Smart City Index 2026: Bayern ist Spitzenreiter

GZ Ausgabe GZ-18-2026 vom 24. September 2026 | Verwaltung & Digitalisierung
von Doris Kirchner
Ansicht einer "Smart City"

Erfreuliche Nachrichten für den Freistaat: Bayern ist beim Smart City Index 2026 des Digitalverbands Bitkom das stärkste Bundesland und löst damit Baden-Württemberg ab. Die bayerischen Großstädte erreichten im Durchschnitt 79,9 Punkte (Vorjahr: 75,1 Punkte). Baden-Württemberg kam auf 78,9 Punkte.

Einen Wechsel gab es auch an der Spitze des bundesweiten Städterankings: Dort löst Stuttgart mit 92,8 Punkten München ab, das 92,0 Punkte erzielte. Auf Rang drei folgt Hamburg mit 91,5 Punkten. Nürnberg verbesserte sich um vier Plätze und erreichte mit 91,3 Punkten Rang vier. Besonders stark schnitt die Norisstadt bei der Verwaltungsdigitalisierung ab. Gemeinsam mit Krefeld belegte sie in diesem Bereich mit jeweils 100 Punkten den ersten Platz. München kam in der Kategorie Verwaltung auf Rang sechs.

Der Index zeigt zugleich Unterschiede zwischen Großstädten verschiedener Größe. Städte mit mehr als einer Million Einwohnern erreichten durchschnittlich 87,5 Punkte, nach 85,8 Punkten im Vorjahr. Städte mit 500.000 bis 999.999 Einwohnern kamen auf 84,5 Punkte, gegenüber 81,0 Punkten im Vorjahr. Bei den Städten mit 100.000 bis 149.999 Einwohnern lag der Durchschnitt bei 66,8 Punkten. Diese Gruppe verzeichnete mit einem Plus von 4,4 Punkten allerdings den stärksten Zuwachs. Der Abstand zwischen den kleinsten und den größten Großstädten verringerte sich dadurch von 23,4 auf 20,7 Punkte.

„Größe hilft, aber auch Kleine können digital“, erläuterte Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst. Mit Erlangen, Hildesheim und Gütersloh zählen drei kleinere Großstädte zu den dynamischsten Aufsteigern.

Bayerns Digitalminister Dr. Fabian Mehring wertete das Abschneiden des Freistaats als Bestätigung der bisherigen Digitalpolitik: „Dass Bayern nun auch beim Smart City Index das stärkste Bundesland ist, zeigt eindrucksvoll: Unsere Digitalpolitik wirkt und geht voll auf.“ Wichtig sei ihm, dass smarte Kommunen kein Privileg der Metropolen seien. Mit den Programmen „Kommunal? Digital!“ und TwinBy würden digitale Lösungen auch in die Fläche getragen. Als Beispiel nannte Mehring einen KI-gestützten Hochwasserschutz, bei dem Satellitendaten und Sensorik eingesetzt werden. Damit sollen Hochwassergefahren früher erkannt und Menschen sowie deren Eigentum besser geschützt werden.

Förderprogramm „Kommunal? Digital!“

Wie digitale Lösungen auch in kleineren Kommunen eingesetzt werden, zeigt nach Angaben des Digitalministeriums die abgeschlossene zwölfmonatige Transferphase des Förderprogramms „Kommunal? Digital!“. Mehr als 50 bayerische Kommunen nutzen demnach inzwischen Lösungen aus den zehn geförderten Modellprojekten. Dazu gehören eine KI-gestützte Baumkontrolle, ressourcenschonende Bewässerung und digitale Hochwasserfrühwarnsysteme.

Einige der entwickelten Lösungen würden inzwischen auch außerhalb des Freistaats eingesetzt, unter anderem in Berlin, Dresden und Wien. Dies sei durch den Wissenstransfer ermöglicht worden, den das Digitalministerium gemeinsam mit sieben der zehn Pilotkommunen durchgeführt habe.

Der Smart City Index wird jährlich vom Bitkom veröffentlicht. Für die Ausgabe 2026 wurden alle deutschen Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern untersucht. In den Themenbereichen Verwaltung, IT und Kommunikation, Energie und Umwelt, Mobilität sowie Gesellschaft und Bildung wurden über 14.400 Datenpunkte erfasst, überprüft und ausgewertet.

Doris Kirchner

Doris Kirchner, Chefin vom Dienst

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