NürnbergMesse-Bilanz 2025: Wachstum trotz Gegenwind

GZ Ausgabe GZ-14-2026 vom 16. Juli 2026 | Finanzen & Wirtschaft
von Doris Kirchner
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Trotz einer schwachen Konjunktur, globaler Krisen und eines schwierigen Marktumfelds bleibt die NürnbergMesse auf Wachstumskurs. Nach einem Gewinn im veranstaltungsschwächeren Messejahr 2025 rechnet das Unternehmen für 2026 mit einem Rekordumsatz von rund 375 Millionen Euro, dem höchsten Wert in der 52-jährigen Unternehmensgeschichte.

Nach Angaben von CEO Peter Ottmann veranstaltete die NürnbergMesse Group im Geschäftsjahr 2025 weltweit 158 Messen, Kongresse und Corporate Events nach 177 Veranstaltungen im Jahr 2023. Der Umsatz stieg auf 345,5 Millionen Euro (2023: 265,1 Millionen Euro), das operative Ergebnis (EBITDA) verbesserte sich von 28,4 auf 41 Millionen Euro. Unter dem Strich erzielte die Messegesellschaft einen Jahresüberschuss von 2,2 Millionen Euro, nachdem 2023 noch ein Minus von 1,1 Millionen Euro zu Buche gestanden hatte. Damit schreibt die NürnbergMesse erstmals seit der Pandemie auch in einem veranstaltungsschwächeren ungeraden Messejahr wieder schwarze Zahlen.

„Besonders unser internationales Geschäft und der Ausbau unserer messebegleitenden Services haben sich sehr positiv entwickelt“, betonte Ottmann. Den größten Umsatzanteil erwirtschafteten weiterhin die Eigen- und Partnerveranstaltungen im Inland mit 38 Prozent. Auf messebegleitende Services entfielen 24 Prozent, auf das Auslandsgeschäft 21 Prozent und auf Gastveranstaltungen 17 Prozent.

Auch bei den Besucher- und Ausstellerzahlen legte die NürnbergMesse gegenüber dem vergleichbaren Jahr 2023 zu. Rund 1,5 Millionen Besucherinnen und Besucher kamen zu den Veranstaltungen: ein Plus von 15 Prozent. Die Zahl der Aussteller stieg um 12,8 Prozent auf knapp 32.000, die belegte Ausstellungsfläche wuchs um 21,6 Prozent auf rund 1,1 Millionen Quadratmeter.

Große Investition geplant

Zu den Wachstumstreibern gehörten insbesondere die Fachmessen des Nürnberger Sicherheitsclusters. Vor allem die Enforce Tac, die it-sa und die Perimeter Protection verzeichneten eine hohe Nachfrage. Die internationale Bedeutung der Veranstaltungen nahm ebenfalls weiter zu: Fast jeder zweite Aussteller kam 2025 aus dem Ausland. Insgesamt waren es 10.470 internationale Unternehmen, 14,6 Prozent mehr als 2023. Auch die Zahl der ausländischen Besucher stieg um 12,7 Prozent auf 175.206.

Parallel zum Messegeschäft treibt die NürnbergMesse ihre Investitionen voran. Mit einem Zukunftsprogramm will das Unternehmen in den kommenden zehn Jahren mehr als eine halbe Milliarde Euro in das Messegelände, das Veranstaltungsportfolio, digitale Angebote und Nachhaltigkeit investieren. An diesen Plänen wird trotz der wirtschaftlichen Unsicherheiten festgehalten. „Betrachten wir die Jahre 2024 bis 2026, kommen wir auf eine durchschnittliche Investitionsquote von 19 Prozent, damit dürften wir zur Spitzengruppe der Messeplätze in Deutschland und Europa zählen, die substanziell in die Zukunft ihres Geschäftsmodells investieren“, erläutete Finanzvorstand Dirk Blum.

Ein sichtbares Ergebnis dieser Strategie ist das im Mai 2026 eröffnete Mitarbeitercenter NXT74. Das bestehende Gebäude wurde umfassend saniert und nicht neu errichtet. Dadurch konnten nach Unternehmensangaben rund 60 Prozent CO2 eingespart werden. Bei der Sanierung wurden unter anderem Kriterien der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) zu Ressourcenverbrauch, Energieversorgung und Barrierefreiheit berücksichtigt.

Auch die nachhaltige Infrastruktur auf dem Messegelände wird ausgebaut. Mit der Inbetriebnahme der hundertsten E-Ladesäule stehen inzwischen mehr als 200 Ladepunkte für Elektrofahrzeuge zur Verfügung. Gleichzeitig wächst die Photovoltaikanlage auf den Hallendächern weiter. Mit derzeit 7,6 Megawattpeak nähert sie sich ihrer geplanten Leistung von 8,3 Megawattpeak und soll nach ihrer Fertigstellung die größte Photovoltaikanlage Bayerns auf den Dächern eines Unternehmens mit staatlicher Beteiligung sein.

Besucherrekord

Positiv entwickelt sich CEO Ottmann zufolge auch das laufende Messejahr: Einen Besucherrekord verzeichnete die Enforce Tac. Deutschlands Leitmesse für Sicherheit und Verteidigung begrüßte 26.500 Besucherinnen und Besucher, 42 Prozent mehr als im Vorjahr. Aus der 2012 mit einer Halle gestarteten Veranstaltung soll im März 2027 eine Messe mit zehn belegten Hallen werden.

Auch für den Herbst meldet die NürnbergMesse eine gute Nachfrage. Positive Anmeldestände verzeichnen die it-sa Expo&Congress, Europas größte Fachmesse für Cybersecurity, die GalaBau, die Chillventa sowie die Automatisierungsmesse SPS. Vor diesem Hintergrund rechnet die NürnbergMesse für 2026 mit einem Umsatz von rund 375 Millionen Euro und damit mit einem neuen Höchstwert in ihrer Unternehmensgeschichte.

Doris Kirchner

Doris Kirchner, Chefin vom Dienst

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