Aiwanger und Glauber in Rosenheim: Wärme aus Flüssen und Seen

GZ Ausgabe GZ-1/2-2026 vom 15. Januar 2026 | Infrastruktur & Technik
von Constanze von Hassel
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Mit dem Projekt der Stadtwerke Rosenheim wurden bislang 17 Akteure als Gestalter im Team Energiewende Bayern ausgezeichnet. V.l.: Heiko Peckmann, Geschäftsführer Stadtwerke Rosenheim, Oberbürgermeister Andreas März, Stadt Rosenheim, Umweltminister Thorsten Glauber, Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger, Rolf Waller, Betriebsleiter Heizkraftwerk, und Landtagsabgeordnerter Josef Lausch. Bild: StMWi

Großer Hebel für die kommunale Wärmewende: Gewässerthermie kann einen wesentlichen Beitrag zur kommunalen Wärmeversorgung in Bayern leisten. Darauf haben Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger und Umweltminister Thorsten Glauber bei einem Termin in Rosenheim hingewiesen. Dort wurde das Flussthermie-Projekt der Stadtwerke Rosenheim als Gestalter im Team Energiewende Bayern ausgezeichnet.

Die Stadtwerke betreiben seit 2021 drei Großwärmepumpen mit insgesamt 4,5 Megawatt thermischer Leistung. Genutzt wird die Wärme des Flusswassers in Kombination mit Kraft-Wärme-Kopplung – ein technisch erprobtes Modell für eine regionale, bezahlbare und klimafreundliche Wärmeversorgung. Nach aktuellen Erhebungen verfügen 667 von 2.056 bayerischen Gemeinden über ein nutzbares Flussthermie-Potenzial entlang von 104 Flüssen. Dieses wird auf 10 bis 27 Terawattstunden Wärme geschätzt und könnte rechnerisch bis zu 16 Prozent des Wärmebedarfs von Gebäuden decken. Zusätzlich gelten 31 Seen im Freistaat als gut geeignet für Seethermie. Studien zeigen zudem, dass bereits ein sehr geringer Wärmeentzug aus Fließgewässern ausreicht, um erhebliche Wärmemengen bereitzustellen – ohne relevante ökologische Auswirkungen.

Rückenwind kommt auch von den bayerischen Wasserkraftverbänden. Sie verweisen auf das bislang wenig genutzte Potenzial von Fließgewässern für die Wärmewende und betonen insbesondere die Vorteile bestehender Wasserkraftstandorte: vorhandene wasserbauliche Infrastruktur, geeignete Ein- und Ausleitstellen sowie die Möglichkeit, den benötigten Strom direkt vor Ort zu erzeugen. Dadurch lassen sich Aquathermie-Projekte vergleichsweise schnell und mit geringen zusätzlichen Eingriffen realisieren und in kommunale Wärmenetze integrieren.

Online-Kampagne geplant

Zur weiteren Verbreitung der Technologie startet das Wirtschaftsministerium gemeinsam mit C.A.R.M.E.N. e.V. und dem Ökoenergie-Institut Bayern eine Online-Kampagne zur Gewässerthermie. Geplant sind vier Online-Seminare im Jahr 2026, die Kommunen und Unternehmen zu technischen, rechtlichen und wirtschaftlichen Fragen informieren sollen. Für die kommunale Wärmeplanung wird Gewässerthermie damit zunehmend zu einer realistischen und prüfenswerten Option.

Constanze von Hassel

Constanze von Hassel, Chefredakteurin

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