Gedankenaustausch der Mitglieder des Oberpfälzer Wasserpaktes: Wasser in den Boden bekommen und es dort halten

GZ Ausgabe GZ-15-16-2026 vom 30. Juli 2026 | Wasser & Abwasser
von Markus Bauer
In der Mitte Franz Herrler bei seinem Vortrag zum Trinkwasserschutz. V.l.: Emanuel Schlosser und Georg Strobl sowie Dr. Stefan Kremb und Hans-Dietrich Uhl.Bild: Markus Bauer
In der Mitte Franz Herrler bei seinem Vortrag zum Trinkwasserschutz. V.l.: Emanuel Schlosser und Georg Strobl sowie Dr. Stefan Kremb und Hans-Dietrich Uhl.Bild: Markus Bauer

Der von der Bayerischen Staatsregierung im März 2017 initiierte Wasserpakt Bayern, in dem sich Erzeuger, Wasserversorger, Verbände und viele weitere Einrichtungen austauschen, ist auch im Regierungsbezirk Oberpfalz aktiv. So trafen sich die Vertreter der inzwischen 17 regionalen Partner Anfang Juli zu ihrer diesjährigen Arbeitsbesprechung im Technikgelände des Zweckverbandes der Wasserversorgung Laber-Naab in Hohenlohe bei Beratzhausen, um verschiedene Aspekte zu diskutieren. Am Nachmittag ging es dann bei Besichtigungen um praktische Aspekte.

Neben dem Gastgeber, Laber-Naab-Werkleiter Franz Herrler, freute sich Emanuel Schlosser, Sachgebietsleiter „Agrarstruktur und Umweltbelange in der Landwirtschaft“ bei der Regierung der Oberpfalz, in seiner Begrüßung über die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus den Bereichen Land- und Forstwirtschaft, Fischerei, Umwelt, Wasserwirtschaft, Biogas und natürlich aus seinem Amt. Er verwies auf die Bedeutung der Wasserqualität und einer Gewässer schonenden Bewirtschaftung. Dafür sei eine ressortübergreifende Zusammenarbeit wichtig. Bei diesem Treffen gehe es vor allem darum, „neue Ideen und Aktivitäten auf den Weg zu bringen“, so Schlosser.

Wasser und Boden

In seiner Einführung beleuchtete Hans-Dietrich Uhl, Leiter des Sachgebiets Wasserwirtschaft und an diesem Tag Moderator, das beim Treffen im Mittelpunkt stehende Thema „Wasser und Boden“. Über aktuelle Aspekte aus der Wasserwirtschaft informierte Georg Strobl aus eben diesem Sachgebiet: die inzwischen über zwei Jahre anhaltende zu hohe Trockenheit (höhere Temperaturen, geringere Niederschläge), Dürre in den Böden, Rückgang der Grundwasserneubildung, wenig Wasser sowohl in den oberen als auch den unteren Bodenschichten. „Fast keine Messstelle weist normale Werte auf, bei 80 Prozent sind diese zu niedrig“, erläuterte Strobl. Er nannte zudem die beginnende Blaualgenblüte und empfahl Gewässerrandstreifen. Für den Staat, die Kommunen und die Landwirte gebe es noch viele Aufgaben. „Wir haben schon viel erreicht, müssen uns aber weiterhin im Gewässerschutz anstrengen. Das geht uns alle an“, motivierte Strobl abschließend.

Gewässerschutz im Blick

Den Aspekt „Gewässerschutz in der Landwirtschaft“ beleuchtete Dr. Stefan Kremb, stellvertretender Leiter des Sachgebiets „Agrarstruktur und Umweltbelange in der Landwirtschaft“. Ausgehend von ökonomischen Faktoren ging er auf die Auswirkungen und Herausforderungen von Starkregen, Dürre/Trockenheit, Sturzfluten, Erosion usw. auf den Agrarbereich ein. Er verwies auf Maßnahmen der Wasserrahmenrichtlinie, besonders auf die Förderung des Bodenlebens und des Humuserhalts, und auf moderne technische Unterstützung. Ziel müsse, so Kremb zusammenfassend, „eine nachhaltige, moderne Landwirtschaft sein, die die Ernährung sichert.“

Humuserhalt und Humusaufbau

Ergänzend präsentierte Kremb speziell zum Thema „Humuserhalt und Humusaufbau“ Überlegungen von Prof. Dr. Martin Wiesmeier und Martin Sümmerer vom Institut für Agrarökologie und Biologischen Landbau, das bei der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft angesiedelt ist.

In seiner Eigenschaft als 1. Vorsitzender der Kooperation Trinkwasserschutz Oberpfälzer Jura erläuterte Franz Herrler die Tätigkeit der im Jahr 2005 gegründeten Vereinigung, die damals vor dem Hintergrund unterschiedlicher im Wasser enthaltener Schadstoffe entstanden ist. Besonders ging er auf die Zusammenarbeit mit Landwirten ein, vor allem in den Bereichen Zwischenfruchtanbau und Reduzierung der Bodenbearbeitung.

Die zwei letztgenannten Aspekte unterstrichen auch die Landwirte Karl Schön aus Hatzenhof und Günther Böhm aus Buchhausen, die zum ökologischen Landbau gewechselt sind und zu 100 Prozent davon überzeugt sind. „Man tut damit etwas für den Trink- und Hochwasserschutz“, meinte Schön. Und Böhm erklärte: „Man kann auch im Biobereich gute Mengen erreichen. Es geht darum, mit dem Boden so zu arbeiten, dass es dem Boden gut geht.“

Nach der Mittagspause führten Herrler und einer seiner Mitarbeiter durch die technischen Anlagen. Auf Feldern von Schön und Böhm standen dann zum einen technische Geräte wie der Bodenkoffer sowie ein Grubber und ein Flügelschar zur Besichtigung. Zum anderen ging es um die Umsetzung der Fruchtfolge, wo sinnvollerweise mehr als zwei oder drei Früchte angebracht sind.

Grundlegend ging es in Theorie und Praxis um die zentrale Aufgabe, das Wasser (wieder) in den Boden zu bekommen und es dort dann auch länger zu halten.

Markus Bauer

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