Bayerisches Kabinett: Waldumbau nimmt weiter Fahrt auf
von Doris Kirchner

Bayern kommt beim Umbau seiner Wälder zu klimaangepassten Mischwäldern weiter voran. Nach Angaben der Staatsregierung wurden seit 2008 mit Unterstützung der Bayerischen Forstverwaltung rund 125.000 Hektar Wald umgestaltet. Zusätzlich wurden mehr als 60.000 Hektar Jungwälder gezielt gepflegt, um klimaresistente Baumarten zu fördern und die Stabilität der Bestände langfristig zu erhöhen. Allein im ersten Halbjahr 2026 nahm die Waldumbaufläche gegenüber dem Vorjahreszeitraum um rund 20 Prozent zu.
Laut Forstministerin Michaela Kaniber kommt der Freistaat beim Waldumbau sehr gut voran. Seit 2020 seien mit Unterstützung des Freistaats insgesamt 90 Millionen neue Zukunftsbäume gepflanzt worden. Den Waldumbau bezeichnete die Ministerin als wichtigste Maßnahme für den Klimaschutz.
Mit der Waldumbauoffensive 2030 verfolgt die Staatsregierung das Ziel, die bayerischen Wälder an die veränderten klimatischen Bedingungen anzupassen. Die Wälder sollen ihre vielfältigen Funktionen für Klima, Wasserhaushalt, Biodiversität, Holzversorgung, den Schutz vor Naturgefahren und die Erholung auch langfristig erfüllen können.
Eine wichtige Rolle spielen dabei die Förder- und Beratungsangebote. Mit dem waldbaulichen Förderprogramm WALDFÖPR 2025 wurden die Verfahren nach Angaben des Freistaats deutlich vereinfacht und vollständig digitalisiert. Regionale Beratung, Fortbildungsangebote und die Initiative Zukunftswald Bayern sollen die Waldbesitzer bei der Umsetzung unterstützen. Die hohe Zahl digital eingereichter Förderanträge wertet die Staatsregierung als Zeichen für die große Bereitschaft der Waldbesitzer, den Waldumbau voranzutreiben. Auch das regionale Krisenmanagement bei Sturm- und Borkenkäferschäden habe sich als Instrument zum Schutz der Wälder bewährt.
Seit 2018 hat Bayern den Waldumbau mit mehr als 250 Millionen Euro aus Landes- und Bundesmitteln unterstützt. Hinzu kamen mehr als 20 Millionen Euro für die Pflege junger Zukunftswälder. Insgesamt wurden seit 2018 im Staats-, Kommunal- und Privatwald mit Unterstützung des Freistaats mehr als 110 Millionen Bäume gepflanzt. Stabile Wälder, so die Staatsregierung, seien zugleich wichtige Kohlenstoffspeicher und damit ein Beitrag zum Klimaschutz.
Zum Waldumbau gehöre auch eine verstärkte Nutzung des Holzes. In Bayerns Wäldern stünden derzeit mehr als eine Milliarde Kubikmeter Holz. Der überwiegende Teil davon sei Nadelholz, insbesondere Fichte und Kiefer. Beide Baumarten seien angesichts des Klimawandels zunehmend von Trockenheit und Insektenbefall betroffen.
Die hohen und risikoreichen Nadelholzvorräte sollen deshalb abgebaut werden, um Platz für klimastabile Mischwälder zu schaffen. Gleichzeitig könne das geerntete Holz langfristig Kohlenstoff binden, wenn es beispielsweise im Bau- oder Möbelbereich eingesetzt wird.
Um die Verwendung von Holz zu stärken, hatte Bayern vor sechs Jahren eine eigene Holzbauinitiative gestartet.
Waldumbau und Holznutzung sollen damit nicht nur zur Anpassung der Wälder an den Klimawandel beitragen, sondern auch die regionale Wertschöpfung stärken.