Kommunale Entwicklung: Bayern stärkt Heimatstrategie
von Doris Kirchner

Der Freistaat Bayern setzt seine Heimatstrategie fort und richtet sie auf aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen aus. Wie Finanz- und Heimatminister Albert Füracker in Nürnberg erklärte, soll die Strategie in den kommenden Jahren insbesondere den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken sowie kommunale und regionale Strukturen sichern und weiterentwickeln.
Die Heimatstrategie wurde 2014 ins Leben gerufen, um gleichwertige Lebens- und Arbeitsbedingungen in allen Regionen Bayerns zu fördern. Angesichts von Veränderungen in Gesellschaft, Wirtschaft und Technologie wird das Konzept regelmäßig angepasst. Nach der Weiterentwicklung unter dem Titel „Offensive.Heimat.Bayern 2025“ erfolgt nun eine erneute Fortschreibung für die nächsten sieben Jahre unter dem Leitgedanken „Starker Zusammenhalt in einer Gesellschaft im Wandel“.
Im Mittelpunkt stehen zwei zentrale Handlungsfelder: die Stärkung regionaler und kommunaler Strukturen sowie die Förderung des gesellschaftlichen Miteinanders. Daraus leiten sich neun strategische Ziele ab. Dazu zählen unter anderem die Sicherung der finanziellen Handlungsfähigkeit der Kommunen, der weitere Ausbau der Digitalisierung, die Steigerung der Attraktivität des ländlichen Raums sowie die Unterstützung regionaler Kultur und Traditionen.
Darüber hinaus sollen Maßnahmen zur Anpassung an den demografischen Wandel, zur Stärkung des Demokratievertrauens und zur Förderung ehrenamtlichen Engagements umgesetzt werden. Auch die Bürgerbeteiligung soll ausgebaut werden.
Bürgerdialog
Zu den neuen Projekten zählt der Bürgerdialog „Heimatdialog.Grenznah“, der Mitte Juni startete. Bürgerinnen und Bürger aus Niederbayern, der Oberpfalz und Oberfranken können sich dabei sowohl online als auch bei regionalen Veranstaltungen an der Diskussion über die Zukunft ihrer Heimatregion beteiligen. Im Mittelpunkt stehen Entwicklungsperspektiven für die bayerischen Grenzgebiete entlang der tschechischen Grenze.
Ein weiteres Vorhaben beschäftigt sich mit „Heimat-Kümmerern“, Menschen, die sich vor Ort besonders für das Gemeinwesen engagieren. In einem Forschungsprojekt sollen ihre Rolle und ihre Unterstützungsmöglichkeiten untersucht werden. Ziel ist es unter anderem, Wege zur Gewinnung neuer Ehrenamtlicher aufzuzeigen.
Für den Herbst ist zudem das Pilotprogramm „DEMOGRAFIEfest – Kompetenzen für den Wandel in Bayerns Kommunen“ geplant. Es soll ausgewählten Kommunen helfen, Strategien für die Herausforderungen einer alternden Gesellschaft zu entwickeln. Begleitend sind eine landesweite Bürgerbefragung zum Thema Werte sowie ein neuer Heimat-Newsletter vorgesehen.
Neben den neuen Initiativen setzt die Staatsregierung weiterhin auf bestehende Maßnahmen. Dazu gehören der kommunale Finanzausgleich, Förderprogramme zur Heimatpflege, Wettbewerbe wie der Heimatpreis Bayern oder das Gütesiegel Heimatdorf, die Fortführung von Behördenverlagerungen sowie Investitionen in Digitalisierung und Gigabit-Infrastruktur.
Nach Angaben des Heimatministeriums soll die weiterentwickelte Strategie dazu beitragen, die Lebensqualität in allen Regionen Bayerns langfristig zu sichern und den Freistaat für zukünftige Herausforderungen gut aufzustellen.