Interkommunale Wasserversorgung: Pöringer Gruppe schafft mehr Sicherheit im Trinkwassernetz
von Redaktion

Mit einer neuen Leitungsverbindung stärkt die Pöringer Gruppe die Trinkwasserversorgung in Pürgen, Penzing, Weil und Schwifting. Der Ringschluss zwischen Schwabhausen und Geretshausen soll technische Ausfälle besser abfedern und eine flexiblere Steuerung des Netzes ermöglichen. Dahinter steht eine langfristige Strategie, die Leitungen, Brunnen, Quellen und Speicher umfasst. Der Ringschluss ist ein zentraler Baustein für die Versorgung von mehr als 14.000 Einwohnern in den Gemeinden Pürgen, Penzing, Weil und Schwifting. Im September beginnen die Baumaßnahmen.
Bislang beruhte die Wasserverteilung im Wesentlichen auf einer Versorgung von Süden nach Norden. Künftig soll das Verbandsgebiet in zwei Bereiche gegliedert werden: Der Norden wird im Normalbetrieb aus Schwabhausen, der Süden aus Pürgen versorgt. Über den Ringschluss können sich beide Zonen bei Wartungsarbeiten oder technischen Störungen gegenseitig unterstützen. Dadurch sinkt das Risiko, dass der Ausfall einer Anlage oder eines Leitungsabschnitts größere Teile des Verbandsgebiets beeinträchtigt. Insbesondere Weil und Penzing sollen von der zusätzlichen Absicherung profitieren.
Umgesetzte Maßnahmen
Das Vorhaben ist Teil eines Strukturplans mit einem Gesamtvolumen von rund 40 Millionen Euro. Damit sollen die Wassergewinnung, das Leitungsnetz und die Speicheranlagen schrittweise modernisiert werden. Die interkommunale Zusammenarbeit ermöglicht es den vier Mitgliedsgemeinden, größere Investitionen gemeinsam zu tragen. Der Zweckverband arbeitet kostendeckend und verrechnet die abgenommenen Wassermengen an die Gemeinden.
Mehrere Maßnahmen wurden bereits umgesetzt. Dazu gehören die Leitung von Ramsach nach Schwabhausen, die Regenerierung der Schwabhausener Brunnen und die Erstellung des Modernisierungsplans. Derzeit läuft die Sanierung der Quelle in Pitzling. Darüber hinaus haben die beiden technischen Fachkräfte des Verbands ihre Weiterbildung zum Wassermeister abgeschlossen. Als nächstes Großprojekt ist für 2027 und 2028 ein neuer Tiefbehälter bei Schwabhausen vorgesehen. Später sollen unter anderem die Fernleitung zwischen Pürgen und Pestenacker, der Hochbehälter in Pürgen sowie weitere Verbindungsleitungen erneuert werden. Damit wächst nicht nur die Ausfallsicherheit. Zusätzliche Speicher, erneuerte Gewinnungsanlagen und alternative Versorgungswege schaffen auch mehr Handlungsspielraum bei steigendem Bedarf oder längeren Trockenphasen.
Das Projekt zeigt, dass Versorgungssicherheit nicht durch eine einzelne Baumaßnahme entsteht. Entscheidend sind ein langfristiger Strukturplan, redundante Leitungswege, ausreichend Speicherkapazität und qualifiziertes eigenes Personal. Ebenso wichtig ist die Zusammenarbeit über Gemeindegrenzen hinweg: Investitionen lassen sich gemeinsam finanzieren, Ressourcen effizienter nutzen und technische Risiken auf mehrere Anlagen verteilen.