Bund-Länder-Städtebauförderung: Rekordmittel für Bayerns Städte und Gemeinden

GZ Ausgabe GZ-8-2026 vom 16. April 2026 | Infrastruktur & Technik
von Doris Kirchner
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Auch in diesem Jahr fließen erhebliche Mittel aus den drei Bund-Länder-Programmen der Städtebauförderung „Lebendige Zentren“, „Wachstum und nachhaltige Erneuerung“ sowie „Sozialer Zusammenhalt“ wieder nach Bayern: „Mehr als 264 Millionen Euro für 478 Städte und Gemeinden – das ist ein neuer Rekord“, erläuterte Bayerns Bauminister Christian Bernreiter. „Die Bundesregierung hält ihr Versprechen und erhöht ihren Beitrag spürbar. Bayern zieht mit und legt den gleichen Betrag obendrauf. Das entlastet die kommunalen Haushalte und kommt direkt den Menschen vor Ort zugute.“

Oberpfalz

Rund 34 Millionen Euro von Bund und Land gehen heuer an 78 oberpfälzische Gemeinden. Dank der Städtebauförderungsmittel kann dieses Jahr beispielsweise die Marktgemeinde Bad Neualbenreuth einen leerstehenden ehemaligen Kleinbauernhof am historischen Markt sanieren. In dem Gebäude werden Räume für einen Dorfladen, die Gemeindebibliothek, Mutter-Kind-Gruppen und ein Veranstaltungssaal geschaffen.

Die Stadt Vilseck wird den Marktplatz und die angrenzenden Straßen neugestalten, um die Aufenthaltsqualität zu verbessern. Ein neuer Bodenbelag wird die Barrierefreiheit verbessern und mehr als 40 Bäume werden neu gepflanzt. Regenwasser wird künftig in die Baumbeete eingeleitet und dort gespeichert. Damit kann die Bewässerung der Pflanzen auch in Trockenperioden sichergestellt werden.

In der Stadt Bad Kötzting werden Zuschüsse der Städtebauförderung in den Ersatzneubau einer Parkgarage fließen. Das Besondere an dem Gebäude: Es wird auch die Stadtbibliothek und ein Café beherbergen. Auf dem Dach des Hauses wird ein intensiv begrünter Panoramagarten den Bürgerinnen und Bürgern als attraktiver Treffpunkt dienen. Gleichzeitig soll der Dachgarten Niederschlagswasser zwischenspeichern.

Mittelfranken

Mehr als 38 Millionen Euro erhalten 54 Kommunen in Mittelfranken. Dank der Städtebauförderung kann etwa die Stadt Nürnberg den an den Hauptmarkt und die Frauenkirche angrenzenden, zentral gelegenen Obstmarkt neugestalten und aufwerten. Die klimagerechte Planung sieht unter anderem weniger Verkehr und mehr Grün vor und wird nach dem Schwammstadt-Prinzip umgesetzt.

Die Stadt Heilsbronn saniert das markante ehemalige Bahnhofsgebäude und führt es einer neuen, lebendigen Nutzung als Musikschule zu. Der künftige „Musikbahnhof“ soll ein zentraler Baustein der geplanten Neugestaltung des Bahnhofsareals werden. Die Stadt Schwabach plant die Freiflächen in der „Boxlohe“ fertigzustellen. Mit Städtebauförderungsmitteln werden öffentliche Platzflächen rund um die Franzosenkirche aufgewertet und barrierefrei ausgestaltet sowie neue Aufenthaltsqualitäten geschaffen. Die prächtige, alte ortsbildprägende Linde wird erhalten und wurde in die Planung integriert. Außerdem beginnt der Umbau des zentralen Martin-Luther-Platzes zu einem klimafreundlichen Stadtplatz.

Niederbayern

Über mehr als 36 Millionen Euro dürfen sich 21 niederbayerische Gemeinden freuen. Der Markt Perlesreut baut ein ehemaliges Wohngebäude zum Haus der Musik und Kultur „Musikperle” um. In Zukunft werden dort ein Gruppen- bzw. Multifunktionsraum mit Lager zur Verfügung stehen. Ein Anbau wird einen weiteren Gruppenraum beherbergen und das städtebauliche Ensemble ergänzen.
Die Gemeinde Rain beginnt in diesem Jahr mit dem Umbau des ehemaligen Dietl-Wirtshauses. Der denkmalgeschützte Teil des Gebäudes wird durch einen Neubau ergänzt. Dadurch können ein großer Bürgersaal und ein Café für den Selbstbetrieb durch die Bürger vor Ort – mit Freibereichen zum ehemaligen Schlossgarten hin – umgesetzt werden.

Der Markt Pfeffenhausen wird einen ehemaligen Brauereigasthof zu einem modernen Bürger- und Medizinzentrum umbauen. Ziel ist die medizinische Versorgung vor Ort zu sichern und neue Räume für Wohnen, Kultur und Begegnung zu schaffen. Dafür entstehen eine Arztpraxis, Wohnungen und ein Bürgersaal für Feste und Veranstaltungen.

