Armutsquote steigt auch in Bayern
von Redaktion

Der neue Armutsbericht des Paritätischen Gesamtverbands zeichnet ein besorgniserregendes Bild: Die soziale Spaltung in Deutschland nimmt weiter zu. Bundesweit leben inzwischen 13,3 Millionen Menschen in Armut; die Armutsquote stieg auf 16,1 Prozent. Besonders betroffen sind ältere Menschen, Frauen, Alleinerziehende und Alleinlebende.
Bayern steht im Bundesvergleich zwar weiterhin vergleichsweise gut da, verzeichnet jedoch ebenfalls einen Anstieg der Armutsquote. Lag diese im Armutsbericht 2025 noch bei 11,8 Prozent, sind nun 12,6 Prozent der Menschen im Freistaat von Armut betroffen. Die Entwicklung innerhalb Bayerns fällt dabei unterschiedlich aus: Während Oberbayern (11,8 Prozent), Schwaben (11,4 Prozent) und Niederbayern (12,3 Prozent) zu den Regionen mit den niedrigsten Armutsquoten Deutschlands zählen, liegen die Werte in der Oberpfalz (14,6 Prozent), Mittel- und Oberfranken (je 13,7 Prozent) sowie Unterfranken (13,2 Prozent) deutlich höher.
Nach Einschätzung des Paritätischen prägen insbesondere in Nordbayern niedrigere Einkommen, der Verlust industrieller Arbeitsplätze, der demografische Wandel und infrastrukturelle Defizite die Lebensrealität vieler Menschen. Die Folge seien erhöhte Armutsrisiken vor allem für Familien mit geringem Einkommen, Alleinerziehende und ältere Menschen.
Bundesweit zeigt sich Armut zunehmend auch in konkreten Einschränkungen des Alltags. Millionen Menschen können unerwartete Ausgaben nicht bewältigen, sparen beim Heizen oder verzichten auf gesellschaftliche Teilhabe. 4,6 Millionen Menschen leben inzwischen in erheblicher materieller Entbehrung. Der Paritätische fordert daher eine Stärkung der sozialen Sicherungssysteme und warnt vor weiteren Kürzungen im Sozialbereich.