Landkreis Hof präsentiert digitale Zukunft: InnovationsRAUM und neue Website
von Doris Kirchner

Geglückter Startschuss: Gemeinsam mit Landrat Dr. Oliver Bär hat Bundesbauministerin Verena Hubertz die digitale Zukunft des Landkreises Hof vorgestellt. Mit einem symbolischen Klick gab sie die neue Website hoferland-digital.de frei und eröffnete zugleich den „InnovationsRAUM Hofer Land“. Die interaktive Ausstellung bietet einen umfassenden Einblick in die vielfältigen digitalen Entwicklungen im Landkreis.
Im InnovationsRAUM erhalten Besucher an vier thematisch gestalteten Stationen einen Einblick in konkrete digitale Anwendungen des Landkreises. Eine Station widmet sich der Virtuellen Realität. Dort können Interessierte durch das einst geteilte Dorf Mödlareuth reisen oder digitale Planungen von Windrädern, Photovoltaikanlagen und E-Ladesäulen nachvollziehen. Die immersive Darstellung macht deutlich, wie digitale Technologien historische Erfahrungen mit zukunftsgerichteten Planungsprozessen verbinden.
Datenvisualisierungen
Darüber hinaus stehen Dashboards und Datenvisualisierungen im Mittelpunkt. Anhand aufbereiteter Informationen zu Energieverbrauch, Bevölkerungsentwicklung oder Mobilitätsstrukturen wird sichtbar, wie datenbasierte Analysen Transparenz schaffen und diese Daten für die Entwicklung des Landkreises genutzt werden können.
Digitaler Zwilling
Auch das „Internet der Dinge“ wird anschaulich erklärt. In diesem Bereich werden Sensoren vorgestellt, die unter anderem Pegelstände messen, Glättegefahr erkennen oder Löschwasserbehälter überwachen. Diese Beispiele verdeutlichen, wie digitale Messsysteme den Alltag sicherer machen und Verwaltungsprozesse effizienter gestalten können.
Schließlich vermittelt die Präsentation des Digitalen Zwillings, wie der Landkreis Hof inzwischen auch virtuell begehbar geworden ist. Das dreidimensionale Modell ermöglicht es, Bauprojekte zu simulieren, Hochwasserszenarien nachzustellen oder Solarpotenziale zu visualisieren. Dadurch wird eine datengestützte Planung nachvollziehbar und für verschiedene Akteure nutzbar.
Mehrwert im Alltag
„Wir haben konkrete Anwendungsfälle, die zeigen, welchen Mehrwert Digitalisierung im Alltag schafft“, erläuterte Landkreischef Bär und verwies auf VR-Brillen, die etwa das Deutsch-Deutsche Museum in Mödlareuth ergänzen, sowie auf Sensoren für Glätteerkennung und Löschwasserüberwachung. All diese Anwendungen trügen dazu bei, Ressourcen zu sparen, schneller reagieren zu können und Planungen sicherer zu gestalten. Mithilfe des digitalen Zwillings ließen sich zudem hochwassergefährdete Bereiche frühzeitig erkennen und die Siedlungsentwicklung entsprechend ausrichten.
hoferland-digital.de
Als weiterer Meilenstein wurde die Website hoferland-digital.de vorgestellt, die sämtliche digitalen Anwendungen des Landkreises an einem zentralen Ort bündelt. Projektkoordinator Paul-Bernhard Wagner erklärte, dass das Ziel darin bestehe, alle im Landkreis entstehenden Daten auffindbar und nutzbar zu machen. Die zugrunde liegende urbane Datenplattform werde nicht nur vom Landkreis selbst genutzt, sondern gemeinsam mit allen 27 Kommunen betrieben. Damit stünden die Anwendungen Bürgerinnen und Bürgern, Unternehmen sowie Verwaltungen gleichermaßen zur Verfügung.
So können Privatpersonen beispielsweise mithilfe des Solarpotenzialkatasters prüfen, ob sich eine Photovoltaikanlage auf ihrem Dach lohnt.
Unternehmen wiederum profitieren von Standortdaten, und kommunale Verwaltungsmitarbeitende können bestimmte Arbeitsschritte künftig virtuell im digitalen Zwilling erledigen.
Projektkoordinatorin Vanessa Wagner erläuterte, dass die zweijährige Strategiephase des Projekts im September 2020 begonnen habe. Seit 2022 befinde sich der Landkreis in der Umsetzungsphase, die bis 2027 fortgeführt werde. Während dieser Zeit sollen digitale Anwendungen entwickelt und realisiert werden, die für die Bevölkerung konkret erlebbar sind.
Die Region besser verstehen
Bundesministerin Hubertz zufolge demonstriert das Modellprojekt hoferLand.digital, was „digital und smart“ im Alltag bedeutet. Digitale Werkzeuge ermöglichten es etwa, das Erscheinungsbild geplanter Gebäude vorab zu visualisieren, Solarpotenziale auf privaten Dächern zu prüfen oder barrierefreie Wege zu identifizieren. Der Innovationsraum erleichtere es, die eigene Region besser zu verstehen, fundiertere Entscheidungen zu treffen und das Zusammenleben zu verbessern. Für das Projekt stellt der Bund 14,4 Millionen Euro aus dem Smart-Cities-Programm bereit.