Klimaneutrale Zukunft: Bayerische Kommunen zeigen, wie es geht

GZ Ausgabe GZ-8-2026 vom 16. April 2026 | Infrastruktur & Technik
von Redaktion
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OB Dominik Sauerteig (vorne) öffnet symbolisch die Fernwärmeleitung zum Grünflächenamt der Stadt Coburg. Hinten v.l.: Heiko Baumann (Abteilungsleiter Fernwärme SÜC), Kirsten Köhn (Leitung Stabsstelle Klimaschutz und Nachhaltigkeit), Stefan Schneidawind (Hauptabteilungsleiter Fernwärme und Kraftwerke SÜC), Stefan Sauerteig (Klimaschutzbeauftragter des Stadtrats), Bernhard Ledermann (Leiter Grün- flächenamt). Bild: Stadt Coburg/Constantin Hirsch

Ein Gastbeitrag von Dr. David Fischer, greenventory GmbH - Coburg stellt seine Wärmeversorgung Schritt für Schritt auf klimaneutrale Energien um – und nutzt dabei die kommunale Wärmeplanung für konkrete Umsetzungsprojekte. Auch andere Kommunen in Bayern sind in ähnlicher Weise aktiv: Sie entwickeln eine integrierte Strategie, die Wärme, Strom und Mobilität gemeinsam in den Blick nimmt. So entsteht eine belastbare Grundlage, auf der Verwaltung, Stadtwerke und Bürgerschaft die Wärmewende vor Ort gemeinsam gestalten können. Unterstützung gibt es bei den Fachleuten von greenventory, ob bei der kommunalen Wärmeplanung mit digitalem Zwilling oder BEW-Machbarkeitsstudien für die Zeit danach.

Die kreisfreie Stadt Coburg im Nordwesten Oberfrankens ist als Oberzentrum ein wichtiger Versorgungsstandort für den umliegenden Raum. Seit Jahren arbeitet die Kommune systematisch an mehr Klimaschutz: Klimaschutzkonzept, Treibhausgasbilanz, Aktionsplan für nachhaltige Stadtentwicklung, integriertes Stadtklimakonzept sowie Solar- und Gründachkataster bilden das Fundament. Darauf aufbauend macht die Stadt die kommunale Wärmeplanung zum zentralen strategischen Hebel.

Strategische Wärmeplanung mit Blick bis 2040

In der kommunalen Wärmeplanung entwickelt Coburg einen Pfad, wie die Stadt über die Zwischenziele 2030 und 2035 bis 2040 eine weitgehend klimaneutrale Wärmeversorgung erreichen kann. Entscheidend ist dabei der sektorenübergreifende Ansatz – Wärmeplanung wird bewusst mit Strom- und Gasnetzplanung verknüpft, um eine koordinierte Infrastrukturentwicklung zu ermöglichen.

Die Wärmeplanung soll nicht nur Karten und Szenarien liefern, sondern konkrete Prioritäten setzen: Wo bieten sich Wärmenetze an, wo bleiben dezentrale Lösungen wie Wärmepumpen sinnvoll, und welche Quartiere haben besonderen Sanierungsbedarf? Parallel dazu werden Mobilitätsbedarfe ausgewertet, um etwa die steigende Zahl von Wärmepumpen und E-Ladepunkten mit der Stromnetzplanung abzustimmen. So entsteht ein Gesamtbild, das die Weichen für Investitionen in den kommenden Jahrzehnten stellt.

Digitale Werkzeuge für kleine und große Kommunen

Während Coburg als Oberzentrum mit einem umfassenden Verfahren arbeitet, profitieren kleinere Kommunen in Bayern inzwischen von einem vereinfachten Ansatz der Wärmeplanung. Das vom Freistaat eingeführte vereinfachte Verfahren reduziert Aufwand und Komplexität für Gemeinden unter 10.000 Einwohnern, ohne auf eine belastbare, rechtssichere Planung zu verzichten. Über Konnexitätszahlungen stellt das Land die nötigen Mittel bereit – die Wärmeplanung lässt sich so bis Mitte 2028 umsetzen, ohne kommunales Haushaltsrisiko.

Das Unternehmen greenventory unterstützt Kommunen und Stadtwerke mit einem digitalen Zwilling bei der Erstellung und Umsetzung ihrer Wärmepläne. Alle Daten zu Gebäuden, Potenzialen und Maßnahmen werden in einem digitalen Stadtmodell gebündelt und übersichtlich dargestellt. Das erleichtert nicht nur Entscheidungen im Stadt- oder Gemeinderat, sondern auch die spätere Umsetzung und Fortschreibung der Pläne. Kommunen erhalten damit ein Werkzeug, mit dem sie die gesetzlichen Anforderungen erfüllen und konkrete Projekte vorbereiten können.

BEW-Machbarkeitsstudien und KfW 432

Wie aus Karten und Szenarien konkrete Projekte werden, zeigen etwa Machbarkeitsstudien. In ihnen wird geprüft, welche Wärmenetzvarianten technisch umsetzbar und wirtschaftlich tragfähig sind. Die Bundesförderung für effiziente Wärmenetze (BEW) bezuschusst die Machbarkeitsstudien sowie den Neu- und Umbau von Wärmenetzen.

Auch bei Machbarkeitsstudien unterstützen die Fachleute von greenventory – mit zeitreihenbasierten Simulationen und hydraulischen Netzberechnungen und alternativen Betreiber- und Geschäftsmodellen. Im nächsten Schritt helfen digitale Kampagnen. Bürger:innen und Gewerbe können prüfen, ob sich ein Netzanschluss lohnt, welche Maßnahmen erforderlich wären und welche Tarife zu erwarten sind.

Übrigens: Seit Ende 2025 gibt es wieder Zuschüsse für Quartierskonzepte über das KfW-Programm 432. Auch sie helfen, die Umsetzung der kommunalen Wärmeplanung zu beschleunigen.

Weitere Informationen

Förderung Machbarkeitsstudien Wärmenetze:

www.bafa.de/DE/Energie/Energieeffizienz/Waermenetze/Effiziente_Waermenetze/effiziente_waermenetze_node.html
https://greenventory.de/bew-machbarkeitsstudien/

KfW 432:

www.kfw.de/inlandsfoerderung/%C3%96ffentliche-Einrichtungen/Energie-Versorgung-und-Netze/Energetische-Stadtsanierung-(432)/

Redaktion

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