Beispiel aus Österreich: Kostenloser Wochenendstrom dank Smart Meter
von Constanze von Hassel

Gutmann führt österreichweit einzigartigen „HAPPY HOUR“-Tarif ein - Mit dem neuen Tarif „HAPPY HOUR – volle power“ setzt die Gutmann GmbH einen bemerkenswerten Impuls für Verbrauchslenkung, Energiekostensenkung und Marktstabilität. Erstmals erhalten Stromkunden in Österreich die Möglichkeit, zu klar definierten Zeitfenstern kostenlosen Strom zu beziehen – ein Angebot, das sowohl haushalts- als auch systemrelevant wirkt.
Kostenloser Sonnenstrom an Wochenenden und Feiertagen
Von April bis August 2026 steht Kunden des Tiroler Energiehändlers an Samstagen, Sonntagen und Feiertagen zwischen 12 und 16 Uhr kostenfreier Solarstrom zur Verfügung. Voraussetzung ist ein aktiver Liefervertrag sowie ein Smart Meter mit präziser Viertelstundenmessung.
Österreich ist hierfür infrastrukturell gut vorbereitet: Bereits rund 95 Prozent der Haushalte verfügen heute über Smart Meter, wodurch flexible Tarife wie dieser technisch einfach und verbraucherfreundlich abgerechnet werden können.
Verbrauch steuern, Netze und Haushalte entlasten
Der Tarif schafft gezielte Anreize, Strom dann zu nutzen, wenn besonders viel erneuerbare Energie verfügbar ist, insbesondere Solarstrom zur Mittagszeit. Das entlastet Netze, senkt Börsenpreise und stabilisiert den Strommarkt.
Alexander Gutmann, Geschäftsführer des Unternehmens, betont: „Mit unserem HAPPY-HOUR-Angebot machen wir Sonnenstrom für alle nutzbar, auch für Haushalte ohne eigene PV-Anlage. Wer Strom dann nutzt, wenn er reichlich vorhanden ist, spart Kosten und stabilisiert den Markt.“
Horst Ebner, Leiter der Strom- und Gasabteilung, hebt hervor: „Die Energiewende gelingt dort am besten, wo Erzeugung und Verbrauch zusammenpassen. Unser Tarif lädt dazu ein, Strom genau dann zu nutzen, wenn viel erneuerbare Energie im System ist.“
Bedeutung für Kommunen und Energieversorger
Aus kommunaler Sicht ist der Tarif ein interessanter Praxisbeleg, wie Smart Metering, flexible Tarife und erneuerbare Energien zusammenspielen können:
- Lastverschiebung durch Preissignale reduziert Netzengpässe – ein Thema, das auch in vielen bayerischen Kommunen zunehmend relevant wird.
- Die hohe Smart-Meter-Quote in Österreich zeigt, wie wichtig ein zügiger Rollout ist, um neue Tarifmodelle überhaupt zu ermöglichen.
- Für kommunale Energieversorger bietet das Modell einen Impuls für eigene Flexibilitätsangebote, z. B. zeitvariable Netzentgelte oder regionale erneuerbare „Community“-Tarife.
Gerade in Bayern, wo Stadtwerke und Kommunalversorger aktuell über Lösungen zur Integration wachsender PV-Leistung und zur Stabilisierung lokaler Netze nachdenken, liefert dieses Beispiel einen konkreten, marktnahen Ansatz mit hohem Übertragungswert.
Technische Basis: Smart Meter
Der Erfolg des Modells hängt unmittelbar am digitalen Messwesen. Die Viertelstundenmessung ermöglicht:
- transparente, fälschungssichere Abrechnung,
- exakte Zuordnung der kostenlosen Verbrauchszeitfenster,
- die Grundlage für zukünftige dynamische Tarife.
In Österreich hat der nahezu vollständige Rollout diese Vielfalt innovativer Angebote erst möglich gemacht, ein Entwicklungspfad, der in Deutschland noch im Aufbau ist.
Unternehmen mit breitem Energiespektrum
Die Gutmann GmbH ist Österreichs größter privater Energieanbieter mit Sitz in Innsbruck. Das Unternehmen versorgt Haushalte, Gewerbe und Industrie österreichweit mit Ökostrom und bietet zudem Leistungen in den Bereichen Wärme, Mobilität und alternative Energieträger an. Rund 450 Mitarbeitende betreuen über 100.000 Kundinnen und Kunden an etwa 120 Standorten.