79. Bayerischer Heilbädertag: Neustart für Gesundheitsorte

GZ Ausgabe GZ-23-2025 vom 4. Dezember 2025 | Gesundheit & Daseinsvorsorge
von Doris Kirchner
Gruppenfoto
V.l.: Christian Bredl, Leiter der Landesvertretung Bayern/Techniker Krankenkasse, Bayerns Heilbäder-Präsident Landrat Peter Berek, Landkreis Wunsiedl, Passaus Landrat Raimund Kneidinger, Magdalena Resch, BHV-Geschäftsstelle, MdL Bernhard Seidenath, Vorsitzender des Ausschusses für Gesundheit, Pflege und Prävention, MdL Stefan Meyer, Bad Griesbachs Bürgermeister Jürgen Fundke und BHV-Geschäftsführer Frank Oette.Bild: BHV

Unter dem Motto „Gemeinsam für eine gesunde Zukunft“ trafen sich Fachleute aus Politik, Gesundheitswesen, Tourismus und Verwaltung zum 79. Bayerischen Heilbädertag in Bad Griesbach. Im Mittelpunkt standen Chancen und Herausforderungen der Kur- und Heilbäder – von der Bedeutung natürlicher Heilmittel über Prävention bis hin zu neuen Konzepten wie gesundheitsorientierter Workation.

Mit einer umfassenden Innovationsagenda wollen Bayerns Heilbäder und Kurorte noch attraktiver werden. „Wir schlagen ein neues Kapitel auf: innovativer, präventionsstärker, digitaler – und zugleich bauen wir auf das, was seit Jahrzehnten erfolgreich ist: die natürliche Heilkraft aus Thermalwasser, Moor, Luft und Bewegung“, erklärte Heilbäder-Präsident Peter Berek.

Künftig sollen Themen wie Resilienz, Longevity (gesünderes Älterwerden) sowie hochwertige Präventionsangebote stärker in den Vordergrund rücken. Die Kurorte setzen zudem auf neue Workation-Modelle, die mobiles Arbeiten mit gesundheitsorientierten Auszeiten kombinieren. Auch digitale und nutzerfreundlichere Kurprozesse, wissenschaftsbasierte Naturheilverfahren und neue Therapieformen wie Waldgesundheit sollen ausgebaut werden.

Berek hob zugleich die Rolle der Gesundheitsorte als tragende Säule der medizinischen Versorgung im ländlichen Raum hervor. Mit über 2.000 Ärztinnen und Ärzten, Therapeuten, Heilpraktikern und einer gut ausgebauten Infrastruktur bieten die Heilbäder weit mehr als klassische Kuranwendungen. „Unsere Infrastruktur kann künftig einen entscheidenden Beitrag zur Sicherung einer flächendeckenden Gesundheitsversorgung leisten – gerade in Zeiten, in denen viele Regionen unter medizinischem Druck stehen“, so Berek.

Beispiele für konsequente Qualitätsarbeit zeigen neue Zertifizierungen: Bad Weißenstadt erhielt als jüngstes bayerisches Heilbad das staatliche Prädikat, Füssen wurde neu als Kneipp-Heilbad ausgezeichnet.

Bayerns Heilbäder sind nicht nur gesundheitlich bedeutsam, sondern auch wirtschaftlich und gesellschaftlich zentrale Pfeiler des Freistaats: 100.000 Arbeitsplätze, 4,5 Milliarden Euro Wertschöpfung, 465 Millionen Euro Steuereinnahmen und jede vierte touristische Übernachtung stammen aus der Branche. „Aus jedem Euro, den wir in Reha investieren, entsteht ein fünffacher Effekt für die Regionen“, betonte Berek.

Frank Oette, Geschäftsführer des Bayerischen Heilbäder-Verbands, forderte verlässliche finanzielle Rahmenbedingungen und strukturelle Entlastungen, etwa einen Sonderlastenausgleich für Kurorte oder einen Reha-Zukunftsfonds zur Finanzierung dringend notwendiger Investitionen.

Auch die Politik würdigte die Rolle der Heilbäder. Bernhard Seidenath, Vorsitzender des Gesundheitsausschusses im Bayerischen Landtag, nannte sie „eine Bank für die Gesundheit“ und eine starke Säule des Gesundheitssystems in Bayern. Er sprach sich für mehr Prävention, bessere Zugänge zur Kur, moderne digitale Verfahren und die strategische Weiterentwicklung des Gesundheitstourismus aus. Unterstützung kam auch aus der Wirtschaft: Wolfram Hatz, Präsident der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft, lobte Bayern als „Reha-Land Nummer 1 in Deutschland“.

Doris Kirchner

Doris Kirchner, Chefin vom Dienst

Ihre optimale Website-Nutzung

Diese Website verwendet Cookies und bindet externe Medien ein. Mit dem Klick auf „✓ Alles akzeptieren“ entscheiden Sie sich für eine optimale Web-Erfahrung und willigen ein, dass Ihnen externe Inhalte angezeigt werden können. Auf „Einstellungen“ erfahren Sie mehr darüber und können persönliche Präferenzen festlegen. Mehr Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Detailinformationen zu Cookies & externer Mediennutzung

Externe Medien sind z.B. Videos oder iFrames von anderen Plattformen, die auf dieser Website eingebunden werden. Bei den Cookies handelt es sich um anonymisierte Informationen über Ihren Besuch dieser Website, die die Nutzung für Sie angenehmer machen.

Damit die Website optimal funktioniert, müssen Sie Ihre aktive Zustimmung für die Verwendung dieser Cookies geben. Sie können hier Ihre persönlichen Einstellungen selbst festlegen.

Noch Fragen? Erfahren Sie mehr über Ihre Rechte als Nutzer in der Datenschutzerklärung und Impressum!

Ihre Cookie Einstellungen wurden gespeichert.