N-ERGIE NETZ GmbH: Das Stromverteilnetz im Umbruch

GZ Ausgabe GZ-8-2026 vom 16. April 2026 | Infrastruktur & Technik
von Redaktion
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Flexibel und digital in die Zukunft - Die stetig steigenden Strommengen aus erneuerbaren Energien zu integrieren, stellt Netzbetreiber wie die N-ERGIE Netz GmbH vor enorme Herausforderungen. Ziel ist, durch Netzausbau, Flexibilisierung und Digitalisierung die Energiewende weiter voranzutreiben – und nach wie vor die Versorgungssicherheit zu gewährleisten.

Das Netzgebiet des Unternehmens umfasst in Mittelfranken und angrenzenden Bereichen rund 8.000 Quadratkilometer Fläche mit etwa 1,5 Millionen Einwohnern. Bereits heute zeigt sich die Dimension der Transformation: Das Stromnetz ist zunehmend stark ausgelastet, insbesondere in sonnenreichen Zeiten, in denen hohe PV-Einspeisung zu Netzengpässen und einer steigenden Anzahl von Abregelungen („Redispatch-Maßnahmen“) führt.

Hotspot der Energiewende

Ein zentrales Thema ist der „PV-Boom“, der in den Jahren 2023 und 2024 nochmal deutlich zugelegt hat. Mittlerweile speisen bereits über 120.000 EE-Anlagen in das Netz der N-ERGIE ein. Diese Entwicklung macht das Netzgebiet zu einem Hotspot der Energiewende. Neben dem bedarfsgerechten Netzausbau steht für die N-ERGIE Netz GmbH vor allem die effizientere Nutzung bestehender Infrastruktur im Fokus. Innovative Netzanschlusskonzepte, digitale Steuerung sowie der Einsatz von Batteriespeichern sollen helfen, zusätzliche Kapazitäten zu erschließen, insbesondere zur Integration weiterer Windkraftanlagen als sinnvolle Ergänzung des Erzeugungsprofils von Photovoltaik.

Flexible Netzanschlussvereinbarungen

Dabei hat im vergangenen Jahr das Konzept flexibler Netzanschlussvereinbarungen (so genannte Flexible Connection Agreements, kurz FCA) an Bedeutung gewonnen. Anlagenbetreiber können sich verpflichten, ihre Einspeisung in Engpasszeiten zu reduzieren, um näher gelegene Netzanschlusspunkte zu nutzen. Diese flexiblen Anschlusskonzepte werden durch regulatorische Rahmenbedingungen im EEG gestützt.

Ein weiterer Schlüssel liegt in der Nutzung von Flexibilitäten im System wie dezentralen Batteriespeichern. Entscheidend ist ihre Betriebsweise: Während rein marktorientierte Speicher Engpässe verschärfen können, tragen netzdienliche Speicher aktiv zur Entlastung bei. Als einer der ersten Verteilnetzbetreiber Deutschlands hat die N-ERGIE Netz GmbH den Betrieb eines netzdienlichen Großbatteriespeichers ausgeschrieben und im März den Zuschlag erteilt.

In direkter Nachbarschaft des runderneuerten und größten Umspannwerks im Ansbacher Ortsteil Winterschneidbach entsteht ein Großbatteriespeicher mit einer Ein- und Ausspeicher-Leistung von 20 Megawatt (MW) und einer Speicherkapazität von 100 Megawattstunden (MWh). Der Bau des bislang größten netzdienlich betriebenen Batteriespeichers in Bayern soll bereits in der zweiten Jahreshälfte 2026 starten.

Parallel dazu wird die Zukunft des Stromnetzes durch die zunehmende Digitalisierung vorangetrieben. Der Rollout intelligenter Messsysteme bildet die Grundlage für mehr Transparenz und Steuerbarkeit im Netz. Technologien wie Breitband-Powerline ermöglichen die Datenübertragung über bestehende Stromleitungen und schaffen damit neue Kommunikationswege. Ergänzend arbeitet der Verteilnetzbetreiber an einem Steuerungscockpit, das perspektivisch zu einem umfassenden Leitsystem für die Niederspannung weiterentwickelt werden soll.

„Die Transformation der Stromnetze ist eine zentrale Voraussetzung für das Gelingen der Energiewende. Sie erfordert ein Zusammenspiel aus Infrastrukturmaßnahmen, regulatorischen Anpassungen und der sinnvollen Einbindung von Flexibilitäten“, fasst Kerstin Fröhlich, Geschäftsführerin der N-ERGIE Netz GmbH zusammen. „Nur so lässt sich die steigende Komplexität auf lange Sicht beherrschen, und eine sichere, effiziente und nachhaltige Energieversorgung gewährleisten.“

Redaktion

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