Landkreis Augsburg: Stärkung der regionalen Hochwasservorsorge mit digitalen Pegelsensoren

GZ Ausgabe GZ-18-2026 vom 24. September 2026 | Verwaltung & Digitalisierung
von Redaktion
Gruppenfoto
Vorstellung eines Pegelsensors an der Schmutter in der Nähe von Fischach: (v.l.): Walter Albrecht (LEW), Landrat Martin Sailer, Richard Greiner (Bgm. Neusäß), Florian Mair (Bgm. Altenmünster), Landtagsabgeordnete Marina Jakob, Benjamin Früchtl (Bgm. Fischach), Tobias Kunz (Bgm. Nordendorf), Winfried Riedle (Marktbaumeister Fischach) und Michael Smischek (LEW). Bild: Peter Fastl, LEW

Der Landkreis Augsburg setzt bei der Hochwasservorsorge auf digitale Unterstützung: Gemeinsam mit den Kommunen Fischach, Altenmünster, Nordendorf, Gersthofen und Neusäß entsteht derzeit ein Netz moderner Pegelsensoren, das Wasserstände an kleineren Gewässern automatisch erfasst und digital bereitstellt. Zum Einsatz kommt dabei die Inno.Live-Technologie der LEW. Die Inno.Live-Plattform vernetzt Sensoren über ein Funknetz und stellt die Daten zentral bereit für die jeweiligen Anforderungen.

Als erster Landkreis der Region baut der Landkreis Augsburg ein digitales Sensornetz für kleinere Gewässer auf und schafft damit eine neue Datengrundlage für die kommunale Hochwasservorsorge.

Gefördert wird das Vorhaben durch den Freistaat und das Bayerische Staatsministerium für Digitales.

Während große Flüsse bereits seit vielen Jahren engmaschig überwacht werden, fehlen an vielen kleineren Bächen, Gräben und Zuflüssen bislang kontinuierliche Messdaten. Gerade diese Gewässer liegen in der Verantwortung der Kommunen und können bei Starkregenlagen innerhalb kurzer Zeit stark anschwellen. Die neuen Sensoren liefern hier eine verlässliche Datengrundlage für die örtliche Lageeinschätzung. Sie erfassen Wasserstände kontinuierlich und übertragen die Daten über die Inno.Live-Plattform automatisch in ein digitales Portal. Dadurch stehen den Verantwortlichen in Kommunen, Feuerwehren und Bauhöfen aktuelle Informationen zur Verfügung, ohne dass Pegel vor Ort kontrolliert werden müssen.

Ein besonderer Mehrwert entsteht durch die sogenannte Hochwassergruppe. Die beteiligten Kommunen können ihre Messdaten gegenseitig freigeben und erhalten dadurch auch Einblick in Wasserstände oberhalb ihres Gemeindegebiets. So lassen sich Entwicklungen entlang eines Gewässers frühzeitig erkennen und besser einschätzen. Die Idee zu diesem kommunalen Datenaustausch stammt dabei aus den Reihen der beteiligten Kommunen selbst.

Technologisches Rückgrat des Sensornetzes ist die Inno.Live-Plattform der LEW. Die Smart-City-Technologie erfasst Sensordaten über ein Funknetz und führt diese auf einer eigenen Datenbank zusammen. Dieses Online-Portal ist das Herzstück der Technik, denn hierüber können die Anwender jeweils für ihre Bedarfe die Messdaten nutzen. Gleichzeitig bleibt die Datenhoheit bei den jeweiligen Kommunen.

Das Projekt zeigt zugleich einen möglichen Weg für weitere Kommunen und Landkreise auf. Im Landkreis Augsburg ermittelt das Landratsamt zunächst den Bedarf der Kommunen und bündelt deren Rückmeldungen. Anschließend werden Fördermittel beantragt. Nach deren Bewilligung beschaffen die Kommunen die Sensorik und reichen die Rechnungen zur Erstattung ein. Gefördert werden sowohl die Pegelsensoren als auch deren Einbau. Voraussetzung ist die Einhaltung der Förderbedingungen, darunter die Bereitstellung der Daten für zentrale Anwendungen des Krisenmanagements.

Redaktion

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