Pflegekongress in Regensburg: Kommunale Projekte

GZ Ausgabe GZ-8-2026 vom 16. April 2026 | Gesundheit & Daseinsvorsorge
von Redaktion
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Beim vierten Pflegekongress „Gute Pflege. Daheim in Bayern“ in Regensburg hat Bayerns Gesundheits- und Pflegeministerin Judith Gerlach die Bedeutung zukunftsfähiger, wohnortnaher Versorgungsstrukturen betont. Ziel sei es, insbesondere die häusliche Pflege zu stärken – ein Bereich, in dem derzeit rund 83 Prozent der Pflegebedürftigen versorgt werden.

Vor Vertreterinnen und Vertretern aus Kommunen, Pflegeeinrichtungen, Verbänden und Pflegekassen unterstrich Gerlach die Rolle der Kommunen als zentrale Akteure: Tragfähige Pflegeinfrastruktur entstehe nur im Zusammenspiel aller Beteiligten. Der Kongress bot entsprechend eine Plattform für fachlichen Austausch, wissenschaftliche Impulse und kommunale Best-Practice-Beispiele.

Innovative Ansätze ausgezeichnet

Im Rahmen des Wettbewerbs „Innovative Wege zur Pflege – Visionen für eine pflegegerechte Gesellschaft“ wurden besonders überzeugende Projekte prämiert. Den ersten Platz belegte das Pflege-Camp der Gesundheitsregionplus von Stadt und Landkreis Aschaffenburg. Das Projekt ermöglicht Jugendlichen ab 15 Jahren praxisnahe Einblicke in Pflegeberufe – mit messbarem Erfolg: Rund 23 Prozent der Teilnehmenden entscheiden sich im Anschluss für eine Ausbildung im Pflegebereich.

Weitere Auszeichnungen gingen an: „DorfVital 360°“ (Landkreis Coburg), das präventive Ansätze mit gemeindebasierter Pflege verbindet, sowie „FELIX“ (Hello Mirrors), ein digitales Präventionssystem.

Der Wettbewerb wurde von der Koordinationsstelle Pflege und Wohnen durchgeführt und ist mit Preisgeldern dotiert.

Förderung stärkt kommunale Gestaltungsspielräume

Ein zentrales Instrument zur Weiterentwicklung der Pflege vor Ort ist das Förderprogramm „Gute Pflege. Daheim in Bayern“. Es richtet sich insbesondere an demografisch und finanziell stärker belastete Kommunen und setzt bewusst auf flexible Umsetzungsmodelle. Für das laufende Jahr stehen hierfür rund 24 Millionen Euro zur Verfügung. Ergänzend verweist das Ministerium auf die Bedeutung präventiver Ansätze: Gesundheitsförderung könne Pflegebedarfe reduzieren und die Selbstständigkeit älterer Menschen länger erhalten.

Grundlage der bayerischen Pflegepolitik ist ein gemeinsam mit kommunalen Spitzenverbänden und Pflegekassen entwickeltes Strategiekonzept aus dem Jahr 2022. Es zielt auf bedarfsgerechte, dezentrale Strukturen. Parallel wurde der Ausbau stationärer Kapazitäten vorangetrieben: Seit 2020 sind rund 8.900 Pflegeplätze mit einem Fördervolumen von etwa 410 Millionen Euro entstanden.

Der Pflegekongress zeigt damit, wie staatliche Rahmenbedingungen und kommunale Initiativen zusammenwirken können.

Redaktion

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