitzende Manfred Weber, Landtagspräsidentin Ilse Aigner, Staatskanzleichef Dr. Florian Herrmann sowie Vertreter aus Wirtschaft und kommunaler Praxis.

Weber und Aigner betonten die Bedeutung des europäischen Binnenmarkts für Bayerns Wirtschaft. Gemeinsame Regeln seien notwendig, um gleiche Wettbewerbsbedingungen zu schaffen. Zugleich müsse Europa unnötige Bürokratie abbauen. Herrmann plädierte dafür, politische Entscheidungen stärker aus Sicht der Unternehmen zu beurteilen und Innovationen nicht durch übermäßige Regulierung auszubremsen.

Wie unmittelbar sich Standards und Vergaberegeln auf kommunale Investitionen auswirken, zeigte Brigitte Keller vom Landratsamt Ebersberg am Beispiel einer Schulerweiterung. Ein ursprünglich mit 28 Millionen Euro kalkuliertes Vorhaben sei bereits zum diesjährigen Schuljahresbeginn für 15 Millionen Euro in Betrieb gegangen.

Ihre Forderung an die Gesetzgeber: Kommunen bräuchten mehr Spielraum bei der Vergabe öffentlicher Bauleistungen. Sie sollten selbst entscheiden können, ob sie einzelne Gewerke oder einen Generalunternehmer beauftragen. Auch Standards müssten auf ihre Notwendigkeit überprüft werden, um Bauprojekte schneller und kostengünstiger umzusetzen.

Dass wirtschaftliche Entwicklung ebenfalls von kommunalen Voraussetzungen abhängt, verdeutlichte Andronike Amponsah von Isar Aerospace. Für das Wachstum von Hightech-Unternehmen brauche es Unterstützung auf allen Ebenen – bis hin zu konkreten kommunalen Themen wie Bushaltestellen und Stromanschlüssen. Auch Vertreter von TYTAN Technologies und Proxima Fusion verwiesen auf die Bedeutung leistungsfähiger Infrastruktur, qualifizierter Fachkräfte und einer starken industriellen Basis.

Mehr Vertrauen

Bürgermeister Peter Ostenrieder warb für mehr Vertrauen zwischen den politischen Ebenen. In den Kommunen entstehe mitunter der Eindruck, dass ihnen von Land, Bund und Europa zu wenig zugetraut werde. Dabei wüssten die Verantwortlichen vor Ort, was notwendig sei. Mehr Vertrauen könne staatliches Handeln schneller, schlagkräftiger und günstiger machen.

Aigner griff diesen Gedanken auf und verwies auf den hohen Aufwand, den Kontrollen und Dokumentationspflichten bei Unternehmen und Behörden verursachen. Entscheidend sei deshalb, europäische Vorgaben so zu gestalten, dass sie in der Praxis funktionieren. Denn gerade bei öffentlichen Bauvorhaben und der kommunalen Infrastruktur zeigt sich, ob Regelungen tatsächlich wirtschaftlich und praktikabel sind.enorme Arbeit. Zugleich müssten die unterschiedlichen politischen Ebenen besser verstehen, unter welchen Bedingungen die jeweils andere arbeite.

Redaktion

Redaktion

Ihre optimale Website-Nutzung

Diese Website verwendet Cookies und bindet externe Medien ein. Mit dem Klick auf „✓ Alles akzeptieren“ entscheiden Sie sich für eine optimale Web-Erfahrung und willigen ein, dass Ihnen externe Inhalte angezeigt werden können. Auf „Einstellungen“ erfahren Sie mehr darüber und können persönliche Präferenzen festlegen. Mehr Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Detailinformationen zu Cookies & externer Mediennutzung

Externe Medien sind z.B. Videos oder iFrames von anderen Plattformen, die auf dieser Website eingebunden werden. Bei den Cookies handelt es sich um anonymisierte Informationen über Ihren Besuch dieser Website, die die Nutzung für Sie angenehmer machen.

Damit die Website optimal funktioniert, müssen Sie Ihre aktive Zustimmung für die Verwendung dieser Cookies geben. Sie können hier Ihre persönlichen Einstellungen selbst festlegen.

Noch Fragen? Erfahren Sie mehr über Ihre Rechte als Nutzer in der Datenschutzerklärung und Impressum!

Ihre Cookie Einstellungen wurden gespeichert.