Dürre schädigt Wälder in Europa: Kaniber setzt auf Waldumbau und fordert Stopp des Nationalen Wiederherstellungsplans zur umstrittenen EU-Verordnung
von Redaktion

Angesichts der massiven Auswirkungen des Klimawandels auf Europas Wälder fordert Bayerns Forstministerin Michaela Kaniber vom Bund, die Ausarbeitung der „Nationalen Wiederherstellungspläne“ sofort zu stoppen. Nach Ansicht der Ministerin muss Brüssel die auslösende EU-Wiederherstellungsverordnung grundlegend überarbeiten, denn ihre Vorgaben hemmen die dringend notwendige Anpassung der Wälder an den Klimawandel: „Spätestens seit diesem Hitze-Sommer muss jedem klar sein: Wir brauchen neue, klimastabile Zukunftswälder. Wenn aber europäische Vorgaben dazu führen, dass Waldbesitzer an Waldtypen festhalten sollen, die bereits jetzt erkennbar unter Klimastress leiden und von denen wir wissen, dass sie im Klima von morgen keine Chance mehr haben, dann läuft etwas grundlegend falsch. Wir dürfen nicht Stillstand befehlen, wo Veränderung notwendig und dringend ist“, so Kaniber.
Kaniber fordert Kurskorrektur in Brüssel
Für Kaniber ist deshalb jetzt der Zeitpunkt für eine grundsätzliche Kurskorrektur, um Naturschutz und Klimaanpassung zusammenzubringen: „Änderungen an der Wiederherstellungsverordnung kann nur die europäische Kommission vornehmen, dafür braucht es jetzt den Druck aus den Mitgliedstaaten. Ganz Europa wartet darauf, dass aus Deutschland endlich eine klare Haltung kommt.“
Europas Wälder unter Klimastress
Wie dringend die Anpassung der Wälder ist, zeige sich derzeit in weiten Teilen Europas. Trockenheit und Hitze setzen die Bäume zunehmend unter Stress. Auch bislang vitale Buchen zeigen deutliche Folgen des Wassermangels und werfen teilweise bereits im Sommer Laub ab. Kaniber: „Das sind Warnsignale, die wir ernst nehmen müssen. Mit dem Klima verändern sich auch die Bedingungen, unter denen unsere Wälder wachsen. Darauf müssen wir reagieren können – mit vielfältigen Mischwäldern, ergänzt um neue, klimastabile Baumarten.“
In Bayern werde deshalb seit Jahren mit Hochdruck am Waldumbau gearbeitet. Allein im vergangenen Jahr haben die Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer mit Unterstützung des Freistaats rund 12,5 Millionen Zukunftsbäume gepflanzt, die Wälder widerstandsfähiger gegenüber Hitze, Trockenheit, Stürmen und Schädlingen machen und zugleich Lebensräume für die heimische Tier- und Pflanzenwelt bieten.