Bayerischer Engagiert-Preis 2026: Ehrenamtliche schenken Hoffnung
von Doris Kirchner

Bayern ist Ehrenamtsland. Bei der Verleihung des Bayerischen Engagiert-Preises in München würdigte Innenminister Joachim Herrmann herausragende Leistungen im Ehrenamt für die Sicherheit der Menschen in Bayern, im Sport und in der Integration. „Ehrenamtliche schenken Hoffnung, stiften Gemeinschaft und übernehmen Verantwortung“, betonte der Minister. Mehr als fünf Millionen Menschen engagierten sich im Freistaat freiwillig für andere. „So unterschiedlich die Aufgaben auch sind – eines verbindet jedes Ehrenamt: Menschen setzen ihre Zeit, ihre Fähigkeiten und ihre Energie dafür ein, das Leben anderer Menschen sicherer, besser oder schöner zu machen.“
In der Kategorie „Herz“ wurde der Malteser Hilfsdienst Würzburg für seine ehrenamtliche Hospizarbeit ausgezeichnet. In der Kategorie „Mut“ gewannen die Rettungskräfte der hubschraubergestützten Wasserrettung der DLRG Bayern. Der Preis in der Kategorie „Ausdauer“ ging an die Ski- und Bergsportabteilung des TSV Kareth-Lappersdorf und den Förderverein Blindenskisport Lappersdorf e. V. Seit 15 Jahren bilden sie Ski-Guides für blinde und sehbehinderte Skifahrerinnen und Skifahrer aus. In der Kategorie „Feuer & Flamme“ wurde die Sektion Hochland des Deutschen Alpenvereins für ihr ehrenamtliches Engagement beim Ersatzneubau der Hochlandhütte bei Mittenwald geehrt.
Politische Bildung auf Augenhöhe
Mit diesem Ansatz überzeugte die Augsburger Jugendredaktion „Kommunalwahl4you“ die Jury und erhielt den „Sonderpreis Jugend“ des Bayerischen Innenministeriums. Zehn Jugendliche im Alter von 16 bis 18 Jahren produzierten zur Kommunalwahl 2026 insgesamt 17 Videos für die sozialen Medien. Darin erklärten sie unter anderem, wie Briefwahlunterlagen beantragt werden, wie die Wahl des Stadtrats funktioniert und warum Kommunalpolitik junge Menschen unmittelbar betrifft. Auch vermeintlich komplizierte Themen wie Kumulieren und Panaschieren wurden verständlich für Erstwählerinnen und Erstwähler aufbereitet.
Die Beiträge erschienen auf dem TikTok-Kanal „Kommunalwahl4you“ sowie teilweise auf Instagram und sind auch über den „AUX-O-MAT“ abrufbar. Die Jugendlichen übernahmen den gesamten Produktionsprozess – von der Themenfindung über die Arbeit vor und hinter der Kamera bis zur Veröffentlichung. Fachlich und pädagogisch begleitet wurde die Redaktion von der Medienstelle Augsburg des JFF (MSA), dem Stadtjugendring Augsburg (SJR) und dem Amt für Kinder, Jugend und Familie (AKJF).
Das Projekt sollte insbesondere Erstwählerinnen und Erstwähler auf Augenhöhe erreichen und für demokratische Beteiligung begeistern. Gleichzeitig vermittelte es Wissen über demokratische Strukturen auf kommunaler Ebene und stärkte Medienkompetenz, Teamarbeit und Eigenverantwortung der beteiligten Jugendlichen.
Den Sonderpreis des Innen- und Integrationsministers verlieh Joachim Herrmann an „buntkicktgut“. Die interkulturelle Münchner Straßenfußball-Liga entstand aus der Betreuungsarbeit mit Kindern und Jugendlichen in Gemeinschaftsunterkünften für Bürgerkriegsflüchtlinge und Asylbewerber. Die Initiative wurde vor 28 Jahren in Münchner Flüchtlingsunterkünften gegründet und bringt mittlerweile auch überregional Kinder und Jugendliche unterschiedlicher Herkunft zusammen. Über den gemeinsamen Sport fördert das Projekt Begegnung, Integration und gesellschaftliches Miteinander.
Eine weitere Ehrung erhielt der Bayerische Fußball-Verband für seine Schiedsrichterkampagne „Wir regeln das!“.