Oberbayern

In Oberbayern (120 Gemeinden, rund 47 Millionen Euro) entwickelt die Stadt Erding das Wohnumfeld im Gebiet Klettham-Nord weiter. Im Rahmen der klimaangepassten Neugestaltung der öffentlichen Flächen entsteht dort erstmals eine erlebbare Quartiersmitte für alle Bürgerinnen und Bürger. Mit Hilfe der Fördermittel können attraktive Aufenthaltsflächen, verkehrsberuhigte Straßenflächen und schattenspendendes Grün geschaffen werden.

Die Stadt Eichstätt plant, den derzeit leerstehenden Bahnhof umfassend zu sanieren und vielfältig umzunutzen. Das Konzept sieht vor, im Erdgeschoss einen Veranstaltungssaal sowie einen Kiosk einzurichten. Die oberen Stockwerke werden künftig von der Volkshochschule und der Musikschule genutzt. Im Untergeschoss sollen Bandproberäume geschaffen werden. Gleichzeitig trägt die Umnutzung dazu bei, den Flächenverbrauch zu reduzieren, indem bestehende Bausubstanz sinnvoll genutzt wird.

Im Zuge der Ortskernsanierung reaktiviert die Gemeinde Hofstetten den ehemaligen Pfarrhof. Das seit 2018 leerstehende Gebäude wird nun saniert und erweitert, um dringend nachgefragte Nutzungen unterzubringen. Im Erdgeschoss findet in Zukunft eine Arztpraxis Platz, im Ober- und Dachgeschoss auch mit Mitteln aus der Förderinitiative „Leerstand nutzen – Lebensraum schaffen“ Wohnnutzungen.

Oberfranken

Mit rund 40 Millionen Euro werden 57 oberfränkische Gemeinden unterstützt. Mit der Erneuerung des Abschnitts „Bachgasse“ setzt die Gemeinde Breitengüßbach ihren Prozess der Ortskernentwicklung fort. Die Neuordnung des öffentlichen Raums wird begleitet von Klimaanpassungsmaßnahmen und der Umsetzung des Schwammstadt-Prinzips. Straßenbegleitende Pflanzbeete und Baumsetzungen dienen beispielsweise durch eine spezielle Ausführung auch als Rückhalte-, Sicker- und Verdunstungsflächen.

Die Stadt Rödental plant die Grün- und Freiflächen im Soziale-Stadt-Quartier Schlesierstraße/Rathaus aufzuwerten und so die Aufenthaltsqualität zu verbessern. Dabei werden auch Maßnahmen zum Klimaschutz und zur Klimaanpassung berücksichtigt. Durch die Integration von Aufenthalts- und Spielbereichen entsteht ein lebendiger Quartierstreffpunkt. Auf dem ehemaligen Industrie-Areal der Firma Zapf in der Stadt Bayreuth wird neben dem neuen gemischt genutzten Quartier „Kreuzstein“ ein öffentlicher Grünzug mit Anbindung an das städtische Radwegenetz entstehen. Der im Bereich des zukünftigen „Landschaftsparks Tappertaue“ bisher unterirdisch verrohrt verlaufende Bach Tappert wird renaturiert und in eine Grünfläche mit hoher Aufenthaltsqualität integriert.

Schwaben

61 Gemeinden werden in Schwaben mit mehr als 35 Millionen Euro gefördert. Die Stadt Schwabmünchen saniert das „Alte Rathaus“, die denkmalgeschützte ehemalige Posthalterei. Entstehen wird ein Bürgerhaus mit Gastronomie im Erdgeschoss, das sich zum Stadtplatz öffnet und somit den gesellschaftlichen Mittelpunkt Schwabmünchens bildet. Auf ehemaligen Kasernenflächen entsteht in der Stadt Donauwörth das neue Alfred-Delp-Quartier. Mit Hilfe der Städtebauförderung werden attraktive, öffentliche Grün- und Freianlagen geschaffen. In Augsburg-Oberhausen wird der Helmut-Haller-Platz vor dem Oberhauser Bahnhof neugestaltet. In Zukunft sollen dort Feste und Veranstaltungen stattfinden. Durch umfassende Klimaanpassungsmaßnahmen werden attraktive Räume zum Verweilen auch an Hitzetagen geschaffen.

Unterfranken

In Unterfranken (rund 33 Millionen Euro für 87 Gemeinden) kann in der Stadt Dettelbach in einem zentral gelegenen leerstehenden Gebäudekomplex mit dem „Markt- und Bachhaus“ ein Zentrum für kulturelle Veranstaltungen, Dienstleistungen, Gastronomie und regionale Märkte entstehen. In der Marktgemeinde Oberschwarzach wird die Sanierung und die Umnutzung des Julius-Echter-Schlosses zu einem attraktiven Kultur- und Gemeinschaftszentrum mit überregionaler Strahlkraft unterstützt. Zudem setzt die Stadt Würzburg mit Hilfe der Städtebauförderung den Umbau des ehemaligen US-Militärhangars zum Stadtteilzentrum „HUB27“ im neuen lebendigen Stadtteil Hubland um.

Laut Staatsminister Bernreiter ist die Städtebauförderung „eine echte Erfolgsgeschichte und wird auch in Zukunft ein wesentliches Instrument für eine erfolgreiche Stadtentwicklung in allen Landesteilen sein“.

Doris Kirchner

Doris Kirchner, Chefin vom Dienst

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