Solarstrom für die Industrie: Regensburg macht es vor
von Redaktion

Autor: Florian Christner, Redaktion „Profil“ - Ab 2026 versorgt die BERR eG die Unternehmen Aumovio, Schaeffler und Siemens in Regensburg mit günstigem Solarstrom aus dem Energieareal Regensburg Ost (ERO). Das Projekt gilt als Modell für Zusammenarbeit zwischen Stadt, Wirtschaft und Bürgerenergie.
Auf rund 4,7 Hektar entstehen 17.778 Solarmodule mit 11 MW Leistung. Drei separate PV-Anlagen liefern Strom direkt per eigener Leitung an die Unternehmen – ohne öffentliches Netz. Bifaziale Module erhöhen die Effizienz. Eigentümerin ist die Bürger Energie Region Regensburg eG (BERR eG), die den Strom direkt vermarktet. Bürgerinnen, Bürger und Mitarbeitende konnten sich finanziell beteiligen. Der Bau erfolgt durch MaxSolar.
Das Projekt stärkt die Region: Die Stadt Regensburg verfolgt das Ziel Klimaneutralität bis 2035 im Rahmen ihres Green Deal und sieht das Vorhaben als Standortpolitik. Unternehmen profitieren von günstiger, grüner Energie, sinkenden Emissionen und langfristiger Planungssicherheit. Dadurch bleiben Arbeitsplätze in der Region attraktiv.
Die Wertschöpfung bleibt vor Ort, da Bürger, Unternehmen und regionale Zulieferer eingebunden sind. Auch technologische Komponenten stammen aus der Region, etwa von Siemens-Tochterfirmen.
Das Projekt verbindet Ökonomie, Ökologie und Soziales. Laut Stadt werden jährlich rund 4.000 Tonnen CO2 eingespart. Zudem wird die Fläche durch Schafbeweidung ökologisch aufgewertet, was Boden und Artenvielfalt zugutekommt.
Für die BERR eG ist ERO ein großer Wachstumsschritt: Die Gesamtleistung ihrer Anlagen steigt deutlich, und die Mitgliederzahl wächst stark auf über 660. Das Projekt ist das 69. der Genossenschaft und soll weitere Folgeprojekte anstoßen.
Regensburgs Oberbürgermeisterin betont den Leuchtturmcharakter: Das Projekt verbessere die Standortbedingungen, stärke regionale Wertschöpfung und binde Bürger aktiv ein. Insgesamt zeigt ERO, wie Energiewende regional und wirtschaftlich erfolgreich umgesetzt werden kann. Ergänzend zeigt das Projekt die Verzahnung von Stadt, Genossenschaft und Industrie. Die BERR eG baute in 14 Jahren rund 5 MW PV-Leistung auf; mit ERO steigt sie auf 11 MW. Die Mitgliederzahl wuchs in einem Jahr von 500 auf über 660 (+30 %).
Die bifazialen Module nutzen Licht beidseitig und erhöhen den Ertrag. Jede der drei Firmen erhält eine eigene Direktleitung, was stabile Versorgung und planbare Kosten ermöglicht.
Wertschöpfung bleibt regional
Planung, Beteiligung und Teile der Technik stammen aus der Region; auch Siemens ist über Tochterunternehmen bei Komponenten wie Transformatoren und Wechselrichtern beteiligt.
Ökologisch wird die Fläche extensiv bewirtschaftet und durch Schafbeweidung gepflegt, was Boden und Biodiversität verbessert; ein Gutachten bestätigt die Verträglichkeit.
Politisch gilt ERO als Schlüsselprojekt für Klimaneutralität bis 2035, stärkt Versorgungssicherheit und reduziert Abhängigkeiten von fossilen Energien.
Zudem wächst die Sichtbarkeit der BERR eG deutlich; das Projekt zählt zu den größten Bürgerenergievorhaben der Region und gilt als Beispiel für kommunal getragene Energiewende. Es gilt als Vorzeigeprojekt für die regionale Energiewende, Wirtschaft und Klima.