Neue C.A.R.M.E.N.-Publikation zeigt: Regionalität ist messbarer Umweltvorteil in der Bauvergabe

GZ Ausgabe GZ-8-2026 vom 16. April 2026 | Infrastruktur & Technik
von Redaktion
Bild einer Holzbaustelle
Holzbaustelle. Foto: C.A.R.M.E.N

C.A.R.M.E.N. e.V. veröffentlicht eine neue Fachinformation, die aufzeigt, wie transportbedingte Treibhausgasemissionen von Holz systematisch in öffentliche Bauvergaben integriert werden können. Die Publikation ist damit ein praxisnahes Instrument, um Klimaschutzkriterien im Bausektor messbar, transparent und diskriminierungsfrei zu gestalten.

Im Mittelpunkt steht ein objektives Bewertungsmodell, das auf Transportdistanz, Logistikparametern und Emissionsfaktoren basiert. Die Methodik ist unabhängig von bestehenden Zertifizierungssystemen und lässt sich flexibel an die geplante Vergabe anpassen. Vergabestellen erhalten damit ein Werkzeug, um ökologische Kriterien in der Angebotsbewertung zu berücksichtigen und dadurch die Emissionsbilanz von Bauprojekten zu verbessern.

„Mit dieser Fachinformation schaffen wir eine Grundlage, um Regionalität nicht nur als politisches Ziel, sondern als messbaren Umweltvorteil in Vergabeverfahren zu verankern“, erklärt Alexander Schulze, Dipl. Forstwirt und Experte für nachhaltige Holznutzung bei C.A.R.M.E.N. e.V.

Die Publikation liefert politischen Entscheidungsträgern eine Grundlage, um klima- und wirtschaftspolitische Ziele gemeinsam voranzubringen. Durch die messbare Erfassung transportbedingter Emissionen im Bausektor entsteht ein direkt nutzbarer Hebel zur Reduktion von Treibhausgasen. Gleichzeitig stärkt der Fokus auf kurze Lieferwege regionale Wertschöpfungsketten und unterstützt damit eine resilientere Wirtschaftsstruktur. Die Methodik erleichtert zudem die Umsetzung nachhaltiger Beschaffungsrichtlinien, indem sie ökologische Kriterien operationalisiert und Vergabeverfahren transparenter und nachvollziehbarer macht.

Auszug Inhalte:

  • Ein Bewertungsmodell, das auf Transportdistanz, Logistikparametern und Emissionsfaktoren basiert.
  • Eine dreistufige Bewertungslogik, die Mindestanforderungen, Zuschlagskriterien und Nachweisführung klar strukturiert.
  • Konkrete Formulierungshilfen, die eine direkte Anwendung in öffentlichen Ausschreibungen ermöglichen.
  • Ein unabhängiges, transparentes Verfahren, das ohne bestehende Zertifizierungssysteme auskommt und damit Wettbewerbsgleichheit gewährleistet.

Die Broschüre ist in Zusammenarbeit mit Dipl.-Ing. (FH) Reinhold Grünbeck entstanden und steht unter www.carmen-ev.de zum Download bereit.

Redaktion

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