VDI-/ITAD-Fachkonferenz in Würzburg: „Thermische Abfallbehandlung 2026“
von Doris Kirchner

Die 38. VDI-/ITAD-Fachkonferenz „Thermische Abfallbehandlung 2026“ brachte in Würzburg Fachleute aus Anlagenbetrieb, Wissenschaft, Wirtschaft und Politik zusammen. Im Mittelpunkt standen aktuelle rechtliche, technische und wirtschaftliche Entwicklungen der Branche.
Prof. Dr. Uwe Lahl befasste sich eingangs mit Potenzialen und Risiken des Kunststoffrecyclings. Weitere Beiträge richteten den Blick auf die europäische Ebene und die TAB-Branche in Deutschland. Dr. Ella Stengler von CEWEP und ITAD-Geschäftsführer Dr. Bastian Wens ordneten Entwicklungen in Kreislaufwirtschaft und Emissionshandel sowie weitere europäische Vorhaben ein. Markus Gleis blickte auf 40 Jahre Abfallwirtschaft zurück.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf den rechtlichen Rahmenbedingungen des Anlagenbetriebs. Behandelt wurden unter anderem CCUS, Abfallströme, Wärmeplanung, Fernwärmeregulierung und Abwärmenutzung. Beim Carbon Management und Emissionshandel brachten Malte Bornkamm aus dem Bundeswirtschaftsministerium und Dr. Uwe Neuser aus dem Bundesumweltministerium Perspektiven der Bundespolitik ein.
Diskutiert wurden zudem Klärschlammverbrennung und Phosphorrückgewinnung. Im Mittelpunkt standen technische Verfahren, betriebliche Herausforderungen, Rückgewinnungskapazitäten und Umsetzungsperspektiven. Vorgestellt wurden großtechnische und dezentrale Ansätze, Möglichkeiten zur Emissionsminderung und Betriebsoptimierung sowie die Phosphorrückgewinnung mittels Drehrohrtechnologie.
Ein Schwerpunkt des zweiten Konferenztages war der Umgang mit PFAS in der thermischen Abfallbehandlung. Beiträge zur Siedlungs- und Sonderabfallverbrennung behandelten thermische Abbauprozesse, Analysemethoden, Zersetzungsprodukte und Mineralisierungspfade. Ergänzt wurden sie durch Erfahrungen aus dem Anlagenbetrieb und den europäischen regulatorischen Umgang mit PFAS.
Weitere Beiträge widmeten sich veränderten Abfallströmen am Beispiel der Alttextilien. Dabei ging es um steigende Mengen, sinkende Qualitäten, den Druck auf den Recyclingmarkt und die Rolle der thermischen Behandlung für nicht werkstofflich verwertbare Anteile. Einblicke in die Betriebspraxis boten das Benchmarking thermischer Abfallbehandlungsanlagen und der Vergleich von Neubau-, Anbau- und Umbaulösungen mit Blick auf Kennzahlen, Kostenstrukturen und Synergien.
Zum Abschluss ging es um die Rückgewinnung von Metallen und mineralischen Rohstoffen aus Verbrennungsrückständen. Vorgestellt wurden Ansätze zur Aufbereitung mineralischer Fraktionen für Beton und zur Behandlung von Rauchgasreinigungsrückständen sowie technische, stoffliche, zulassungsrechtliche und wirtschaftliche Aspekte.
Bereits tags zuvor hatte der VDI-/ITAD-Spezialtag „Steigerung der Energieeffizienz bei TAB“ stattgefunden. Themen waren Energiegewinnung und -vermarktung, Speicherlösungen, die Aufwertung von Abwärme durch Wärmepumpen sowie die Verbindung von CO2-Abscheidung und Wärmeversorgung.